Westafrikanische Allianz für Kohlenstoffmärkte und Klimafinanzierung
Bei der Umsetzung ehrgeiziger NDCs westafrikanischer Länder besteht eine große Finanzierungslücke. Die 16 Länder der „Westafrikanischen Allianz für Kohlenstoffmärkte und Klimafinanzierung“ gehen die Herausforderungen der NDC-Finanzierung gemeinsam an. Aufbauend auf dem erfolgreichen Start der Allianz vertieft das Projekt die subregionale Zusammenarbeit und verbessert Ressourcen und Kompetenzen der Länder zur Umsetzung von Artikel 6 des Pariser Klimaschutzabkommens. Die Teilnahme der Mitglieder an internationalen Verhandlungen zu Artikel 6 stellt sicher, dass afrikanische Prioritäten bei der Gestaltung neuer Kohlenstoffmarktansätze berücksichtigt werden. Darüber hinaus wird die Aufnahme von Kohlenstoffmarktprojekten durch eine Plattform zur Vernetzung strategischer Partner (z. B. Finanziers, Projektierer) unterstützt. Die Entwicklung institutionalisierter regionaler Kooperationsstrukturen wird das Bewusstsein stärken, den Wissenstransfer fördern und die Nachahmung in der Region anregen.
- Länder
- Benin, Burkina Faso, Kap Verde, Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste), Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Liberia, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Senegal, Sierra Leone, Togo
- IKI Förderung
- 7.797.808,54 €
- Laufzeit
- 08/2020 bis 07/2028
- Status
- laufend
- Durchführungs -organisation
- West African Development Bank
- Politischer Partner
-
- Diverse climate change relevant institutions in the respective partner countries/Diverse klimarelevante Institutionen in den entsprechenden Partnerländern
Stand der Umsetzung/Ergebnisse
- Die Allianz (WAA) stellt kontinuierlich technische Unterstützung und Beratung für westafrikanische Verhandlungsführerinnen und -führer und Delegationsleiterinnen und -leiter (HoDs) im Vorfeld der UNFCCC-COPs und SBs bereit, um eine bessere Teilnahme an den Verhandlungsprozessen zu Artikel 6 und Kohlenstoffmärkten zu ermöglichen. Dabei koordiniert sich die WAA auch mit Verhandlungsführerinnen und -führern der African Group of Negotiators (AGN) und der Gruppe der am wenigsten entwickelten Länder (LDC). Dadurch hat sich die Allianz zu einem vertrauenswürdigen Partner für nationale Regierungen entwickelt.
Darüber hinaus bietet die Allianz durch die folgenden Aktivitäten technische Unterstützung bei der Vorbereitung auf Artikel 6-Aktivitäten und dessen Umsetzung:
- Die länderspezifische Readiness-Unterstützung der Allianz-Länder hat unter anderem zur Entwicklung von Roadmaps für die Umsetzung von Artikel 6, länderspezifischen Rechtsgutachten, Bewertungen der Readiness und ein Stakeholder-Mapping geführt.
- Im Jahr 2025 hat die Allianz zwei lokale Experten für anglophone und frankophone Ländercluster beauftragt, die die Länder bei der Umsetzung von Artikel 6 unterstützen.
- Eine zentrale Initiative der Allianz ist der West Africa Carbon Market Hub, welcher in 2023 initiiert wurde. Der Hub zielt darauf ab, das subregionale Ökosystem zu schaffen, das erforderlich ist, um das große Potenzial des westafrikanischen Kohlenstoffmarktes zu erschließen, mit Fokus auf die Operationalisierung neuer Regelungen aus Artikel 6.
- Die Allianz arbeitet derzeit an der Aktualisierung ihres Article 6 Implementation Blueprint, um jüngste Entwicklungen in der Kohlenstoffmarktlandschaft zu berücksichtigen. Der Blueprint für Artikel-6-Readiness wurde 2022 veröffentlicht und dient als Leit- und Referenzdokument zur Unterstützung der Entwicklung nationaler Artikel-6-Strategien für marktbasierte Kooperation und deren Umsetzung, insbesondere in den Mitgliedsländern der Allianz. Auf Grundlage der Ergebnisse des Berichts konnte die WAA u. a. in Liberia mit der Umsetzung von Maßnahmen beginnen.
- Im April 2021 schloss die Allianz die Scoping-Studie „Article 6 Readiness in West Africa“ ab. Die Studie unterstützt die Gastgeberländer dabei, sich mit den neuen Anforderungen des ÜvP zurechtzufinden und die Bereitschaft zur Umsetzung von Artikel 6 im eigenen Land voranzutreiben. Auf dieser Grundlage begann die Allianz mit der Entwicklung eines maßgeschneiderten Unterstützungsrahmens sowie eines klaren Fahrplans zur Integration von Artikel 6.2 in die Umsetzung der NDCs, mit dem Ziel, afrikanische Kohlenstoffmärkte mit interessierten ITMO-Käufern zusammenzubringen.
Veranstaltungen:
- Im September 2025 nahm die Allianz an der Africa Climate Week (CW) sowie am Africa Climate Summit 2 in Äthiopien teil. Während der Climate Week fand auch ein Mitgliedertreffen sowie das Treffen des Lenkungsausschusses statt. Zudem nahm die Allianz an Sitzungen mit anderen regionalen Organisationen wie ECOWAS und der Afrikanischen Union teil.
- Im Mai 2025 veranstaltete die Allianz die zweite Ausgabe des Carbon Market Hub in Pointe Sarène, Senegal. Die Veranstaltung mündete in einer Erklärung westafrikanischer Regierungsvertreterinnen und -verter, die ein starkes Signal für das gemeinsame Engagement der Region zur Nutzung von Kohlenstoffmärkten und Klimafinanzierung für Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung setzte. Die Erklärung enthält zehn zentrale Verpflichtungen (westafricanalliance.org/…). Die erste Ausgabe des Carbon Market Hub fand 2023 in Côte d’Ivoire mit der offiziellen Einweihung des Hubs statt.
- Im November 2024 organisierte die WAA gemeinsam mit dem Vorsitz der AGN, der Eastern African Alliance und Conservation International einen informellen Vorbereitungsworkshop für afrikanische Verhandlungsführerinnen und -führer zu zentralen technischen Fragen unter Artikel 6 im Vorfeld der COP29 in Baku.
- Vor der COP29 veranstalteten die Allianz, das UNFCCC Regional Collaboration Centre for West and Central Africa (RCC WAC Africa) und die Regierung von Kapverden gemeinsam den Regional Dialogue on Carbon Pricing (REdiCAP) für Westafrika. Der viertägige Workshop brachte Regierungsvertreterinnen und -vertreter, Führungskräfte aus dem Privatsektor und internationale Organisationen zusammen, um ihr Verständnis zu Artikel 6 und CO₂-Bepreisung zu vertiefen, einschließlich der Einrichtung nationaler zuständiger Stellen (DNAs) für Artikel 6.4 sowie der Integration von Artikel 6 in die NDCs der Länder. Im Vorfeld des Dialogs organisierte die WAA zudem ein Mitgliedertreffen in Kapverden.
- Auf der COP27 hielten 16 Delegationsleiterinnen und -leiter westafrikanischer Staaten gemeinsam mit der WAA erstmals ein Roundtable-Forum ab. Dieses Format ist als Raum für den gemeinsamen Austausch zwischen der Allianz und politischen Entscheidungsträgern vorgesehen.
- In den Jahren 2021 und 2020 veranstalteten die west- und ostafrikanischen Allianzen gemeinsam Roundtables, die als Plattform zwischen potenziellen ITMO-Käufern (z. B. Schweizer Klik-Stiftung, Japans JCM) und -Verkäufern (Mitgliedsländer der Allianz) dienten. Diese boten die Möglichkeit, Erfahrungen sowie zentrale Erkenntnisse, Herausforderungen und Erfolgsfaktoren aus bestehenden bilateralen Vereinbarungen zwischen privaten Käufern und afrikanischen Ländern auszutauschen.
Vorbildfunktion für andere regionale Allianzen:
- Die WAA diente als Blaupause für die Gründung der East African Alliance on Carbon Markets and Climate Finance (EAA), die 2019 ins Leben gerufen wurde, und beide Allianzen haben sich zu internationalen Vorbildern entwickelt.
- Die Allianz unterstützte zudem die Gründung weiterer Schwesterallianzen, darunter die Southern Africa Alliance und die Caribbean Alliance, und begleitet auch die mögliche Etablierung einer Central African Alliance.
- Auch Länder in Südostasien haben großes Interesse an regionaler Zusammenarbeit bekundet. Die WAA und EAA werden im Rahmen des IKI-geförderten Projekts „Regional Cooperation – Global Carbon Markets“, das von der GIZ umgesetzt und 2025 gestartet wurde, mit Thailand und weiteren Ländern der Region zusammenarbeiten.
Letzte Aktualisierung:
04/2026
Relationen zum Projekt
Legende:
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