CBD COP17
Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) auf der CBD COP17 in Eriwan, Armenien (19. bis 30. Oktober 2026)
Die 17. Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD COP17) ist ein entscheidender Moment in der globalen Anstrengung, die ambitionierten Ziele des Globalen Biodiversitätsrahmens von Kunming-Montreal umzusetzen und damit die Biodiversitätskrise zu bewältigen.
Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) ist das weitreichendste völkerrechtlich verbindliche Naturschutzabkommen der Welt. 196 Staaten haben es unterzeichnet und sich damit verpflichtet, die biologische Vielfalt zu schützen und die natürlichen Ressourcen so zu nutzen, dass sie auch für künftige Generationen erhalten bleiben. Höchste politische Entscheidungsinstanz ist die Vertragsstaatenkonferenz (Conference of the Parties, COP), auf der die Länder alle zwei Jahre zusammenkommen, um neue Beschlüsse zu fassen.
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Wichtige Initiativen mit IKI-Beteiligung
Worum es bei der COP17 geht
Im Fokus von CBD COP 17 steht die Umsetzung des Kunming-Montreal Global Biodiversity Framework (GBF) – des internationalen Fahrplans für den Artenschutz bis 2030. Erstmals wird dabei der kollektive Umsetzungsstand des GBF ausgewertet: Der aus dieser Fortschrittsmessung (Global Review) entstehende Globale Bericht (Global Report), der auf der CBD COP 17 veröffentlicht wird, legt dar, wo die Weltgemeinschaft steht und wo sie nachsteuern muss. Hierfür wurde die Umsetzung der nationalen Biodiversitätsstrategien (National Biodiversity Strategies and Action Plans, NBSAPs), die eingereichten Nationalberichte und weitere relevante Berichte und Quellen systematisch unter die Lupe genommen: Was haben die Länder konkret beschlossen, und setzen sie diese Beschlüsse tatsächlich um? Und welche Beiträge leisten nichtstaatliche Akteure zur Umsetzung des GBF?
Die CBD COP17 ist damit die erste große Bestandsaufnahme: Ist die Weltgemeinschaft auf einem Kurs, der die Ziele bis 2030 realistisch erreichbar macht?
Der Erstentwurf des Globalen Berichts schlussfolgert, dass die Weltgemeinschaft beispiellose Maßnahmen ergriffen hat, ohne weitere Bemühungen die Ziele bis 2030 aber verfehlen wird. Der Bericht benennt als Gründe: zu geringe Ambition, eine zu langsame Umsetzung, unzureichende Mittel.
Natur schützt uns – wenn wir sie schützen.
Im Zentrum der Verhandlungen auf der CBD COP17 steht die Einigung auf den sogenannten „Yerevan Pathway“ – einem Programm konkreter Schritte, um die Umsetzung zu beschleunigen. Diese umfassen Maßnahmen in fünf Bereichen: höhere Ambition und schnellere Umsetzung, besserer Zugang und Verfügbarkeit zu den Mitteln für die Umsetzung, stärkere Koordinierung innerhalb der Regierungen, engere Einbindung der Zivilgesellschaft sowie verbessertes Monitoring und Berichterstattung.
Neben diesem Hauptstrang stehen weitere Themen auf der 30 Punkte starken Agenda. Dazu gehören die Stärkung der Synergien – sowohl zwischen den Rio-Konventionen als auch zwischen Klima und biologischer Vielfalt – und die Operationalisierung des neuen Nebenorgans zu indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften (indigenous peoples and local communities, IPLCs). Letztes schließt auch die Stärkung ihrer vollen und effektiven Beteiligung in der CBD ein. Beide Themen spielten auch auf der letzten Konferenz im Jahr 2024 in Kolumbien eine zentrale Rolle.
Natur schützt uns – wenn wir sie schützen. Wir Menschen brauchen Insekten, die unsere Nutzpflanzen bestäuben, Böden, auf denen unsere Lebensmittel wachsen, und Auen, die bei Hochwasser Wasser zurückhalten. In Eriwan geht es deshalb um unsere Lebensgrundlagen. Die Weltgemeinschaft hat versprochen, den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2030 zu stoppen und die Erholung der Natur einzuleiten. Jetzt müssen wir zeigen, dass aus diesem Versprechen Wirklichkeit wird. Die Weltgemeinschaft hat Fortschritte gemacht, zum Beispiel bei der Ausweisung von Schutzgebieten oder der Wiederherstellung von Ökosystemen. Nur sind wir bei weitem nicht da wo wir sein müssten. Jetzt gilt es, schneller zu werden, um die gemeinsamen Ziele noch zu erreichen.
Wie Deutschland dazu beiträgt: IKI-Projekte weltweit
Deutschland will bei der COP17 die Umsetzung des GBF aktiv voranbringen: Die Bundesregierung verhandelt international mit und hilft anderen Ländern, ihre Verpflichtungen einzulösen. Ein wichtiges Instrument dafür ist die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI). Über sie fördert Deutschland Projekte rund um den Globus, die in den Partnerländern den Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt stärken, die Umsetzung des GBF vorantreiben und zugleich die globalen Klimaziele unterstützen.
Biodiversität und Klima gemeinsam schützen
Die IKI fördert Projekte, die gleich an mehreren Fronten ansetzen: Sie schützen die biologische Vielfalt, helfen Ökosysteme, sich an den Klimawandel anzupassen, und tragen dazu bei, Treibhausgasemissionen zu senken. Dazu gehört unter anderem die Wiederherstellung von Landschaften, die zugleich Kohlenstoff binden und Lebensraum für bedrohte Arten bieten – etwa Feuchtgebiete, darunter Moore, die wieder vernässt werden, oder Wälder, die aufgeforstet werden. Ebenso unterstützt die IKI eine nachhaltige Landnutzung, die den Erhalt der biologischen Vielfalt und die Verringerung von Treibhausgasemissionen in einem Projekt verbindet.
Ein zentrales Werkzeug dafür sind die sogenannten naturbasierten Lösungen (Nature-based Solutions, NbS): Maßnahmen, die die Kraft der Natur nutzen, um Klimawandel und Biodiversitätsverlust gleichzeitig anzugehen. Konkret beschreibt die Umweltversammlung der Vereinten Nationen (United Nations Environment Assembly, UNEA) sie in ihrer Resolution 5.2 als Maßnahmen zum Schutz, zur Erhaltung, Wiederherstellung, nachhaltigen Nutzung und Bewirtschaftung natürlicher oder veränderter Ökosysteme, die soziale, wirtschaftliche und ökologische Herausforderungen wirksam und anpassungsfähig angehen und gleichzeitig Biodiversität und menschliches Wohlergehen fördern.
Je nachdem, welches Ziel im Vordergrund steht, unterscheidet man zwei Hauptrichtungen. Steht die Anpassung an die Folgen des Klimawandels im Vordergrund, spricht man von „NbS for Adaptation", der ökosystembasierten Anpassung (Ecosystem-based Adaptation, EbA). Ein Beispiel: der Schutz und die Aufforstung von Mangrovenwäldern an Küsten, die durch Sturmfluten und Stürme bedroht sind. Steht die Minderung von Treibhausgasen im Fokus, spricht man von „NbS for climate change mitigation". Ein Beispiel: die Wiederherstellung von Wäldern oder die Vernässung von Feuchtgebieten, darunter Moore, um Kohlenstoff dauerhaft zu speichern.
IKI-Leuchtturmprojekte
- Entwicklung klimaresistenter Ökosysteme entlang der Ostatlantischen Zugroute
- Nutzung karibischer Feuchtgebiete zur Eindämmung des Klimawandels und zur Erhaltung ihrer Ökosystemleistungen
- Living Lakes - Strategien zum Schutz der biologischen Vielfalt aquatischer Ökosysteme
- Sicherung wichtiger Biodiversitäts-, Kohlenstoff- und Wasserspeicher in den Mooren des Kongobeckens durch die Ermöglichung evidenzbasierter Entscheidungsfindung und guter Regierungsführung
- Die Stärkung der Blue Economy im Westindischen Ozean
- Grenzüberschreitender Schutz und nachhaltige Bewirtschaftung der Meeres- und Küstenregion in Kwale, Kenia und Tanga, Tansania
- Globaler Navigator naturbasierter Lösungen
Genau diese Verknüpfung von Klimaschutz und Biodiversitätsschutz macht naturbasierte Lösungen so wirkungsvoll: Sie tragen dazu bei, die Ziele des GBF und des Pariser Klimaschutzabkommens gemeinsam zu erreichen – und stärken zugleich die nachhaltige Entwicklung in den Partnerländern.
Indigene Völker und lokale Gemeinschaften unterstützen
Viele indigene Völker und lokale Gemeinschaften bewahren ihre Lebensräume seit Generationen. Ihr traditionelles Wissen und die Methoden, mit denen sie ihre Gebiete schützen und bewirtschaften, werden zunehmend anerkannt. Die Artenvielfalt zu bewahren und Ökosysteme wiederherzustellen wird nur gelingen, wenn IPLCs als gleichberechtigte Akteurinnen und Akteure beim Naturschutz und bei der nachhaltigen Nutzung der Biodiversität mitgestalten. Nach der Einführung des Nebenorgans zu IPLCS auf der letzten Konferenz sollen auf der CBD COP17 weitere Fortschritte erreicht werden.
Deutschland setzt sich deshalb dafür ein, die Beiträge von IPLCs zum Biodiversitätserhalt noch stärker anzuerkennen und ihre wirksame und volle Beteiligung bei der Umsetzung der Weltnaturschutzvereinbarung zu stärken und ihren Zugang zu Finanzierung sowie den Bezug zu den Nachhaltigkeitszielen zu gewährleisten.
Die IKI unterstützt IPLCs dabei unter anderem bei ihrer Rolle als zentrale Akteure im Management von Schutzgebieten. Gemeint sind die sogenannten ICCAs – Territorien und Gebiete, die von indigenen Völkern und lokalen Gemeinschaften selbst geschützt und bewirtschaftet werden (territories and areas conserved by indigenous peoples and local communities). Diese Flächen machen etwa 32 Prozent der globalen Landfläche aus und umfassen mindestens 36 Prozent der biologisch vielfältigsten Gebiete der Welt. Diese Gebiete sind häufig besser erhalten als vergleichbare Flächen unter staatlicher Verwaltung.
IKI-Leuchtturmprojekte
- Global ICCA Support Initiative 30 x 30
- Transformative Wege: Führung und Ausweitung von Schutz und nachhaltiger Nutzung der Biodiversität durch indigene Völker und lokale Gemeinschaften
- Lebendige Landschaften Amazoniens: Co-Management in indigenen kommunalen Reservaten für die effektive Erhaltung, den Schutz und die Wiederherstellung von Amazonasgebieten
- Die Stärkung der Blue Economy im Westindischen Ozean
Überblick: Events mit IKI-Bezug auf der CBD COP17
Mit diesem Kalender geben wir einen Überblick über Events mit IKI-Bezug, die auf der CBD COP17 stattfinden. Der Kalender wird ständig erweitert, es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Die Organisatoren sind für die bereitgestellten Informationen verantwortlich.
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Dienstag 20 Oktober 2026
Connecting Knowledge and Data to Strengthen National Implementation, Monitoring and Reporting of the Global Biodiversity Framework
Join us at CBD COP-17 on 20 October to see how tools, technical support and peer learning can strengthen national biodiversity monitoring.
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Dienstag 20 Oktober 2026
30x30 in Action: Connecting Communities to Strengthen Ocean Conservation in the Southeast Pacific through RAMPAS”
Strengthening Southeast Pacific ocean conservation through regional connectivity, community links, and integration of traditional and local knowledge.
20.10.2026 - vor Ort in Yerevan Details 30x30 in Action: Connecting Communities to Strengthen Ocean Conservation in the Southeast Pacific through RAMPAS” -
Dienstag 20 Oktober 2026
Dialogue on the Yerevan Biodiversity Finance Challenge
A strategic discussion on practical pathways to implement KMGBF Targets 18 and 19 through the upcoming Yerevan Biodiversity Finance Challenge.
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Dienstag 20 Oktober 2026
Enabling Nature-based Solutions for Global Biodiversity Framework action and reporting: Launch of the Global NbS Navigator
From commitments to delivery: Learn how the Global NbS Navigator project will help countries plan, track, finance and report NbS for the GBF
20.10.2026 - online und vor Ort in Yerevan, Armenia Details Enabling Nature-based Solutions for Global Biodiversity Framework action and reporting: Launch of the Global NbS Navigator -
Dienstag 20 Oktober 2026
RAMPAS: Regional Cooperation for Ocean Health: Bridging Science, Policy, and Finance for Effective Conservation.
Regional cooperation can transform global biodiversity commitments into coordinated actions
20.10.2026 - vor Ort in Yerevan Details RAMPAS: Regional Cooperation for Ocean Health: Bridging Science, Policy, and Finance for Effective Conservation.
IKI-Förderung
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