31.03.2026

Thermische Sanierung im ukrainischen Wohnungsbau

Eine Frau wird interviewt
Bei einer Pressereise informierten sich Journalistinnen und Journalisten über die thermische Sanierung von Mehrfamilienhäusern in den Städten Iwano-Frankiwsk und Nowojaworivsk.

Gebäudemodernisierung bringt dreifache Vorteile: Wärmere Wohnungen, niedrigere Rechnungen und einen Beitrag zum Klimaschutz. 

Anfang März 2026 reisten Journalistinnen und Journalisten aus der ganzen Ukraine in die Städte Iwano-Frankiwsk und Nowojaworivsk, um sich vor Ort ein Bild davon zu machen, wie die Bewohner*innen von Mehrfamilienhäusern von den Vorteilen einer umfassenden thermischen Sanierung profitieren – und wie das Ganze einen Beitrag zum Klimaschutz leistet. 

Während der Pressreise hatten die Medienvertreter die Gelegenheit, direkt mit Wohnungseigentümern, lokalen Behörden und Vertretern des Ukrainischen Energieeffizienzfonds zu sprechen.

Die Aktivitäten des Energieeffizienzfonds werden von der ukrainischen Regierung, der Europäischen Union und der deutschen Bundesregierung über die Internationale Klimainitiative (IKI) kofinanziert.

Sichtbare Fortschritte bei der Gebäudemodernisierung

Menschen stehen vor einem Hochhauskomplex
Nowojaworivsk: Als Teil des Pilotprojekts „First Movers“ war „Lypy 2“ das allererste Gebäude in der Ukraine, das mit Hilfe des Energieeffizenzfonds modernisiert wurde.

Die Pressereise begann in Iwano-Frankiwsk, einer Stadt, in der im Rahmen des Programms „Energodim“ acht Mehrfamilienhäuser vollständig modernisiert wurden. Am zweiten Tag besuchte die Gruppe Nowojaworivsk, wo 21 Gebäude in nur zwei Straßen saniert wurden.

Einer der Höhepunkte der Tour ist die Wohnungseigentümergemeinschaft „Lypy 2“ in Nowojaworivsk. Das Gebäude wurde bereits 2019 modernisiert, als der Energieeffizenzfonds gerade seine Arbeit aufnahm. Als Teil des Pilotprojekts „First Movers“ war „Lypy 2“ das allererste Gebäude in der Ukraine, das mit Hilfe des Energieeffizenzfonds modernisiert wurde. 

Unterstützung durch die Internationale Klimaschutzinitiative

Die Internationale Klimaschutzinitiative unterstützt die Wohnungseigentümergemeinschaft in allen Vorbereitungsphasen bis hin zur Umsetzung der Energieeffizienzmaßnahmen. 

Heute sind etwa 20 Prozent des alten Hochhausbestands in Novoyavorivsk saniert, und die Arbeiten gehen weiter.

Die Kommunalverwaltungen sowohl in Iwano-Frankiwsk als auch in Nowojaworivsk engagieren sich aktiv für die Unterstützung der Teilnehmer des „Energodim“-Programms. In Iwano-Frankiwsk erstattet die Stadtverwaltung bis zu 30 Prozent des Darlehensbetrags, den Wohnungseigentümergemeinschaften für die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen aufgenommen haben. In Nowojaworivsk konzentriert sich das lokale Förderprogramm auf die Erstattung der Zinsen für Bankdarlehen.

Gebäudemodernisierung als Beitrag zum Klimaschutz

Modernisierte Gebäude sehen nicht nur von außen attraktiver aus, ihre Hauptvorteile zeigen sich auch im Inneren – in Form niedrigerer Energiekosten und wärmerer Wohnungen. 

Im Durchschnitt führen im Rahmen des Programms „Energodim“ durchgeführte Projekte zu Energieeinsparungen von rund 27 Prozent.

„Die günstigste Energie ist die, die wir nicht verbrauchen“

 Stimmen von der Pressereise:

Oksana Ivaniuk, Vorsitzende der Wohnungseigentümergemeinschaft „Kytaiska Stina“ („Chinesische Mauer“) in Iwano-Frankiwsk, merkt an:

„Die Ergebnisse der Modernisierung haben alle Erwartungen übertroffen. Bewohner von Dreizimmerwohnungen berichten von Einsparungen bei den Heizkosten in Höhe von 35 bis 40 Prozent, während diejenigen in Zweizimmerwohnungen Einsparungen von 40 bis 50 Prozent erzielen. Abgesehen von den niedrigeren Nebenkosten ist auch der Marktwert der Immobilie gestiegen, wobei die Wohnungspreise um rund 30 Prozent zugelegt haben.“

Katarína Mathernová, EU-Botschafterin in der Ukraine, hob die Bedeutung von Energieeffizienzmaßnahmen im Wohnungsbau hervor und erklärte:

„Energieeffizienz, die vom Energieeffizenzfonds gefördert wird, bringt zahlreiche Vorteile mit sich: Während Russland unerbittlich die ukrainische Energieinfrastruktur ins Visier nimmt, sorgt sie dafür, dass die Wohnungen warm bleiben, wenn die Ressourcen knapp sind. Langfristig fördert sie die wirtschaftliche Erholung, die Wettbewerbsfähigkeit und Investitionen, denn die günstigste Energie ist die Energie, die wir nicht verbrauchen.“

Hintergrund zum Programm „Energodim“

Die Sanierungsarbeiten in den besuchten Gebäuden werden im Rahmen von „Energodim“ durchgeführt, einem nationalen Programm, das vom Ukrainischen Energieeffizienzfonds umgesetzt wird. Das Programm gewährt Wohnungseigentümergemeinschaften eine Erstattung von 60 bis 70 Prozent der Kosten für Arbeiten, Materialien und Ausrüstung, je nach gewähltem Maßnahmenpaket. 

Dazu gehören in der Regel unter anderem die Installation von Wärmemengenzählern und individueller Wärmeverteilern, die Dämmung von internen Heizungs- und Wasserleitungen, der hydraulische Abgleich des Heizungssystems, der Austausch oder die Reparatur von Außentüren und Fenstern in Gemeinschaftsbereichen sowie die Wärmedämmung von Wänden.

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