02.09.2026

Eine sonnige Zukunft: saubere Energie im ländlichen Kenia

Zwei Personen installieren ein großes Solarpanel im Freien bei hellem Tageslicht

Mit Unterstützung von Deutschlands Internationaler Klimaschutzinitiative (IKI) haben die Bewohnerinnen und Bewohner eines abgelegenen Dorfes in Kenia nun Zugang zu sauberer Energie und Wasser.

Im abgelegenen, trockenen Garissa County im Nordosten Kenias liegt das Dorf Elan – eine kleine Siedlung, umgeben von kargen Landschaften, in denen sich über weite Strecken kaum Vegetation findet. Früher kehrte mit Einbruch der Nacht schlagartig Stille ein. Heute jedoch beginnen sanfte Solarlichter zu leuchten, sobald sich der Himmel indigoblau färbt. Die Dunkelheit, die einst den Alltag bestimmte, weicht allmählich Licht, Sicherheit und neuen Möglichkeiten.

Diese Lichter stehen für den Wandel, den die Unterstützung des IKI Small Grants Programms ermöglicht hat. Das Programm unterstützt lokale Organisationen weltweit dabei, Klima- und Biodiversitätslösungen in konkrete Verbesserungen für die Menschen vor Ort umzusetzen.

Frau mit rotem Kopftuch vor unscharfem Hintergrund
Elan hat endlich Strom. Das ist ein sehr glücklicher Moment für uns.
Habon Sambur Gaboy, Bewohnerin von Elan

Habons Kinder können nun auch nach Einbruch der Dunkelheit lernen. Sie und andere in Elan Lebende – vor allem Frauen – können zudem einfacher Wasser holen.

Von der Dunkelheit zu neuen Chancen

Der Bezirk Elan in Kenia besteht größtenteils aus rauen, trockenen Landschaften.

Mehr als ein Drittel der kenianischen Bevölkerung, insbesondere in ländlichen Gebieten, lebt ohne Stromversorgung. Besonders ausgeprägt ist diese Herausforderung im Garissa County, wo nur wenige Menschen Zugang zu Elektrizität haben. Die unzureichende Versorgung verschärft weitere Probleme wie Ernährungsunsicherheit, Wasserknappheit und Klimarisiken, die den Alltag der Personen erheblich beeinträchtigen.

Im Jahr 2021 sagte die lokale Organisation Power Shift Africa ihre Unterstützung für den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Energieversorgung zu. Mit finanzieller Unterstützung der IKI im Rahmen ihrer IKI Small Grants startete die Organisation ein Projekt, das den Klimawandel bekämpfen und die Energieversorgung in Kenia verbessern soll. IKI Small Grants unterstützt lokale Organisationen dabei, Ideen in konkrete Maßnahmen und Lösungsansätze in tatsächliche Veränderungen umzusetzen – zum Wohl der Menschen und unseres Planeten.

Auf Grundlage ihrer Kenntnisse der örtlichen Gegebenheiten entwickelte die Organisation gemeinsam mit den Gemeinden praxisnahe Lösungen, die auf die Bedürfnisse der Bevölkerung im Alltag zugeschnitten sind. Fatuma Hussein, die Programmmanagerin, stellte fest, dass insbesondere Frauen und Kinder gefährdet sind. Sie sind nachts unsicheren Bedingungen ausgesetzt, haben weniger Zeit zum Lernen und nur eingeschränkten Zugang zu grundlegenden Leistungen wie Energieversorgung, Bildung und Gesundheitsversorgung.

1.500 Menschen

profitieren heute von neu installierten Solar-Mini-Grids und einem Wasserpumpensystem, die ihren Alltag erleichtern.

Die Gemeinschaft im Mittelpunkt

Die Bevölkerung freut sich über die helleren Wohnungen, die nun an das Stromnetz angeschlossen sind.

Das Projekt hat den Zugang zu erneuerbaren Energien und die entsprechenden Kapazitäten im gesamten County deutlich ausgebaut. Durch den Aufbau kleiner Stromnetze und den Anschluss von 275 Haushalten konnte die Gemeinde mit Licht versorgt und die Abhängigkeit von CO₂-intensiven Energiequellen verringert werden. Entscheidend war dabei, die Gemeinschaft von Anfang an in den Mittelpunkt zu stellen: Die Bevölkerung vor Ort wirkte an der Entwicklung und Umsetzung der Lösungen mit. So ließ sich sicherstellen, dass die Infrastruktur ihren tatsächlichen Bedürfnissen entspricht und vor Ort genutzt und verwaltet werden kann. Gleichzeitig trugen die Beteiligung und eine inklusive Energieplanung dazu bei, dass auch Menschen von der Energiewende profitieren, die bei solchen Entwicklungen häufig zu wenig berücksichtigt werden.

Dieser Ansatz ist entscheidend für eine langfristige Wirkung. Denn statt lediglich Infrastruktur bereitzustellen, stärkt das Projekt die Fähigkeit der Personen, Lösungen für ihre Gemeinden selbst mitzugestalten und dauerhaft aufrechtzuerhalten. Die Auswirkungen gehen weit über den Zugang zu Strom hinaus. Solarbetriebene Straßenbeleuchtung ermöglicht es den Menschen, sich nach Einbruch der Dunkelheit sicherer zu bewegen. Sie können beispielsweise Besorgungen erledigen, während Geschäfte länger geöffnet bleiben können. Auch der verbesserte Zugang zu Wasser erspart den Bewohnerinnen und Bewohnern lange Wege. Dadurch bleibt Familien mehr Zeit für Bildung, den Lebensunterhalt und andere wichtige Aktivitäten.

Ein Modell für wirksamen Klimaschutz

Die Erfahrungen aus Elan zeigen, dass Klimaschutz unmittelbar spürbare und praktische Verbesserungen für die Menschen vor Ort bewirken kann. Erneuerbare Energien verringern die Abhängigkeit von CO₂-intensiven Energiequellen und verbessern zugleich den Zugang zu grundlegenden Leistungen. Für andere Projekte und Entscheidungtragende lässt sich daraus eine wichtige Erkenntnis ableiten: 

Saubere Energielösungen entfalten besonders dann eine langfristige Wirkung, wenn die Gemeinschaft nicht nur von ihnen profitiert, sondern auch als aktiver Partner an ihrer Planung und Umsetzung beteiligt ist.

Ebenso wichtig ist es, lokale Organisationen so zu stärken, dass sie die Arbeit eigenständig weiterführen können. In Elan wird die lokale Organisation ihre Bemühungen fortsetzen, Kompetenzen vor Ort auszubauen und klimafreundliche Energielösungen zu fördern. So sollen weitere Gemeinden in Kenia dabei unterstützt werden, eine sauberere, inklusivere und widerstandsfähigere Zukunft zu gestalten.

Dank des IKI-Projekts hat sich das Leben von Habon Sambur Gaboy und ihrer Gemeinschaft in Elan durch saubere Energie, einen besseren Zugang zu Wasser und neue Chancen nachhaltig verbessert. Vor allem aber zeigt das Projekt, was möglich ist, wenn Menschen vor Ort dazu befähigt werden, die Lösungen für ihre eigene Zukunft aktiv mitzugestalten.

Über IKI Small Grants

IKI Small Grants unterstützt lokale Lösungen für wirksamen Klima- und Biodiversitätsschutz. Das Programm ist Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) und wird vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) beauftragt. IKI Small Grants fördert Bottom-up-Lösungen und stärkt gleichzeitig lokale Akteurinnen und Akteure. Es wird durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH umgesetzt.

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