Aufbau digitaler Lösungen für entwaldungsfreie Rohstoffe von Kleinbauern (DigiDeFree)
Die EU-Entwaldungsverordnung fordert für globalen Waldschutz beim Import diverser Agrarprodukte nach Europa einen Nachweis entwaldungsfreier Produktion. Das ist eine Herausforderung für Kleinproduzent*innen, denen Informationen, finanzielle und technische Mittel für den Nachweis fehlen. Zum Erhalt ihres Marktzugangs unterstützt das Projekt Kooperativen mexikanischer Kaffee- und Kakao-Kleinproduzent*innen durch Kompetenzaufbau und, basierend auf ihren Bedarfen, der Entwicklung eines digitalen Tools zur Datengenerierung und Verifizierung der Entwaldungsfreiheit. Lokale Promotor*innen nutzen das Tool zur Unterstützung der Kleinproduzent*innen bei der Verifizierung der Entwaldungsfreiheit. Zur Stärkung der Nord-Süd-Kooperation bauen Akteure entlang der Lieferkette einen gemeinsamen Verantwortungsrahmen auf. Synergien zu anderen Projekten und die Streuung des digitalen Tools in den Netzwerken der Akteure und auf der Plattform für entwaldungsfreie Lieferketten schaffen Multiplikatoreffekte.
- Länder
- Mexiko
- IKI Förderung
- 773.307,22 €
- Laufzeit
- 10/2024 bis 10/2027
- Status
- laufend
- Durchführungs -organisation
- OroVerde - Die Tropenwaldstiftung
- Durchführungspartner
-
- Plataforma Nuup, A.C.
- ProNatura Sur
Stand der Umsetzung/Ergebnisse
- Digitale Lösung:
- EUDR-Modul innerhalb der Sirio-Lösung entwickelt und in Betrieb; derzeit im Prüfprozess
- Funktionen:
- Strukturierte Fragebögen für Erzeuger und Organisationen zur Bewertung der Einhaltung gesetzlicher Anforderungen.
- Georeferenzierung von Flächen (Punkte und/oder Polygone) direkt vor Ort, vollständige Offline-Fähigkeit.
- Automatische Warnmeldungen zur Sicherstellung der Qualität und Konsistenz der Polygone (z. B. ungültige Formen, überlappende Polygone, übermäßig große oder kleine Flächen).
- Bearbeitung der Polygone in der Webkonsole, um präzise Anpassungen der vor Ort erfassten Daten zu ermöglichen.
- Räumliche Analysen in Bezug auf Naturschutzgebiete.
- Analyse der Entwaldung durch Integration des Tools „What’s in that Plot“ der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) über eine API.
- Konfliktlösungsmechanismen (zur Behebung von falsch-positiven oder falsch-negativen Ergebnissen) durch Einreichung zusätzlicher Beweise oder Belege (z. B. Fotos, Rechtsdokumente).
- Pilotprojekte mit zwei Kaffeeerzeugerorganisationen durchgeführt.
- Auf 10.744 Parzellen wurden Geodaten erfasst, wobei weniger als 1 % ein hohes Entwaldungsrisiko aufweisen. Derzeit wird daran gearbeitet, falsch-positive Ergebnisse zu identifizieren und den tatsächlichen Status dieser Parzellen zu ermitteln.
- Mögliche Pilotmaßnahme zur Verbesserung der Entwaldungsrisikoanalyse mit aktualisierten nationalen Kaffeekarten.
- Zusammenarbeit mit dem GEOS-EUDR-Projekt des Thünen-Instituts zur Überprüfung und Verbesserung der angewandten Methodik zur Entwaldungsrisikoanalyse.
- Mitwirkung an der Abstimmung der aktuellen EUDR-Arbeitsstränge in Mexiko unter der Leitung von GIZ und SADER.
- Kartierung der Akteure im Kaffee- und Kakaosektor in Chiapas.
- Befragungen institutioneller Akteure und Beteiligter entlang der Kaffee- und Kakao-Wertschöpfungsketten zu ihrem Schulungsbedarf.
- Online- und Präsenz-Workshops mit Erzeugerorganisationen in Chiapas (INCAFECH), um eine regionale Anlaufstelle für EUDR-Schulungen zu etablieren und so den dauerhaften Wissenstransfer nach Projektabschluss sicherzustellen.
- Sozialer Inklusionsplan für die Schulung von Multiplikatoren, Handbuch zur Kapazitätsentwicklung sowie Schulungsmaterialien entwickelt.
- Schulungen für Multiplikatoren
- 26.05. EUDR-Anforderungen, Agrarökologie und Nachhaltigkeit
- 26.06. Gender, Jugend und Technologie
- 26.09. Rückverfolgbarkeit, Märkte und digitale Arbeitsinstrumente
- 26.10. Klimaresiliente Produktion
Letzte Aktualisierung:
09/2026
Weiterführende Links
Relationen zum Projekt
Legende:
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