26.09.2026

Kreislaufwirtschaft in Mosambik: Aufbau einer nachhaltigen Infrastruktur

Gruppe von Personen mit Schutzhelmen und Warnwesten bei der Grundsteinlegung einer Abfallverwertungsanlage in Mosambik, eine Person verteilt Zement auf einem Stein
Faruk Nuro, Präsident des Gemeinderats von Nacala-Porto, legt den Grundstein für die Wertstoffverwertungsanlage

Eine neue Anlage zur Wertstoffrückgewinnung in Nacala-Porto wird das Recycling verbessern, wirtschaftliche Chancen schaffen und zu besseren Lebensbedingungen für die lokalen Gemeinschaften beitragen.

Im September 2026 haben im Stadtteil Mathapué von Nacala-Porto die Bauarbeiten für eine neue Anlage zur Wertstoffrückgewinnung (Material Recovery Facility) begonnen. Mit der Grundsteinlegung geht die erste Investition im Rahmen des Nationalen Programms für nachhaltiges Abfallmanagement (ValoRe-Programm) in die Bauphase. Damit werden die Pläne für eine verbesserte Abfallbewirtschaftung, Wertstoffrückgewinnung und Recycling in konkrete Infrastruktur umgesetzt.

Die Anlage zur Wertstoffrückgewinnung soll nach ihrer Inbetriebnahme rund 200 Tonnen Materialien pro Quartal verarbeiten und zurückgewinnen können.

Sie ist Teil eines umfassenderen Vorhabens zur Stärkung des integrierten Abfallmanagementsystems von Nacala-Porto und soll neue Möglichkeiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette schaffen – von der Sammlung und Sortierung bis zur Rückgewinnung und zum Recycling.

Die Fertigstellung der Bauarbeiten ist derzeit für Mai 2027 vorgesehen.

Grundlagen für ein integriertes System schaffen

Die Anlage zur Wertstoffrückgewinnung ist die erste von mehreren Infrastrukturinvestitionen, die im Rahmen von ValoRe für Nacala-Porto geplant sind. Der erste Schritt umfasst die Anlage und die dazugehörige Infrastruktur, der nächste Schritt sieht den Bau einer Deponie und eines Kompostierungszentrums vor.

Gemeinsam sollen diese Investitionen die infrastrukturelle Grundlage für das künftige integrierte Abfallmanagementsystem der Kommune bilden.

Für die schnell wachsende Stadt, deren städtische Dienstleistungen zunehmend unter Druck stehen, soll die Investition zugleich neue wirtschaftliche Chancen eröffnen. Die Stadtverwaltung von Nacala-Porto sieht in einem verbesserten Abfallmanagement die Möglichkeit, Recycling und Wertstoffrückgewinnung auszubauen und gleichzeitig die Voraussetzungen für Arbeitsplätze, Einkommen und die Entstehung kleiner Unternehmen zu schaffen.

Die Grundsteinlegung ist mehr als der Beginn eines Projekts; sie steht für eine neue Sichtweise auf eine der großen Herausforderungen unserer Stadt. Wir wollen Recycling fördern, Abfällen einen höheren Wert geben und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass daraus Arbeitsplätze, Einkommen und kleine Unternehmen entstehen.
Faruk Nuro, Präsident des Stadtrats von Nacala-Porto

Neue Perspektiven vor Ort

Für die Bewohnerinnen und Bewohner von Mathapué, wo die neue Infrastruktur entsteht, ist das Projekt eng mit der Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen und neue wirtschaftliche Möglichkeiten verbunden.

Die Menschen in Mathapué freuen sich auf bessere Lebensbedingungen, wenn die Deponie fertiggestellt ist und Recyclingangebote beginnen. Tatsächlich hatte ich gehofft, dass die Arbeiten schon heute abgeschlossen sein würden, damit wir davon profitieren können.
Anlawe Khirina, Stadtteilsekretärin

Die Aussagen machen zugleich deutlich, wie wichtig die Vorbereitung auf die Zeit nach Abschluss der Bauarbeiten ist. Neben der Fertigstellung der Infrastruktur braucht es ein Betriebsmodell, das einen effizienten und langfristig nachhaltigen Betrieb der Anlagen ermöglicht.

Vorbereitung auf einen nachhaltigen Betrieb

Für Enabel, einen der Umsetzungspartner von ValoRe, laufen die Vorbereitungen für den künftigen Betrieb der Anlage bereits.

Wir arbeiten von Beginn an gemeinsam mit der Stadtverwaltung daran, zu überlegen, wie das Zentrum langfristig nachhaltig betrieben werden kann. Die Prüfung öffentlich-privater Partnerschaften ist Teil dieser Arbeit und kann dazu beitragen, ein Modell zu entwickeln, das sowohl betrieblich tragfähig als auch wirtschaftlich rentabel ist.
Adriaan Tas, Landesdirektor von Enabel Mosambik

Die geplante Infrastruktur soll das Abfallmanagementsystem von Nacala-Porto mit einem stärker strukturierten Markt für zurückgewonnene Wertstoffe verbinden. Dadurch könnten Möglichkeiten für die Beteiligung des Privatsektors und für neue wirtschaftliche Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette entstehen. Gleichzeitig könnte ein stärker formalisiertes System für Menschen geschaffen werden, die bereits heute in der Abfallsammlung und Wertstoffrückgewinnung tätig sind.

Die nächste Phase

Mit dem Beginn der Bauarbeiten richtet sich der Fokus nicht nur auf die Fertigstellung der neuen Anlage. In den kommenden Monaten werden die Partner auch am Betriebsmodell, an Partnerschaften und an den notwendigen Marktstrukturen arbeiten. 

Ziel ist es, sicherzustellen, dass die Infrastruktur nach ihrer Fertigstellung im Jahr 2027 ein funktionierendes und nachhaltiges System zur Rückgewinnung von Wertstoffen unterstützt.

IKI-Unterstützung für die Mitigation Action Facility

Der Bau der Anlage zur Wertstoffrückgewinnung wird von der Mitigation Action Facility unterstützt. Das multilaterale Förderprogramm stellt technische Unterstützung und Finanzierung bereit, um die Umsetzung ambitionierter Minderungsmaßnahmen zu fördern. Sie treibt die Dekarbonisierung in den drei Schwerpunktsektoren Energie, Verkehr und Industrie voran. Einer ihrer wichtigsten Finanzierungspartner ist die deutsche Bundesregierung, die ihre Unterstützung über die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) bereitstellt.

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