26.10.2026

Deutschland mobilisiert private Mittel für den weltweiten Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen

Gezielte Unterstützung für Großschutzgebiete in Afrika, internationale Insektenforschung sowie biologische Vielfalt und Landschaftspflege.

Anlässlich der 17. UN-Biodiversitätskonferenz (CBD COP 17) hat Deutschland weitere Unterstützung für den weltweiten Naturschutz und die Wiederherstellung von Naturräumen angekündigt. Mit dem Globalen Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal (GBF) hat sich die Weltgemeinschaft konkrete globale Ziele für die Erhaltung, nachhaltige Nutzung und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt bis 2030 gesetzt. Diese Verpflichtungen müssen nun erfüllt werden. Mit seinen Zusagen sichert Deutschland die langfristige Erhaltung bedeutender Naturlandschaften und Schutzgebiete, die Wiederherstellung von Lebensräumen sowie den Schutz gefährdeter Arten. Die Finanzierung unterstützt zudem Länder bei der Umsetzung ihrer Nationalen Strategien und Aktionspläne zur biologischen Vielfalt (NBSAPs). Dies zeigt, dass Deutschland weiterhin ein verlässlicher internationaler Partner und ein Schlüsselakteur bei der Finanzierung des Biodiversitätsschutzes ist. Die UN-Biodiversitätskonferenz findet noch bis zum 30. Oktober 2026 in Jerewan, Armenien, statt.

Ein Mann mit kurzem Haar und Brille steht in einem modernen Innenraum. Er trägt einen dunkelblauen Anzug, ein weißes Hemd und eine gestreifte Krawatte. Seine Hände sind vor dem Körper verschränkt. Im Hintergrund sind unscharfe, farbige Wandflächen und eine große, helle Wand sichtbar.
Naturschutz ist eine Menschheitsaufgabe. In Deutschland tragen wir hierfür eine doppelte Verantwortung – national wie international. Die Länder mit der größten biologischen Vielfalt liegen im Globalen Süden. Völlig zu Recht erwarten diese Staaten von uns, dass wir sie bei dieser Aufgabe auch in Zukunft nicht alleine lassen, denn auch wir sind auf eine intakte Natur angewiesen. Unsere Finanzierungszusagen bieten unseren Partnerländern konkrete Unterstützung für ihre Naturschutzprioritäten – in der Politikgestaltung, der Planung, der Forschung und der Umsetzung.
Bundesumweltminister Carsten Schneider

Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan stellte fest: „Die artenreichsten Regionen der Erde liegen im Globalen Süden – den Partnerländern des Bundesentwicklungsministeriums. Gemeinsam mit diesen Ländern arbeiten wir daran, die biologische Vielfalt zu bewahren und lebenswichtige natürliche Ressourcen wie sauberes Wasser und fruchtbare Böden zu schützen. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Menschen, einschließlich der Stärkung der Rechte und der Teilhabe indigener Völker und lokaler Gemeinschaften. Nur so können wir die Natur weltweit langfristig als Grundlage für unsere Nahrungsmittelversorgung, unseren Wohlstand und unsere Sicherheit erhalten.“

Anlässlich der UN-Biodiversitätskonferenz hat die Bundesregierung die Bereitstellung folgender Finanzmittel angekündigt:

Legacy Landscapes Fund: Unter Einbindung von Zusagen privater Stiftungen hat Deutschland ein öffentlich-privates Finanzpaket in Höhe von 300 Millionen US-Dollar für den Legacy Landscapes Fund geschnürt. Die öffentliche Hand steuert zu diesem Betrag 100 Millionen US-Dollar aus der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums sowie aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Förderbank KfW bei. Die Stiftungen verdreifachen diesen Betrag. Der Legacy Landscapes Fund wird die Mittel gezielt in den Schutz global wichtiger Schutzgebiete in Afrika leiten.

Global Biodiversity Framework Fund (GBFF): Deutschland stockt den GBFF um weitere 50 Millionen Euro aus Mitteln der IKI auf. Der GBFF wurde in Rekordzeit unter dem Dach der Globalen Umweltfazilität (GEF) mit dem Ziel eingerichtet, die Umsetzung des Globalen Biodiversitätsrahmens (GBF) zu unterstützen. So wurden mit den Finanzmitteln neben der Wiederherstellung von Ökosystemen und der Integration von Biodiversität in Sektoren wie Landwirtschaft, Fischerei und Infrastruktur bereits Naturschutzgebiete unterstützt, deren Fläche größer ist als die gesamte Bundesrepublik Deutschland. Zudem wurde dazu beigetragen, CO2-Emissionen einzusparen, die dem Ausstoß von 67 Millionen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor entsprechen. Die dritte Einzahlung der Bundesregierung in den GBFF wird die Auswahl neuer Projekte ermöglichen und bekräftigt damit nachdrücklich das Engagement Deutschlands für multilaterale Finanzierungsstrukturen.

Unterstützung für NBSAPs via UNDP: Der Beitrag des Bundesumweltministeriums in Höhe von 20 Millionen Euro aus IKI-Mitteln an das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) unterstützt Partnerländer bei der Umsetzung ihrer Nationalen Strategien und Aktionspläne zur biologischen Vielfalt (NBSAPs). Das Geld wird direkt in den Bereichen eingesetzt, für die Unterstützung angefordert wurde. Der Fokus liegt dabei auf besonders ambitionierten Länderanfragen im Rahmen der NBSAP Accelerator Partnership.

Nature Investment Facility (UNDP): Über die IKI hat Deutschland zudem 15 Millionen Euro für die Nature Investment Facility des UNDP bereitgestellt. Diese zielt darauf ab, private Investitionen für den Schutz wertvoller Naturlandschaften, beispielsweise in Asien, zu mobilisieren und neue Projektpipelines in Lateinamerika und Afrika aufzubauen. Ziel ist es, mehr privates Kapital für den Naturschutz zu gewinnen und so die Finanzierungsbasis langfristig zu stärken.

Naturschutzfonds Ukraine: Ebenfalls über die IKI setzt sich Deutschland für die Einrichtung eines Naturschutzfonds in der Ukraine ein, um zum Schutz und Erhalt der europäischen Urwälder beizutragen. Hierfür werden 10 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, Schutzgebiete und wichtige Pufferzonen in den Karpaten dauerhaft zu sichern, wie etwa das UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“.

Insektenforschung (icipe): Darüber hinaus trägt das BMZ finanzielle Mittel zum International Centre of Insect Physiology and Ecology (icipe) für die Forschung zur Unterstützung von bestäubenden Insekten bei. Neben der Wildflora sind auch viele Nutzpflanzen auf diese Insekten angewiesen. Sie sind daher nicht nur wichtig für den Erhalt der biologischen Vielfalt und die Ernährungssicherung, sondern auch unerlässlich für die Landwirtschaft und damit für die Einkommenssicherung von Kleinbäuerinnen und -bauern.

Die Finanzierung des Bundesumweltministeriums hilft zudem Delegierten aus Entwicklungsländern sowie Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft – insbesondere indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften, Frauen und Jugendlichen –, an den CBD-Verhandlungen sowie an vorbereitenden Treffen und Veranstaltungen teilzunehmen.

Deutschland setzt sich dafür ein, die internationale Zusammenarbeit beim Schutz der biologischen Vielfalt zu stärken. Die derzeit stattfindende UN-Biodiversitätskonferenz COP 17 bietet die Gelegenheit, unsere gemeinsame Verantwortung in konkretes Handeln umzusetzen.

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