Schutz der Biodiversität, der natürlichen Ressourcen und des Klimas durch nachhaltige land- und forstwirtschaftliche Nutzung am Cyamudongowald (Ruanda) - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Schutz der Biodiversität, der natürlichen Ressourcen und des Klimas durch nachhaltige land- und forstwirtschaftliche Nutzung am Cyamudongowald (Ruanda)

Stand: April 2021

Cyamudongo ist ein Regenwaldgebiet im Südwesten Ruandas, das als Teil eines Nationalparks geschützt ist. Eine nicht-nachhaltige Landnutzung und ausgeprägte Bodenerosion gefährden jedoch den Wald und seine hohe Biodiversität. Das Projekt unterstützt deshalb die lokale Bevölkerung in den Randzonen des Nationalparks beim Übergang zu einer nachhaltigen Agroforstwirtschaft und Waldrestaurierung. Die Maßnahmen tragen zu ihrer Ernährungssicherung und Energieversorgung bei und vermindern den Nutzungsdruck auf den Wald. In den Randzonen pflanzen durch das Projekt geschulte Bäuerinnen und Bauern 1,5 Millionen Setzlinge. Die so entstehenden Agroforstsysteme und Kleinforste machen eine Holzentnahme aus dem Cyamudongo überflüssig. Ferner soll der Wald so mit dem benachbarten Hauptteil des Nationalparks verbunden werden. Das Vorhaben verankert darüber hinaus Natur- und Ressourcenschutz in der politischen Praxis, gibt Handlungsempfehlungen und bildet Ranger, Mitarbeitende der Naturschutzbehörden und Studierende aus.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Seit Projektbeginn wurden in den Dörfern der Projektregion 119 Informationsveranstaltungen durchgeführt, um rund 7.400 Teilnehmende über geplante Aktivitäten und Möglichkeiten der Partizipation zu informieren.
  • Die zwei eintägigen Schulungen zu Agroforst, heimischen Baumarten und Pflanztechniken wurden bisher jeweils rund 270-mal angeboten. Aufgrund der COVID-19-Auflagen arbeitet das Projekt seit der Pflanzsaison Herbst 2020 noch enger mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zusammen und bietet Schulungen pro Haushalt an. Bisher wurden rund 12.000 Bäuerinnen und Bauern geschult.
  • Mit Abschluss der siebten Pflanzsaison im Herbst 2020 sind bisher rund 1.300.000 Baumsetzlinge gepflanzt und rund 5.900 Hektar landwirtschaftliche Fläche in Agroforstsysteme umgewandelt worden.
  • Im Arbeitspaket „Stärkung der Kapazitäten des nationalen Saatgutzentrums und des Arboretums“ wurden bisher vier Workshops und eine Vorlesung durchgeführt, acht Praktikantinnen und Praktikanten wurden in Pflanzenbestimmung geschult. Seit Januar 2020 werden zwei Mitarbeiter des Saatgutzentrums bei ihrem Masterstudium mit einem Stipendium unterstützt. Im Dezember 2020 wurde die Erfassung der Biodiversität im Arboretum erfolgreich abgeschlossen.
  • In Kooperation mit dem Rwanda Development Board (RDB) fanden bisher 14 ein- bis viertägige Schulungen zu den Themen Phytodiversität, Zoodiversität und Biodiversitätsmonitoring statt, an denen insgesamt 146 Nationalparkmitarbeitende teilnahmen.
  • Im Oktober 2020 fand eine Online-Schulung zur Einführung in die Flora und Fauna des Cyamudongowaldes und Methoden des Biodiversitätsmonitorings statt. Beteiligt waren Trainerinnen und Trainer der Universität Koblenz-Landau in Deutschland sowie Ranger des RDB, Studierende des Integrated Polytechnic Regional College (IPRC) und Mitarbeitende des Ruhande Tree Seed Centers (RTSC) an zwei Standorten in Ruanda. Digitale und online-basierte Formate für Schulungen werden aktuell fokussiert.
  • Im Januar 2019 fand der zweite von drei geplanten Workshops für Vertretende der beiden Hauptpartner, RDB und Rwanda Forestry Authority (RFA) statt. Die Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden, die Saatgutproduktion einheimischer Bäume sowie die langfristige Nachhaltigkeit des Projekts wurden diskutiert.
  • Im August 2019 fand die zweite von drei durch das Projekt organisierten Exkursionen für Studierende des IPRC-Kitabi und der University of Rwanda statt. Nach einer geführten Tour durch den Cyamudongowald besuchte die Gruppe eine Projektbaumschule und erfuhr Details über die Anlage von Agroforstsystemen.
  • Jährlich werden während der Sommermonate Schülerinnen und Schüler in der Projektregion als zusätzliche Multiplikator*inn*en der Projektidee zu den Themen "Bedeutung der Wälder", "Landwirtschaft und Erosion" sowie "Agroforst" unterrichtet. Der Unterricht wurde von drei auf sechs Partnerschulen ausgedehnt.
  • Am 21.03.2019 (Internationaler Tag des Waldes) veranstaltete das Projekt in Zusammenarbeit mit dem RDB an drei Projektschulen einen Malwettbewerb. Die Urheberinnen und Urheber der 30 aussagekräftigsten Bilder wurden im Juni/September 2019 zu einer geführten Exkursion in den Cyamudongowald eingeladen.
  • Im Herbst 2018 wurde die Pflanzsaison durch den Staatssekretär des Ministry for Lands and Forestry (MINILAF) eröffnet. Weitere Ehrengäste waren der Direktor der Tree Planting Unit der RFA sowie der Distrikt-Bürgermeister von Rusizi.
  • Im Juni 2019 wurde gemeinsam mit dem RDB eine Kampagne zur Bekämpfung der invasiven Art Solanum chrysotrichum im Cyamudongowald begonnen und Ende des Jahres erfolgreich abgeschlossen.

Projektdaten

Länder:
Ruanda

Durchführungs­organisation:
Universität Koblenz-Landau

Politische Partner:
  • Ministry of Environment - Rwanda
  • Rwanda Development Board (RDB)
  • Rwanda Water and Forestry Authority

Durchführungspartner:
  • Verein zur Förderung nachhaltiger Entwicklung in Ruanda e.V.

BMU-Förderung:
2.297.722,50 €

Laufzeit:
09/2016  bis  12/2021


Internetauftritt(e):



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