13.03.2026

Unterstützung für Klimaverhandlerinnen

Mehrere junge Frauen und Männer gruppieren sich in einem Konferenzraum um einen Tisch herum und führen Verhandlungen.

Ein IKI-Projekt bereitet Frauen aus den am wenigsten entwickelten Ländern gezielt auf eine wirksame Teilnahme an UN-Klimaverhandlungen vor.

Das IKI-finanzierte Projekt „UNFCCC-Kapazitätsentwicklung für Least Developed Countries“ zielt darauf ab, die nächste Generation von Delegierten aus den am wenigsten entwickelten Ländern (LDCs) mit dem Wissen, den praktischen Fähigkeiten und dem Selbstvertrauen auszustatten, die sie benötigen, um zentrale Entscheidungen in den UN-Klimaverhandlungen aktiv mitzugestalten und zu beeinflussen.

Verschiedene praktische Übungsformate versetzen dabei Teilnehmende in Asien und Afrika in die Lage, sich als Delegierte auf internationaler Bühne wirkungsvoll für ambitionierten Klimaschutz einzusetzen. Ein besonderer Schwerpunkt des Programms liegt auf der Beteiligung von Frauen: Mit Unterstützung der IKI wurden bislang nahezu 100 Frauen geschult. Sie machen damit mehr als 60 Prozent aller durch das Projekt geförderten Teilnehmenden aus.

Eine Frau mit Mikrofon trägt in einem Konferenzraum etwas vor und das Publikum hört zu.
Dreitägige Schulungen bringen Delegierte zusammen, beispielsweise aus frankophonem und anglophonem Afrika.

Umsetzung durch LDC-Expertise und Partnerschaften

Ein zentrales Element des Projekts ist das regionale Workshop-Programm, das die Beteiligung und Führungsrolle von Frauen aus LDCs in den UN-Klimaverhandlungen stärken soll. Zwei intensive Regionalworkshops bringen dabei Delegierte zum einen aus frankophonem und anglophonem Afrika sowie zum anderen aus Asien und dem Pazifikraum zusammen. In den dreitägigen Veranstaltungen können die Teilnehmenden ihr Verständnis zentraler Verhandlungsthemen vertiefen und praktische Fähigkeiten in interaktiven Simulationen entwickeln.

Die regionalen Workshops werden gemeinsam mit erfahrenen LDC-Verhandelnden sowie Projektpartnern konzipiert und durchgeführt. Darüber hinaus arbeitet das Projekt intensiv mit dem Vorsitz der LDC-Verhandlungsgruppe zusammen, um eine enge Abstimmung mit den Prioritäten und Strategien der Gruppe sicherzustellen. Angesichts der anhaltenden Unterrepräsentation von Frauen in den Klimaverhandlungen ermutigt das Projekt die Länder aktiv, weibliche Delegierte zu nominieren. Und es arbeitet darauf hin, dass mindestens jeweils 50 Prozent der Teilnehmenden Frauen sind.

Teilnehmende einer Verhandlungssimulation sitzen mit Papieren und Stiften im Kreis und debattieren.
Die Teilnehmenden vertiefen ihr Verständnis für zentrale Verhandlungsthemen und entwickeln praktische Fähigkeiten durch interaktive Simulationen.

Realitätsnahe Simulationen und stabile Netzwerke

Nachwuchsdelegierte aus LDCs nehmen an realitätsnahen UNFCCC-Verhandlungssimulationen teil, erhalten individuelle fachliche Begleitung durch erfahrene LDC-Verhandelnde sowie Rechtsexpertinnen und -experten. Zudem können sie tragfähige Netzwerke aufbauen, die über die Workshops hinaus Bestand haben.

Absolvent*innen früherer Trainingsprogramme bringen ihre thematische Expertise und praktische Erfahrung ein. Dies verdeutlicht den Peer-to-Peer-Ansatz des Projekts und trägt zur langfristigen Nachhaltigkeit bei. Die Sichtbarkeit von Absolventinnen als Vorbild und fachliche Führungspersönlichkeiten stärkt zudem klar erkennbare Entwicklungspfade für Frauen innerhalb des Verhandlungsprozesses.

Über die Workshops in ihrer Heimatregion hinaus werde die Teilnehmenden außerdem zu Trainings eingeladen, die im Vorfeld der Zwischenverhandlungen in Bonn sowie der jährlichen UN-Klimakonferenz (COP) stattfinden. Während dieser Treffen wird die Begleitung durch tägliche Austauschformate fortgesetzt, die Raum für Reflexion, kollegiales Lernen und fachlichen Austausch im Rahmen eines ganzheitlichen Unterstützungsansatzes bieten.

Mit zusätzlichem Wissen, Fähigkeiten und Selbstvertrauen ausgestattet, können die Absolventinnen des Projekts internationale Verhandlungen noch besser um ihre wichtigen Perspektiven bereichern und Beschlüsse entsprechend beeinflussen.
 

Drei Frauen sitzen bei einer Veranstaltung auf dem Podium und sprechen zum Publikum.
Durch die Schulung von Teilnehmenden bietet das Programm konsequente Unterstützung für neue weibliche Delegierte im UNFCCC‑Prozess.

Warum die Unterstützung von LDC-Verhandlerinnen entscheidend ist

Aufgrund begrenzter finanzieller Ressourcen haben die LDCs häufig Schwierigkeiten, sich in den UN-Klimaverhandlungen wirksam Gehör zu verschaffen. Dies gilt, obwohl sie zu den am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffenen Ländern gehören. Auch die anhaltende Unterrepräsentation von Frauen in den Klimaverhandlungen ist gut dokumentiert. Im Jahr 2024 war beispielsweise bei der COP29 in Aserbaidschan weniger als ein Drittel der Delegierten Frauen.

Die Perspektiven von Frauen aus LDCs sind dabei für die internationalen Klima-Verhandlungen von zentraler Bedeutung. Denn oftmals sind sie besonders früh und besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen. Indem das Projekt Nachwuchs-Verhandlerinnen aus LDCs mit den erforderlichen Kompetenzen, dem nötigen Selbstvertrauen und der entsprechenden Sichtbarkeit ausstattet, trägt es dazu bei, das Kräfteverhältnis in der globalen klimapolitischen Entscheidungsfindung zu verschieben. Auf diese Weise unterstützt es die Entwicklung inklusiverer, repräsentativerer und wirksamerer Klimapolitiken.

Ein nachhaltiger Ansatz für die Führungsrolle von Frauen in der Klimadiplomatie

Auch im Jahr 2026 werden zwei regionale Trainingsworkshops durchgeführt, die einen besonderen Schwerpunkt auf die Förderung von Nachwuchs-Verhandlerinnen aus LDCs legen und nachhaltige Effekte mit sich bringen werden.

Die Teilnehmenden tragen die erworbenen Fähigkeiten, Kenntnisse und beruflichen Netzwerke in ihre weitere Arbeit hinein, übernehmen zunehmende Verantwortung und wachsen in Führungsrollen innerhalb der LDC-Gruppe. Zugleich geben sie ihre Erfahrungen weiter, bringen neue Stimmen ein und tragen dazu bei, dass die Gruppe aktiv, fachlich stark und repräsentativ bleibt.

So tritt eine neue Generation von Klimaverhandlerinnen aus den LDCs hervor – gut vorbereitet, vernetzt und bereit, Verantwortung zu übernehmen.

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