Schutz der Biodiversität, der natürlichen Ressourcen und des Klimas durch nachhaltige land- und forstwirtschaftliche Nutzung am Cyamudongowald (Ruanda)

Stand: Januar 2021

Cyamudongo ist ein Regenwaldgebiet im Südwesten Ruandas, das als Teil eines Nationalparks geschützt ist. Eine nicht-nachhaltige Landnutzung und ausgeprägte Bodenerosion gefährden jedoch den Wald und seine hohe Biodiversität. Das Projekt unterstützt deshalb die lokale Bevölkerung in den Randzonen des Nationalparks beim Übergang zu einer nachhaltigen Agroforstwirtschaft und Waldrestaurierung. Die Maßnahmen tragen zu ihrer Ernährungssicherung und Energieversorgung bei und vermindern den Nutzungsdruck auf den Wald. In den Randzonen pflanzen durch das Projekt geschulte Bäuerinnen und Bauern 1,5 Millionen Setzlinge. Die so entstehenden Agroforstsysteme und Kleinforste machen eine Holzentnahme aus dem Cyamudongo überflüssig. Ferner soll der Wald so mit dem benachbarten Hauptteil des Nationalparks verbunden werden. Das Vorhaben verankert darüber hinaus Natur- und Ressourcenschutz in der politischen Praxis, gibt Handlungsempfehlungen und bildet Ranger, Mitarbeitende der Naturschutzbehörden und Studierende aus.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Seit Projektbeginn wurden in den Dörfern der Projektregion 119 Informationsveranstaltungen durchgeführt, um rund 7.400 Teilnehmende über geplante Aktivitäten und Möglichkeiten der Partizipation zu informieren.
  • Die zwei eintägigen Schulungen zu Agroforst, heimischen Baumarten und Pflanztechniken wurden bisher jeweils rund 270-mal angeboten und rund 9.800 Teilnehmende geschult.
  • Mit Abschluss der sechsten Pflanzsaison im Frühjahr 2020 sind bisher rund 1.000.000 Baumsetzlinge gepflanzt und rund 5.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche in Agroforstsysteme umgewandelt worden.
  • Im Januar 2019 fand der zweite von drei geplanten Workshops für Vertretende der beiden Hauptpartner, Rwanda Development Board (RDB) und Rwanda Forestry Authority (RFA) statt. Die Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden, die Saatgutproduktion einheimischer Bäume sowie die langfristige Nachhaltigkeit des Projekts wurden diskutiert.
  • Im August 2019 fand die zweite von drei durch das Projekt organisierten Exkursionen für Studierende des IPRC-Kitabi und der University of Rwanda statt. Nach einer geführten Tour durch den Cyamudongowald besuchte die Gruppe eine Projektbaumschule und erfuhr Details über die Anlage von Agroforstsystemen.
  • Jährlich werden während der Sommermonate Schülerinnen und Schüler in der Projektregion als zusätzliche Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Projektidee zu den Themen "Bedeutung der Wälder", "Landwirtschaft und Erosion" sowie "Agroforst" unterrichtet. Der Unterricht wurde von drei auf sechs Partnerschulen ausgedehnt.
  • Am 21.03.2019 (Internationaler Tag des Waldes) veranstaltete das Projekt in Zusammenarbeit mit dem RDB an drei Projektschulen einen Malwettbewerb. Die Urheberinnen und Urheber der 30 aussagekräftigsten Bilder wurden im Juni/September 2019 zu einer geführten Exkursion in den Cyamudongowald eingeladen.
  • Am letzten Tag der Pflanzsaison im Herbst 2019 schloss sich die Vizebürgermeisterin des Distrikts Rusizi dem Pflanzteam in Nyarushishi an und betonte in ihrer Ansprache vor der Bevölkerung die Bedeutung des Cyamudongowaldes. Im Herbst 2018 wurde die Pflanzsaison durch den Staatssekretär des Ministry for Lands and Forestry (MINILAF) eröffnet. Weitere Ehrengäste waren der Direktor der Tree Planting Unit der RFA sowie der Distrikt-Bürgermeister von Rusizi.
  • Im Juni 2019 wurde gemeinsam mit dem RDB eine Kampagne zur Bekämpfung der invasiven Art Solanum chrysotrichum im Cyamudongowald begonnen und Ende des Jahres erfolgreich abgeschlossen.
  • Im Juli 2019 wurde ein neues Arbeitspaket „Stärkung der Kapazitäten des nationalen Saatgutzentrums und des Arboretums“ gestartet; im September 2019 ist die Erfassung der Biodiversität im Arboretum angelaufen. Seit Januar 2020 werden zwei Mitarbeiter des Saatgutzentrums bei ihrem Masterstudium mit einem Studienstipendium unterstützt.
  • Im November 2019 fand eine Exkursion für Bachelor-Studierende der University of Rwanda ins Arboretum statt. Das Projekt gab eine Einführung in die Ökologie heimischer Bäume und krautiger Pflanzen Ruandas, insbesondere Orchideen.

Projektdaten

Länder:
Ruanda

Durchführungs­organisation:
Ruanda-Zentrum und Büro für Afrika-Kooperationen UNIVERSTÄT KOBLENZ-LANDAU

Politische Partner:
  • Ministry of Environment - Rwanda
  • Rwanda Development Board (RDB)
  • Rwanda Water and Forestry Authority

Durchführungspartner:
  • Verein zur Förderung nachhaltiger Entwicklung in Ruanda e.V.

BMU-Förderung:
2.297.722,50 €

Laufzeit:
09/2016  bis  12/2021


Internetauftritt(e):



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