RESTORE+: Adressierung von Waldwiederherstellung auf degradierten Flächen in Indonesien und Brasilien

Obwohl sie für viele Aktivitäten von entscheidender Bedeutung sind, ist die Zugänglichkeit von Kartendaten in Brasilien und Indonesien begrenzt. Dies erschwert die Planung sowie die Mobilisierung finanzieller und institutioneller Ressourcen, die die Festlegung von Ausgangswerten und die Überwachung der Ergebnisse erfordert. Im Zusammenhang mit der Vermeidung von Entwaldung hindert die Datenbeschränkung daran, an Märkten teilzunehmen, die Anreize für nachhaltige Praktiken bieten. Das Projekt stellt Kartierungstechnologien bereit, um Akteur*innen den Zugang zu Daten bei der Planung, Mittelbeschaffung und Umsetzung von Maßnahmen zur Vermeidung von Entwaldung und zur Wiederherstellung geschädigter Wälder und Landschaften zu erleichtern. Zudem liefert das Projekt Erkenntnisse für nationale Politiken und langfristige Strategien, um den Multiplikatorwirkung von qualitativ hochwertigen Kartendaten im Hinblick auf die Steigerung der Kapazitäten für eine nachhaltige Landnutzung zu demonstrieren.

Projektdaten

Länder
Brasilien, Indonesien
IKI Förderung
12.498.171,00 €
Laufzeit
03/2017 bis 12/2028
Status
laufend
Durchführungs -organisation
International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA)
Politischer Partner
  • Brazilian Cooperation Agency (ABC)
  • National Research and Innovation Agency (BRIN) - Indonesia
Durchführungspartner
  • SELPER Brazil
  • World Agroforestry Center (ICRAF)

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Epistem, die zweite Phase des RESTORE+-Projekts in Indonesien, hat in Süd-Sumatra eine Praxisgemeinschaft namens „Karsa Bentala“ gegründet, um sicherzustellen, dass das Projekt den tatsächlichen Bedürfnissen der Nutzer entspricht. Die Gemeinschaft vereint vier staatliche Institutionen – das Plantagenamt, das Forstamt, die Agentur für Sozialforstwirtschaft und die Agentur für regionale Entwicklungsplanung – sowie lokale Akteure, die an naturbasierten Klimalösungen arbeiten. Durch Sensibilisierungsmaßnahmen, technische Workshops und die Erhebung von Felddaten stärken die Partner ihre Kapazitäten im Bereich der satellitengestützten Landschaftsüberwachung und bringen gleichzeitig die Anforderungen der Nutzer direkt in die Entwicklung der Epistem-Tools ein.
  • Luma (Land Use Mapping for All), die erste im Rahmen von Epistem entwickelte Open-Source-Plattform zur Landschaftsüberwachung, ist nun über ihr eigenes Webportal (luma.epistem.io) öffentlich zugänglich. Bei der aktuellen Version handelt es sich um eine Teaser-Version mit eingeschränkter Funktionalität, die durch die fortlaufende gemeinsame Entwicklung weiter ausgereift werden soll. Luma baut auf dem früheren RESTORE+-Ansatz zur Landbedeckungsklassifizierung auf und bietet einen benutzerfreundlichen Arbeitsablauf, der Fachleute durch die Auswahl von Satellitenbildern, die Datenaufbereitung, die Klassifizierung von Landnutzung und Landbedeckung sowie die Kartenvalidierung führt. Das Open-Source-Repository (github.com/…) bietet Zugriff auf die Kartierungsalgorithmen, Referenzdatensätze, Lizenzinformationen und Haftungsausschlüsse, um eine transparente und verantwortungsvolle Nutzung zu gewährleisten.
  • Im Rahmen dieses gemeinsamen Entwicklungsprozesses erarbeiten die Partner drei praxisnahe Fallstudien zu den Themen Überwachung von Renaturierungsmaßnahmen, Ausweitung des Palmölanbaus und Kartierung von Kaffee-Agroforstwirtschaft. Entwicklungsversionen von Luma wurden in allen Hauptmodulen getestet, wodurch strukturierte Nutzererkenntnisse gewonnen wurden, die in die weitere Entwicklung eingeflossen sind. Ein umfassendes technisches Entwurfsdokument definiert die Architektur, die Arbeitsabläufe und die langfristige Roadmap der Plattform. Der Quellcode wurde umstrukturiert, um die Wartbarkeit und Beiträge der Community durch ein versionskontrolliertes Repository zu unterstützen, das von den Konsortialpartnern, darunter die Nationale Forschungs- und Innovationsagentur Indonesiens (BRIN), gemeinsam genutzt wird. Die Zusammenarbeit wird auf Partner in Süd-Sulawesi und Ost-Nusa Tenggara ausgeweitet, um sicherzustellen, dass der Ansatz zur Landschaftsüberwachung in ganz Indonesien relevant ist.
  • In Brasilien hat das Projekt RESTORE+ die erste öffentliche Version einer geografischen Datenbank für das Umweltkataster für den ländlichen Raum (CAR) veröffentlicht, die das gesamte Amazonasgebiet abdeckt. CAR ist das wichtigste System, das die brasilianische Regierung zur Überwachung der Landnutzung auf privaten Grundstücken und zur Durchsetzung des Waldgesetzes einsetzt. Die öffentliche Bereitstellung dieses Datensatzes erhöht die Transparenz und trägt zu einer besseren Überwachung der Entwaldung und der Wiederaufforstung bei. Die Datenbank ist unter zenodo.org/… verfügbar und wird bis zur Veröffentlichung der endgültigen Version im Jahr 2027 weiter ausgebaut und verfeinert.
  • Das Projekt trägt zudem weiterhin zur Stärkung der brasilianischen Kapazitäten zur Waldüberwachung bei, und zwar mithilfe der Open-Source-Software SITS (Satellite Image Time Series Analysis), die gemeinsam mit dem Nationalen Institut für Weltraumforschung (INPE) entwickelt wurde. Eine einsatzfähige Version, mit der die Entwaldung im Amazonasgebiet kartiert werden kann, wurde unter github.com/… veröffentlicht, die Dokumentation dazu findet sich unter e-sensing.github.io/… Eine kürzlich durchgeführte Bewertung ergab eine Übereinstimmung von 95 Prozent zwischen den von SITS erstellten Karten und denen des offiziellen brasilianischen Entwaldungsüberwachungssystems PRODES, was die Zuverlässigkeit des automatisierten Ansatzes belegt.
  • Mithilfe der im Rahmen des Projekts entwickelten Technologien wurden vom INPE und der brasilianischen Agrarforschungsgesellschaft neue Karten zu Landnutzungs- und Landbedeckungsänderungen für die Biome Amazonas und Cerrado erstellt, die unter www.terraclass.gov.br verfügbar sind. Das Projektteam hat zudem einen Datensatz zur langfristigen Landnutzung für das Amazonas-Biom veröffentlicht (zenodo.org/…; Beschreibung unter restore-plus.github.io/…), der die Entwicklung nationaler Treibhausgasemissionsszenarien unterstützt. Parallel dazu laufen Arbeiten zur Anpassung des MagPIE-Landnutzungsmodells an Brasilien, um künftige politische Diskussionen über die Ausweitung der Landwirtschaft, die Wiederaufforstung und langfristige Klimaschutzstrategien zu unterstützen.

Letzte Aktualisierung:
04/2026

Legende:

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