Klimaresilientes Netzwerk von Zugvogelschutzgebieten auf der afrikanisch-eurasischen Flugroute - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Klimaresilientes Netzwerk von Zugvogelschutzgebieten auf der afrikanisch-eurasischen Flugroute

Stand: September 2021

Intakte Feuchtgebiete sind für Zugvögel wichtige Ökosysteme, ohne die sie ihre Wanderungen nicht erfolgreich absolvieren können. Das Projekt entwickelt deshalb gemeinsam mit seinen Partnern ein durchgehendes Netzwerk an Feuchtgebieten. Dabei fokussiert es sich auf international wichtige Gebiete auf der afrikanisch-eurasischen Flugroute. Neben dem Schutz von Ökosystemen für Wasservogelarten steht auch die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit lokaler Gemeinden gegenüber dem Klimawandel im Fokus des Projektes. Das Vorhaben unterstützt mit seiner Arbeit die Umsetzung relevanter Beschlüsse des Abkommens zur Erhaltung der afrikanisch-eurasischen Wasservögel (AEWA). Für die zielgerichtete Weiterentwicklung wichtiger Rahmenwerke und die praktische Umsetzung bestehender Resolutionen werden die gewonnenen Erfahrungen mit relevanten Strukturen und Vertragspartnern der AEWA sowie der Ramsar-Konvention und der CBD geteilt.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Ein aktualisiertes „Critical Site Network (CSN) Tool“ wurde im Dezember 2018 auf der 14. Sitzung der Vertragsparteien des Afrikanisch-Eurasischen Wasservogelabkommens in Durban (Südafrika) vorgestellt. Das CSN-Tool (criticalsites.wetlands.org/…) ist ein Web-Portal, das Informationen über Feuchtgebiete von kritischer Bedeutung für Wasservögel und die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserverfügbarkeit in diesen Feuchtgebieten in Afrika, Europa und Westasien präsentiert. Es ist für eine Vielzahl von Nutzerinnen und Nutzern von Interesse, darunter nationale Regierungen, internationale und lokale humanitäre und Naturschutzgruppen sowie die Wirtschaft.
  • Ein Manuskript mit dem Titel „Climate change exposure of waterbird species in the African-Eurasian flyways“ wurde erfolgreich zur Veröffentlichung eingereicht.
  • Ein Landschaftsansatz zur Reduzierung des Katastrophenrisikos wurde von Wetlands International zusammen mit CARE-NL entwickelt. Er umfasst die Arbeit von Climate Resilient Flyways (CRF) im Ziway-Shalla-Subbasin, Äthiopien, als Fallstudie. Dieser Ansatz zeigt, wie verschiedene Sektoren und Interessen integriert werden können, damit die Anpassung an den Klimawandel in Feuchtgebieten, die der biologischen Vielfalt zugutekommt, eine zentralere Rolle spielen kann. Der Ansatz in dieser Publikation baut auf den Erfahrungen des CRF-Projekts auf und wird eine Grundlage für die weitere Entwicklung von Richtlinien bilden.
  • Im Ziway-Shalla-Becken verbessert sich die biologische Vielfalt. Dies wird durch die Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeinschaften bei der Wiederherstellung der Wassereinzugsgebiete und dem Naturschutz erreicht. Durch die Schaffung neuer Lebensgrundlagen für diese Gemeinschaften wird ihr Bedarf an nicht-nachhaltiger Nutzung der natürlichen Ressourcen verringert.
  • Auf nationaler Ebene in Äthiopien unterstützt das Projekt die Kommission für Umwelt, Wälder und Klimawandel dabei, sich für die Bedeutung von Feuchtgebieten in der Politik einzusetzen. Derzeit wird das Konzept für den Beitritt zur Ramsar-Konvention vorbereitet.
  • In Mali hat das Parlament ein neues Gesetz zur Regelung des Managements der Fauna und ihrer Lebensräume verabschiedet, das Feuchtgebiete und Migrationskorridore als nationale Wildtiergebiete anerkennt (Artikel 9) und den Schutz regionaler und lokaler Wildtierrefugien vorsieht (Artikel 10), wodurch die nachhaltige Bewirtschaftung des inneren Nigerdeltas und anderer Feuchtgebiete stärker unterstützt wird.
  • Als unmittelbare Folge des Schutzes der Überschwemmungswälder und der Wiederherstellung von Bourgou im Rahmen der CRF wurden im Jahr 2020 dreimal mehr nistende Wasservögel gesichtet.
  • Weltweite Veranstaltungen wie der Welttag der Zugvögel und der Internationale Tag der Artenvielfalt bieten nützliche Plattformen, um das Bewusstsein und die Unterstützung für den Schutz von Feuchtgebieten und ihrer Artenvielfalt zu fördern.
  • Die Projektpartnerinnen und -partner beteiligten sich an den Prozessen des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) im Hinblick auf ein Rahmenwerk für die biologische Vielfalt für die Zeit nach 2020, um naturbasierte Lösungen zu fördern und Indikatoren für die biologische Vielfalt und die Vernetzung von Feuchtgebieten in Übereinstimmung mit der CRF-Projektbotschaft aufzunehmen.
  • Das Projekt wird in Afrika zu einer Zeit durchgeführt, in der die Arbeit vor Ort durch die Sicherheitslage in Mali und Äthiopien behindert wird. Darüber hinaus haben sich auch die Aktivitäten durch die COVID-19-Pandemie verzögert.

Projektdaten

Länder:
Mali, Äthiopien

Durchführungs­organisation:
Wetlands International (WI) - Netherlands*

Politische Partner:
  • Ethiopian Wildlife Conservation Authority - Ethiopia
  • Ministry of the Environment, Sanitation and Sustainable Development - Mali

Durchführungspartner:
  • BirdLife International - Global Office - United Kingdom
  • Ethiopian Wildlife and Natural History Society (EWNHS) - Ethiopia
  • Horn of Africa Environmental Centre and Network (HoA-REC&N) - Ethiopia
  • McGill University - Canada
  • Ministry of the Environment, Sanitation and Sustainable Development - Mali
  • Rift Valley Lakes Basin Authority - Ethiopia
  • Rubicon Foundation - USA
  • Universität Kassel - Germany

BMU-Förderung:
3.189.730,00 €

Laufzeit:
10/2015  bis  12/2021


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