Schutz der Biodiversität, der natürlichen Ressourcen und des Klimas durch nachhaltige land- und forstwirtschaftliche Nutzung am Cyamudongowald (Ruanda) - Internationale Klimaschutzinitiative (IKI)

Schutz der Biodiversität, der natürlichen Ressourcen und des Klimas durch nachhaltige land- und forstwirtschaftliche Nutzung am Cyamudongowald (Ruanda)

Stand: September 2020

Ziel und Maßnahmen

Cyamudongo ist ein isoliertes Regenwaldrelikt im Südwesten Ruandas und seit 2004 als Nationalpark geschützt. Unnachhaltige Landnutzung und ausgeprägte Bodenerosion setzen den Wald und seine hohe Biodiversität unter Druck. Das Projekt unterstützt die lokale Bevölkerung in den Randzonen des Nationalparks beim Übergang zu einer nachhaltigen Agroforstwirtschaft und Waldrestaurierung. Die Maßnahmen tragen zu ihrer Ernährungssicherung und Energieversorgung bei. Der Nutzungsdruck auf den Wald wird vermindert. In den Randzonen des Waldes pflanzen durch das Projekt geschulte Bauern 1,5 Mio. Setzlinge. Diese Agroforstsysteme und Kleinstforste machen in Zukunft eine Holzentnahme aus dem Cyamudongo überflüssig und speichern zugleich Kohlenstoff. Ein benachbartes Waldrelikt soll durch die Aufforstungen verbunden werden. Es verankert Natur- und Ressourcenschutz in der politischen Praxis, gibt Handlungsempfehlungen und bildet Ranger, Mitarbeiter der Naturschutzbehörden und Studierende aus.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Im Januar 2019 fand der zweite von drei geplanten Workshops für Vertretende der beiden Hauptpartner, Ruanda Development Board (RDB) und Rwanda Water and Forestry Authority (RWFA) statt. Die Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden, die Saatgutproduktion einheimischer Bäume sowie die langfristige Nachhaltigkeit des Projekts wurden diskutiert.
  • Im August 2019 fand die zweite von drei durch das Projekt organisierten Exkursionen für Studierende des IPRC-Kitabi und der University of Rwanda statt. Nach einer geführten Tour durch den Cyamudongo-Wald besuchte die Gruppe eine Projektbaumschule und erfuhr Details über die Anlage von Agroforstsystemen.
  • Jährlich werden während der Sommermonate Schülerinnen und Schüler in der Projektregion als zusätzliche Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Projektidee zu den Themen "Bedeutung der Wälder", "Landwirtschaft und Erosion" sowie "Agroforst" unterrichtet. Der Unterricht wurde von drei auf sechs Partnerschulen ausgedehnt.
  • Am 21.03.2019 (Internationaler Tag des Waldes) veranstaltete das Projekt in Zusammenarbeit mit dem RDB an drei Projektschulen einen Malwettbewerb. Die Urheberinnen und Urheber der 30 aussagekräftigsten Bilder wurden im Juni 2019 zu einer geführten Exkursion in den Cyamudongo-Wald eingeladen.
  • Seit Projektbeginn wurden in den Dörfern der Projektregion 111 Informationsveranstaltungen durchgeführt, um rund 6.600 Teilnehmende über geplante Aktivitäten und Möglichkeiten der Partizipation zu informieren.
  • Die zwei eintägigen Schulungen zu „Agroforst“, „heimischen Baumarten“ und „Pflanztechniken“ wurden bisher jeweils rund 190 mal angeboten und rund 8.600 Teilnehmende geschult.
  • Mit Abschluss der dritten Pflanzsaison im Frühjahr 2019 sind bisher rund 650.000 Baumsetzlinge gepflanzt und rund 3.250 ha landwirtschaftliche Fläche in Agroforstsysteme umgewandelt. Im Herbst 2018 wurde die Pflanzsaison durch den Staatssekretär des Ministry for Lands and Forestry (MINILAF) eröffnet. Weitere Ehrengäste waren der Direktor der Tree Planting Unit der RWFA sowie der Distrikt-Bürgermeister von Rusizi.
  • Im Juni 2019 wurde gemeinsam mit dem RDB eine Kampagne zur Bekämpfung der invasiven Art Solanum chrysotrichum im Cyamudongo-Wald begonnen.
  • Im Juli 2019 wurde ein neues Arbeitspaket „Stärkung der Kapazitäten des nationalen Saatgutzentrum und des Arboretums“ gestartet; im September 2019 ist die Erfassung der Biodiversität im Arboretum angelaufen.
  • Im November 2019 fand eine Exkursion für Bachelor-Studierende der University of Rwanda ins Arboretum statt. Das Projekt gab eine Einführung in die Ökologie heimischer Bäume und krautiger Pflanzen Ruandas, insbesondere Orchideen.

Projektdaten

Länder:
Ruanda

Durchführungs­organisation:
Ruanda-Zentrum und Büro für Afrika-Kooperationen UNIVERSTÄT KOBLENZ-LANDAU ;Universität Koblenz-Landau

Partnerinstitution(en):
  • Ruanda-Zentrum und Büro für Afrika-Kooperationen UNIVERSTÄT KOBLENZ-LANDAU
  • Universität Koblenz-Landau
  • Verein zur Förderung nachhaltiger Entwicklung in Ruanda e.V.

BMU-Förderung:
2.297.722,50 €

Laufzeit:
09/2016  bis  12/2021


Internetauftritt(e):



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