Wiederherstellung von Kakaoplantagen und Waldökosystemen durch die Pflanzung von Schattenbäumen im Hochwald von Ghana.

Stand: Oktober 2021

Der ghanaische Hochwald ist durch die Ausbreitung des Kakaoanbaus, geringe Produktivität, Ernährungsunsicherheit und eine ungenügende Kontrolle des Forstsektors besonders von Entwaldung bedroht. Das Projekt fördert deshalb die Erhaltung und die nachhaltige Nutzung von Waldressourcen im Hochwald von Ghana. Es arbeitet mit Kakaounternehmen, Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sowie lokalen Behörden zusammen, um degradierte Kakaoplantagen und Waldökosysteme wiederherzustellen. In Zusammenarbeit mit Unternehmen entwickelt das Vorhaben dazu entwaldungsfreie Lieferketten. Zudem setzt es Maßnahmen zur strategischen Planung um und entwickelt ein System zur Landnutzungsplanung, das es Behörden ermöglicht, eine bessere Balance zwischen der Ausbreitung des Kakaoanbaus und dem Schutz der Wälder zu finden. Gleichzeitig werden Maßnahmen für eine großflächige, ökologisch intakte und sozial gerechte Wiederherstellung kleinbäuerlicher Agroforstwirtschaftssysteme (mit einheimischen Baumarten) umgesetzt.

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Über 1.800 begünstigte Landwirtschaft betreibende Personen setzen Kakao-Agroforstsysteme mit empfohlenen Schattenbäumen in 25 Gemeinden um.
  • Es wurden vier Gemeindebaumschulen errichtet, die über 2,4 Millionen Pflanzmaterialien produzierten, darunter Kakaosetzlinge, Kochbananensetzlinge und einheimische Baumarten. Über 70% der begünstigten Landwirtschaft betreibenden Personen sind entweder mit RA/UTZ- oder Fairtrade-Zertifizierung registriert.
  • Das Projekt hat Landnutzungspläne für 15 Gemeinden mit einer Gesamtfläche von 29.000 Hektar entwickelt.
  • Die Kakao-Gesundheits- und Beratungsbehörde (CHED) hat 264 Liter Blattdünger und 24 Liter Insektizide an Bauern, die ihre Felder neu bepflanzt haben verteilt. Insgesamt haben 180 Bäuerinnen und Bauern davon profitiert, die ebenfalls eine Schulung zur korrekten Anwendung der Düngermittel bekamen
  • Ein Ausschuss zur Verhinderung von Übergriffen auf Reservate, der sich aus zehn einflussreichen traditionellen Führern zusammensetzt, wurde eingerichtet, um die hohe Inzidenz von Ausweitungen der landwirtschaftlichen Betriebe in das Waldreservat Krokosua Hills im Bezirk Juabeso (angrenzend an den Bezirk Bia West) zu bekämpfen
  • Im Rahmen der Bemühungen um einen besseren Zugang zu Finanzmitteln für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern hat SNV eine Partnerschaft mit Solidaridad West Africa (SWA) aufgebaut, um gemeinsam Dorfspar- und Kreditvereinigungen in der Landschaft Juabeso-Bia zu gründen und zu erweitern
  • Landnutzungspläne und Satzungen wurden für zwei kommunale Ressourcengebiete (CREMAs) entwickelt, die an den Bia National Park (BNP) und das Bia North Forest Reserve (BNFR) grenzen. Ein übergreifender Managementplan wurde entwickelt, um die Bemühungen der Gemeinden im nachhaltigen Management ihrer natürlichen Ressourcen in den beiden CREMAs zu leiten.
  • Das Projekt konnte in Zusammenarbeit mit Touton (einem privaten Partner) und der technischen Unterstützung von Satelligence, einem Unternehmen für Fernerkundung und Waldmonitoring, Kakao von offenen Wald abgrenzen, verschieden stark beschattete Kakao-Agroforste identifizieren, Entwaldung im Zusammenhang mit Kakao erkennen und illegale Kakaoanbauflächen in Waldreservaten aufzeigen.
  • Fünf private Unternehmen haben Interesse an der Nutzung von den im Rahmen des Projekts entwickelten Landnutzungs- und Landbedeckungsänderungskarten bekundet, um entwaldungsfreie Lieferketten zu überwachen.
  • SNV und das Centre for International Forestry Research (CIFOR) führten im Rahmen des Vorhabens Feldstudien durch, um die frühen Auswirkungen und Hindernisse für die Einführung von klimafreundlichem Kakao zu bewerten.
  • SNV und die Forestry Commission haben die Entwicklung eines Geoportals für Ghanas nationales Waldüberwachungssystem in Auftrag gegeben. Der Auftrag umfasst Technologie, Kapazität und eine Bedarfsanalyse für Endnutzende/Institutionen, um die Entwicklung des Portals des nationalen Walüberwachungssystems und der zentralen Datenbank zu unterstützen.
  • Es ist geplant, ausgewählte GIS-/Fernerkundungsfachleuten aus öffentlichen Behörden und forstwirtschaftlichen Forschungseinrichtungen in der Anwendung der cloudbasierten Geodaten-Analyseplattform von Google und den damit verbundenen Tools zu schulen. Es wird erwartet, dass die Schulung die Rechenleistung erhöht, die für die Analyse umfangreicher Daten erforderlich ist, und die effiziente Erstellung von Landnutzungskarten und relevanten Daten für die Waldüberwachung erleichtert. Die Schulung ist für die erste Woche im Mai 2021 geplant.
  • Es wurden 20 Kakaobauernkooperativen mit jeweils 50 Mitgliedschaften gegründet. Diese Kooperativen wurden in Gruppendynamik, finanzieller Bildung, dörflichen Spar- und Darlehenskonzepten (Village Savings and Loans (VSLA)) geschult und sind mit lizenzierten Einkaufsgesellschaften (Licensed Buying Companies (LBCs)) verbunden.
  • Die Bewertung der Wertschöpfungskette von Kakao-Begleitfrüchten wurde für Kochbananen, Maniok und dauerhafte Schattenbäume in Kakao-Agroforstsystemen durchgeführt. Die Bewertung zielt darauf ab, die Dynamik und Rentabilität dieser Begleitkulturen in Kakao-Agroforstsystemen sowie das Potenzial zur Weiterentwicklung dieser Wertschöpfungsketten als tragfähige Existenzgrundlage für Bäuerinnen und Bauern, die ihre überalterten Kakaofarmen renovieren, zu ermitteln.
  • Insgesamt profitierten 432 Bäuerinnen und Bauern von den aufgezogenen Kakao-Hybridsetzlingen und dauerhaften Schattenbäumen, um eine Fläche von 626 Hektar zu bepflanzen. Alle diese Farmen wurden kartiert und grundlegende Informationen zum Profil der Bäuerinnen und Bauern zusammengestellt.
  • Ferner wurden insgesamt 958 Betriebe, die in der Anbausaison 2017/18 rehabilitiert wurden, inspiziert.

Weiterführende Links

Projektdaten

Länder:
Ghana

Durchführungs­organisation:
SNV Netherlands Development Organisation - Ghana

Politische Partner:
  • Forestry Commission - Ghana

Durchführungspartner:
  • Cocoa Research Institute of Ghana
  • Forestry Commission - Ghana

BMU-Förderung:
2.193.416,00 €

Laufzeit:
01/2016  bis  12/2021


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