Naturschutz in Einklang mit der Produktion von Agrarforstprodukten in Landgemeinden
Zwischen dem Himalaya und der Terai-Tiefebene im Süden Nepals leben noch Königstiger, Elefant, Panzernashorn, Gangesgavial und viele weitere seltene und bedrohte Arten. Doch anthropogener Druck und Klimawandel gefährden die außergewöhnliche biologische Vielfalt dieser sensiblen Region mit ihren klimarelevanten Wäldern und Wassereinzugsgebieten. Das Projekt trug maßgeblich zum Biodiversitätserhalt und zur Anpassung an den Klimawandel und notwendigen Klimaschutzmaßnahmen maßgeblich bei. Es stärkte zudem die Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme und lokaler Gemeinden. Aktivitäten fußten auf innovativen Ansätzen zum Naturschutz und einer Allianz zwischen Behörden, Waldnutzergemeinden, lokalen Produzenten und Unternehmern, die Ideen und Ressourcen bündelte. Durch die Stärkung zivilgesellschaftlicher Organisationen, die Förderung nachhaltiger regionaler Entwicklung durch biodiversitäts- und klimafreundliche Landnutzung und Produktion, wurden langfristige Erfolge und Multiplikatorwirkungen gesichert.
- Länder
- Nepal
- IKI Förderung
- 364.339,00 €
- Laufzeit
- 09/2021 bis 12/2024
- Status
- abgeschlossen
- Durchführungs -organisation
- Manfred-Hermsen-Stiftung
- Durchführungspartner
-
- ANSAB Nepal
Stand der Umsetzung/Ergebnisse
- Das Projekt ist abgeschlossen.
- Das Projekt ermöglichte den neuen National Forest Stewardship Standard (NFSS) in Nepal mit 41 Gemeindewald‑Nutzergruppen (Community Forest User Groups (CFUGs)) umzusetzen, die insgesamt eine Waldfläche von über 8 700 ha abdecken.
- Durch Maßnahmen zur Verhütung von Waldbränden, die nachhaltige Nutzung von Nicht‑Holz‑Waldprodukten (NTFPs) und die Einführung von Bioprodukten sowie tierfreundlichen landwirtschaftlichen Praktiken wurden über 19 500 ha Wald und über 730 ha Ackerland unter nachhaltigere Bewirtschaftung gebracht.
- Auf der Grundlage einer Bestandsaufnahme der biologischen Vielfalt und der Ökosystemleistungen sowie von Waldinventuren wurden Maßnahmen zum Schutz und zur nachhaltigen Ernte von NTFP in die Waldbewirtschaftungspläne der Gemeinden aufgenommen.
- Zwei erstellte Toolkits zur nachhaltigen Ernte von NTFP und zur Vorbereitung und Anwendung von organischen Düngemitteln dienten als Referenzmaterial für lokale Fachleute und Gemeinden.
- 27 ökologische Bauerngruppen mit 574 Haushalten und vier Bauernvereinigungen auf Gemeindeebene wurden gebildet und ihre Kenntnisse in der ökologischen Produktion, der Vermarktung, der Marktanbindung und dem Zugang zu staatlichen Programmen und Einrichtungen gestärkt.
- Ein neues gemeindebasiertes NTFP‑Trocknungs‑ und Verarbeitungsunternehmen wurde gegründet; es fungiert als Anlaufstelle für Sammler und Händler und stellt gleichzeitig Qualitätsstandards für den Zugang zu Märkten sicher.
- Der Anbau von Pflanzen, die ätherische Öle liefern und Wildtiere vergrämen, sowie die Produktion von ätherischen Ölen für den Markt, verringerten Konflikte zwischen Mensch und Wildtieren und diversifizierten das Einkommen.
- In der Gemeinde Madhyabindu wurde ein partizipatives Garantiesystem (PGS) für die Bio‑Zertifizierung eingeführt, das 151 Hektar Ackerland und 105 Haushalte umfasste.
- In der Gemeinde Kawasoti wurde ein öffentlich privates Gemeindebündnis (PPCA) entwickelt, das die strategische Planung der Gemeinde für eine nachhaltige lokale Entwicklung unterstützte; eine spezielle Abteilung für Tourismus im Rahmen der PPCA koordinierte die Bemühungen der lokalen Akteure im Bereich Ökotourismus.
- Zwei Lehrpfade – Tiger und Nashorn sowie Natur und Kultur wurden erstellt, wobei die Gemeinde an der Gestaltung und Installation von Schildern und anderen Informationsmaterialien beteiligt war.
- Institutionelle und organisatorische Managementschulungen wurden in einem Distrikt und vier lokalen Forstnetzwerken durchgeführt, was zu einem 5‑Jahres‑Strategieplan für das Netzwerk auf Distriktebene führte.
- Netzwerke und Ausschüsse zur Sensibilisierung und Kontrolle von Waldbränden wurden eingerichtet, 30 CFUGs wurden mit Feuerlöschgeräten ausgestattet und zwei lokale Feuerwehren wurden gegründet.
- Außerdem wurden im Rahmen des Projekts 125 Haushalte mit verbesserten Kochherden ausgestattet, wodurch der Brennholzverbrauch um etwa 40 % gesenkt werden konnte.
- Das Projekt arbeitete mit 72 Schulen zusammen, um das Bewusstsein zu schärfen, die Umwelterziehung zu fördern und Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler in der Durchführung von Umweltschutzaktivitäten zu schulen; dies führte zur Bildung von Umweltklubs in den Schulen.
Letzte Aktualisierung:
02/2026
Weiterführende Links
Relationen zum Projekt
Legende:
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