10 Jahre nachhaltige Stadtentwicklung in der IKI

Seit 2015 ist das Thema „nachhaltige Stadtentwicklung“ bereits ein Schwerpunkt der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI).

Ein in bunten Farben bemalter Fahrradweg auf dem "This lane fights climate change" steht.

Städte sind Treiber des Klimawandels und stehen gleichzeitig unter großem Druck, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Deshalb ist das Thema „nachhaltige Stadtentwicklung“ bereits seit 2015 ein Schwerpunkt der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI).

Mehr als die Hälfte aller Menschen lebt heute in Städten. Im Jahr 2050 werden es sogar zwei von drei Personen sein. Es ist essenziell, für dieses Wachstum zukünftig klimagerechte und nachhaltige Entwicklungspfade zu wählen. Städte sind nach Angaben des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) beispielsweise für rund 70 Prozent der globalen Energienutzung und der globalen energiebedingten CO2-Emissionen verantwortlich.

Damit sind Städte Treiber des Klimawandels und stehen gleichzeitig unter großem Druck, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen, zum Beispiel im Umgang mit Wärmeinseleffekten oder Wasserknappheit. Städte bieten zudem ein besonders hohes Wirkungspotenzial. Oft sind sie sogar Vorreiter beim Klimaschutz: Aktuelle Daten des C40-Städtenetzwerks zeigen, dass 73 Prozent seiner Mitgliedsstädte ihren Höchststand an CO2-Emissionen bereits überschritten haben und ihre Emissionen schneller reduzieren als ihre jeweiligen nationalen Regierungen.

Die IKI-Unterstützung zeigt Wirkung: Der Wandel im Barrio 20 in Buenos Aires, Argentinien, hat weltweit Aufmerksamkeit erregt und zur Verleihung mehrerer internationaler Preise geführt, darunter dem Local Adaptation Champions Award. Die Ergebnisse und Erfahrungen wurden zudem auf dem 11. World Urban Forum vorgestellt.

Das Jahr 2025 markierte für die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) ein Jubiläum: Zehn Jahre lang war das Thema „nachhaltige Stadtentwicklung“ bereits ein Schwerpunkt des Förderprogramms. Es spiegelt sich in allen vier Förderbereichen wider und ist seit 2023 Teil des in der IKI-Strategie priorisierten Handlungsfelds „Nachhaltige und klimagerechte Entwicklung urbaner und stadtnaher Räume“. 

IKI-Projekte tragen auf vielfältige Weise zu Lösungen für die urbanen Herausforderungen bei – von naturbasierten Lösungen bis hin zu digitalen Toolkits. Die Erfahrungen in der konkreten Projektarbeit zeigen deutlich, dass eine nachhaltige Stadtentwicklung die aktive Beteiligung der lokalen Gemeinschaften erfordert und gleichzeitig zu einer Steigerung der Lebensqualität führt.

Im Jahr 2025 starteten drei neue Projekte im Themenfeld Nachhaltige Stadtentwicklung:

Im Rahmen der IKI Medium Grants 2023 finanzierte die IKI ein Projekt in drei Städten Indonesiens mit fast 550.000 Euro. Das Projekt stärkt lokale Frauenorganisationen und lässt die Frauen zu anerkannten Expertinnen für Dekarbonisierung und Umweltverantwortung in ihren Städten werden. Das Projekt fördert zudem den Aufbau von Kompetenzen der lokalen Regierungen, um das Wissen über eine geschlechtergerechte Klimapolitik und die Einbeziehung lokaler Frauen in den Entscheidungsprozess zu verbessern. 

4.800.000

IKI-Projekte

sagte die IKI im Jahr 2025 für Projekte zu, die an der nachhaltigen und klimagerechten Entwicklung urbaner und stadtnaher Räume arbeiten.

Ein mit drei Millionen Euro gefördertes Projekt in Costa Rica baut auf den Erfahrungen und Erkenntnissen seines Vorgängerprojekts auf. Es verbindet in mittelgroßen und wachsenden Städten an den Küsten Costa Ricas Klimaresilienz mit der nachhaltigen Nutzung und dem Schutz von Biodiversität in Städteplanungsinstrumenten. So können zum Beispiel die Ökosystemleistungen der umgebenden Gebiete erhalten und die Widerstandsfähigkeit der lokalen Bevölkerung gegenüber dem Klimawandel gestärkt werden. Beispiele hierfür sind niedrigere Temperaturen in Städten, Schatten durch Bäume, verbesserte Wasserqualität, Schutz vor Stürmen und Überschwemmungen sowie die Bereitstellung von Lebensraum für bedrohte Arten.

Aus dem Ländercall Brasilien absolvierte ein Projekt zur Stärkung der Klimaresilienz im Bereich des urbanen und kommunalen Wassermanagements im Jahr 2025 seine Vorbereitungsphase. Der Projektstart ist für 2026 geplant. 

Im Oktober 2025 fand auch das erste Online-Vernetzungstreffen der globalen IKI-Stadt-Community statt. Insgesamt 37 Teilnehmende aus 13 laufenden Projekten der IKI kamen virtuell zusammen. Das Treffen förderte den Austausch zwischen den IKI-Projekten, um Synergien zu identifizieren und durch komplementäre Aktivitäten die Wirksamkeit der Projektarbeit zu erhöhen.

Mehrere IKI-Projekte, die auf subnationaler und städtischer Ebene arbeiten, nahmen am diesjährigen „COP30 Local Leaders Forum“ in Rio de Janeiro teil. Im Mittelpunkt des Forums standen die politische Führungsrolle der Städte im Kampf gegen die Klimakrise, bisherige Erfolge bei städtischen Klimaschutzmaßnahmen und der Beschluss, zukünftig eine noch stärkere Umsetzung von Klimaschutz und Anpassung auf subnationaler Ebene zu demonstrieren.

  • 06.11.2025

    Gemeinsam für nachhaltige Stadtentwicklung

    Die Internationale Klimaschutzinitiative stärkt Austausch und Synergien zwischen ihren Projekten, die zu nachhaltiger Stadtentwicklung arbeiten. 

Auch zukünftig spielt die nachhaltige Stadtentwicklung eine wichtige Rolle in der IKI-Förderung. Im Rahmen des Förderinstruments IKI Compete sucht die IKI mit dem IKI Large Grants Call 2025 nach Projektideen für eine Stärkung der Klimaresilienz küstennaher Städte in Süd- und Südostasien, für urbane Wertschöpfungsketten durch Bioenergienutzung sowie für eine Skalierung erfolgreicher Ansätze zur Entwicklung urbaner Räume. Bei den IKI Medium Grants 2025 hatten beide Themenschwerpunkte einen lokalen Fokus: Es wurden Projektideen gesucht, die lokale Ansätze für Klimaschutz durch Kreislaufwirtschaft umsetzen sowie lokale Handlungskapazitäten für die Anpassung an den Klimawandel stärken. 

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