Internationale Initiative zum Ausstieg aus Schwefelhexafluorid im Stromsektor (Phase-Out SF6)
SF6 ist das stärkste bekannte Treibhausgas, seine Emissionen wurden im internationalen Klimaschutz jedoch bislang kaum berücksichtigt. Hauptquelle sind gasisolierte Schaltanlagen der Strominfrastruktur. Durch den Netzausbau, insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern, könnten die Emissionen deutlich steigen. Das Projekt unterstützt daher den Aufbau einer internationalen Initiative zu SF6 im Stromsektor. Es analysiert Technologien und Finanzierungsoptionen, bewertet nationale Rahmenbedingungen und pilotiert gemeinsam mit der Weltbank und Netzbetreibern Maßnahmen zur Emissionsminderung. Dazu zählen die Erstellung von SF6-Inventaren, die Vermeidung von Leckagen und der Einsatz alternativer Technologien. Das Projekt baut ein Netzwerk auf, um Schlüsselakteure zu mobilisieren und dabei zu unterstützen, voneinander zu lernen und Wissen auszutauschen. Es berät Regierungen zur Aufnahme von SF6 in nationale Strategien, Monitoring-Verbesserung, Emissionsminderung und SF6-Ausstieg.
- IKI Förderung
- 3.000.000,00 €
- Laufzeit
- 11/2023 bis 06/2028
- Status
- laufend
- Durchführungs -organisation
- Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
- Durchführungspartner
-
- Perspectives Climate Group GmbH
Stand der Umsetzung/Ergebnisse
- Das Projekt erarbeitete zunächst quantitative und qualitative Daten als erforderliche Informationsgrundlage:
- Die globalen Szenarien zeigen die Gefahr eines steilen Anstiegs von SF6-Emissionen, falls keine zusätzlichen Anstrengungen unternommen werden: Verzehnfachung des SF6-Bestands bis 2100, Verfünffachung der SF6-Emissionen auf über 40 kt/Jahr bis 2050 und zusätzliche Verdoppelung bis 2100). Ein weltweiter Ausstieg aus SF6 im Neubau sowie Maßnahmen im Bestand bergen erhebliches Potential zur Reduzierung von Emissionen.
- Diese Zahlen belegen, dass politisches Handeln dringend geboten ist, um doppelten „Lock-In“ von Emissionen (zunächst Jahrzehnte in der verbauten Infrastruktur, sodann Jahrhunderte in der Atmosphäre) zu vermeiden.
- Die regionale Betrachtung der Daten macht deutlich, dass angesichts heutiger Emissionen und des künftigen Ausbaus der Strominfrastruktur Asien für SF6-Minderung besonders relevant ist – und dort vor allem die großen Schwellenländer.
- Diese Analyse unterstreicht die Relevanz einer internationalen Initiative zu SF6, um Entwicklungs- und Schwellenländer dabei zu unterstützen, aktuelle Emissionen zu senken und künftige Emissionen zu vermeiden. Ein erster Schritt dafür ist die Erarbeitung länderspezifischer Informationen mit Partnerregierungen, damit diese die Herkunft ihrer Emissionen, sowie Vermeidungsmöglichkeiten und -kosten kennen.
- Die meisten Länder haben bislang ihr Potential zur Vermeidung von SF6-Emissionen kaum ausgeschöpft, sind jedoch interessiert an der Entwicklung künftiger Maßnahmen und internationaler Kooperation, und haben teils schon erste Maßnahmen eingeleitet, z. B. zur Erstellung von SF6-Inventaren.
- Zur Reduzierung von SF6-Emissionen könnten je nach Fallgestaltung nationale Regulierung, Klimafinanzierung oder Kohlenstoffmärkte zum Einsatz kommen.
- Mit der Weltbank wurde eine IKI-Kooperation begonnen zur Pilotierung von SF6-Emissionsminderungen mit Netzbetreibern.
- Auf der COP29 Veranstaltung zur Finanzierung von SF6-Minderung durchgeführt um die Optionen für Kohlenstoffmarktmechanismen Ländern vorzustellen, die an entsprechenden Zertifikaten interessiert sind.
Letzte Aktualisierung:
07/2026
Relationen zum Projekt
Legende:
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