Chinesisch-deutsche Klima-Studiencamps durchgeführt
In unserer Serie „Youth Empowerment and Action Highlight“ (IKI YEAH) stellen wir IKI-Projekte vor, die junge Menschen darin stärken, sich für einen nachhaltigen Wandel zu engagieren. In dieser Ausgabe werfen wir einen Blick auf ein länderübegreifendes Klima-Studiencamp, das in Zusammenarbeit mit Universitäten organisiert wurde.
Von Mai 2024 bis März 2026 setzte das IKI-Projekt „Deutsch-Chinesische Klimapartnerschaft“ in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München und der Tsinghua-Universität eine Reihe von Aktivitäten zur Jugendbeteiligung in China und Deutschland um.
Das Flaggschiff-Format, das Deutsch-Chinesische Klima-Studiencamp, fand in Peking (2024) und in München (2025) statt. Die Studierenden nahmen an Vorträgen von Fachleuten, interaktiven Workshops, Klimasimulationen, Exkursionen zu Standorten für erneuerbare Energien und Klimafolgenanpassung, interdisziplinären Gruppenprojekten sowie kulturellen Austauschaktivitäten teil.
Unterstützt von Fakultätsmitgliedern, internationalen Fachleuten und Mitarbeitenden der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) entwickelten gemischte Studierendenteams gemeinsame Strategiepapiere (Policy Briefs) und Präsentationen. Das zweiwöchige gemeinsame Leben, Lernen und Arbeiten schuf kontinuierlich Möglichkeiten für Peer-Learning, interkulturellen Dialog und gemeinschaftliche Problemlösungen über den Seminarraum hinaus.
Ergebnisse
Die beiden Studiencamps brachten über 80 Masterstudierende und Doktorand*innen und Promotionsstudierende sowie rund zehn Fakultätsmitglieder der beiden Universitäten zusammen.
Die Teilnehmenden erhielten Einblicke aus erster Hand in die Klimapolitik, die Energiewende, nachhaltige Technologien und Regierungsführung (Governance) in beiden Ländern und bauten gleichzeitig dauerhafte berufliche Netzwerke auf. Das Programm stärkte das gegenseitige Verständnis, verbesserte die Fähigkeit der Teilnehmenden zur fach- und kulturübergreifenden Kommunikation und brachte gemeinsame Politikempfehlungen zu Themen wie Energiespeicherung, Klimaanpassung, Solaranlagen auf Dächern und nachhaltiges Gesundheitswesen hervor. Mehrere Teilnehmende setzten den akademischen Austausch auch nach dem Programm fort.
Erfahrungen und Erkenntnisse
Die besten Lernergebnisse entstanden, weil hohe fachliche Qualität und die intensive Zusammenarbeit zwischen den Studierenden kombiniert wurden. Das Format hat Vertrauen, offene Diskussionen und kreatives Nachdenken gefördert. Den Studierenden war der informelle Austausch genauso wichtig wie die Vorlesungen. So bekamen sie Einblicke und Praxiswissen, die in keinem Lehrbuch stehen.
Potenzial zum Nachmachen
Das in diesem Projekt entwickelte Modell zur Jugendbeteiligung bietet einen leicht übertragbaren Ansatz, um die internationale Klimazusammenarbeit junger Menschen zu fördern. Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigt sich bereits an einer Partneruniversität: Im Sommer 2026 organisierte die Tsinghua-Universität gemeinsam mit mehreren europäischen Hochschulen im Rahmen der „Global Alliance of Universities on Climate“ ein Klima-Camp.
Damit solche Camps erfolgreich umgesetzt werden können, braucht es vor allem starke Partnerschaften mit engagierten Fachbereichen, finanzielle Mittel für das Programm, die internationalen Reisen und die Logistik sowie ein professionelles Team, das auf beiden Seiten die inhaltliche Gestaltung, die Organisation vor Ort und die Betreuung der Teilnehmenden übernimmt.
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