Wiederherstellung von Kakaoplantagen und Waldökosystemen durch die Pflanzung von Schattenbäumen im Hochwald von Ghana.

Stand: Februar 2021

Der ghanaische Hochwald ist durch die Ausbreitung des Kakaoanbaus, geringe Produktivität, Ernährungsunsicherheit und eine ungenügende Kontrolle des Forstsektors besonders von Entwaldung bedroht. Das Projekt fördert deshalb die Erhaltung und die nachhaltige Nutzung von Waldressourcen im Hochwald von Ghana. Es arbeitet mit Kakaounternehmen, Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sowie lokalen Behörden zusammen, um degradierte Kakaoplantagen und Waldökosysteme wiederherzustellen. In Zusammenarbeit mit Unternehmen entwickelt das Vorhaben dazu entwaldungsfreie Lieferketten. Zudem setzt es Maßnahmen zur strategischen Planung um und entwickelt ein System zur Landnutzungsplanung, das es Behörden ermöglicht, eine bessere Balance zwischen der Ausbreitung des Kakaoanbaus und dem Schutz der Wälder zu finden. Gleichzeitig werden Maßnahmen für eine großflächige, ökologisch intakte und sozial gerechte Wiederherstellung kleinbäuerlicher Agroforstwirtschaftssysteme (mit einheimischen Baumarten) umgesetzt.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Über 1.800 begünstigte Landwirte setzen Kakao-Agroforstsysteme mit empfohlenen Schattenbäumen in 25 Gemeinden um.
  • Es wurden vier Gemeindebaumschulen errichtet, die über 2,4 Millionen Pflanzmaterialien produzierten, darunter Kakaosetzlinge, Kochbananensetzlinge und einheimische Baumarten. Über 70% der begünstigten Landwirte sind entweder mit RA/UTZ- oder Fairtrade-Zertifizierung registriert.
  • Das Projekt hat Landnutzungspläne für 15 Gemeinden mit einer Gesamtfläche von 29.000 Hektar entwickelt.
  • Die Kakao-Gesundheits- und Beratungsbehörde (CHED) hat 264 Liter Blattdünger und 24 Liter Insektizide an Bauern, die ihre Felder neu bepflanzt haben verteilt. Insgesamt haben 180 Bauern davon profiziert, die ebenfalls eine Schulung zur korrekten Anwendung der Düngermittel bekamen
  • Ein Ausschuss zur Verhinderung von Übergriffen auf Reservate, der sich aus zehn einflussreichen traditionellen Führern zusammensetzt, wurde eingerichtet, um die hohe Inzidenz von Ausweitungen der landwirtschaftlichen Betriebe in das Waldreservat Krokosua Hills im Bezirk Juabeso (angrenzend an den Bezirk Bia West) zu bekämpfen
  • Im Rahmen der Bemühungen um einen besseren Zugang zu Finanzmitteln für Kleinbauern hat SNV eine Partnerschaft mit Solidaridad West Africa (SWA) aufgebaut, um gemeinsam Dorfspar- und Kreditvereinigungen in der Landschaft Juabeso-Bia zu gründen und zu erweitern
  • Die Verkündung von Richtlinien für das District Wide Community Resource Management Area (CREMA) wurde im Rahmen des Projekts gefördert. Die Richtlinien wurden nun im ghanaischen Local Government Bulletin gazettiert, wodurch zwei im Rahmen des Projekts eingerichtete CREMAs rechtlich abgesichert sind.
  • Das Projekt konnte in Zusammenarbeit mit Touton (einem privaten Partner) und der technischen Unterstützung von Satelligence, einem Unternehmen für Fernerkundung und Waldmonitoring, Kakao von offenen Wald abgrenzen, verschieden stark beschattete Kakao-Agroforste identifizieren, Entwaldung im Zusammenhang mit Kakao erkennen und illegale Kakaoanbauflächen in Waldreservaten aufzeigen.
  • Fünf private Unternehmen haben Interesse an der Nutzung von den im Rahmen des Projekts entwickelten Landnutzungs- und Landbedeckungsänderungskarten bekundet, um entwaldungsfreie Lieferketten zu überwachen.
  • SNV und das Centre for International Forestry Research (CIFOR) führten im Rahmen des Vorhabens Feldstudien durch, um die frühen Auswirkungen und Hindernisse für die Einführung von klimafreundlichem Kakao zu bewerten.
  • Es wurde eine Überprüfung der Bedürfnisse des National Forest Monitoring System (NFMS) durchgeführt und detaillierte Anforderungen für die Entwicklung eines Webportals für Ghanas NFMS entwickelt. Das Programm Partnership for Forests (P4F) und die Forestry Commission suchen einen Dienstleister für die Entwicklung dieses Webportals. Es wird erwartet, dass das Projekt zur Entwicklung von Aspekten dieses Webportals beiträgt.
  • Insgesamt profitierten 432 Bauern von den aufgezogenen Kakao-Hybridsetzlingen und dauerhaften Schattenbäumen, um eine Fläche von 626 Hektar zu bepflanzen. Alle diese Farmen wurden kartiert und grundlegende Informationen zum Profil der Bäuerinnen und Bauern zusammengestellt.
  • Ferner wurden insgesamt 958 Betriebe, die in der Anbausaison 2017/18 rehabilitiert wurden, inspiziert.

Weiterführende Links

Projektdaten

Länder:
Ghana

Durchführungs­organisation:
SNV Netherlands Development Organisation - Ghana

Politische Partner:
  • Forestry Commission - Ghana

Durchführungspartner:
  • Cocoa Research Institute of Ghana
  • Forestry Commission - Ghana

BMU-Förderung:
2.193.416,00 €

Laufzeit:
01/2016  bis  06/2021


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