Lebendige Naturlandschaften: Bewahrung der ökologischen Konnektivität von schützenswerten Lebensräumen in Bhutan

Im Südwesten Bhutans gibt es besondere schützenswerte Biodiversität und Ökosystemleistungen (High Conservation Value Areas), die jedoch ohne einen formalen Schutzstatus sind. Für ihren dauerhaften Schutz auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene sollen sie ein integrativer Bestandteil einer umfassenden Landnutzungsplanung und auch in Managementplänen der Provinz-Fortverwaltungen berücksichtigt werden. Neben dem Aufbau von Wissen und Ressourcen innerhalb der Forstverwaltungen, stattet das Projekt sie ebenfalls mit technischem Equipment aus, um die Managementpläne zu monitoren und umzusetzen. Zudem unterstützt es die Gemeinden vor Ort bei der Verringerung von Mensch-Tier-Konflikten sowie der Sicherung der Wasserressourcen und Ausarbeitung von Geschäftsplänen, um zusätzliches Einkommen zu schaffen. Die Erstellung von Richtlinien, Pilotprojekten sowie der Austausch von Erfahrungen zwischen Provinzen und Behörden sollen Nachahmungseffekte auch in anderen Landschaften und Provinzen ermöglichen.

Projektdaten

Länder
Bhutan
IKI Förderung
8.873.998,00 €
Darin enthaltene Vorbereitungsphase
98.709,79 €
Laufzeit
04/2020 bis 03/2028
Status
laufend
Durchführungs -organisation
World Wide Fund for Nature (WWF) - Germany
Politischer Partner
  • Ministry of Agriculture and Livestock (MoAL) - Bhutan
  • Ministry of Energy and Natural Resources (MoENR) (Bhutan)
  • Ministry of Finance - Bhutan
  • National Land Commission (NLC) - Bhutan
Durchführungspartner
  • Tarayana Foundation (TF)
  • World Wide Fund for Nature (WWF) - Bhutan

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Sicherung von Gebieten mit hohem Schutzwert (High Conservation Values, HCV) in neun Distrikten im Südwesten Bhutans:
    • Die Arbeit zu HCV in Bhutan begann mit dem Aufbau der Kapazitäten der zuständigen Behörden, einschließlich der Entwicklung einer nationalen HCV-Interpretation. Eine HCV-Überprüfung wurde für die neun Forstverwaltungen (DFOs) gemäß der nationalen HCV-Interpretation mit technischer Unterstützung des HCV-Netzwerks durchgeführt. Die Ergebnisse des HCV-Screenings wurden vom Amt für Forst- und Parkdienste (DoFPS) genehmigt, und die identifizierten HCV-Gebiete wurden in das Sekretariat der Nationalen Landkommission (NLCS) aufgenommen. Eine Betriebsanleitung für das Management und Monitoring von HCV wurde 2023 entwickelt; auf dieser Grundlage wurden Entwürfe für Management- und Monitoringpläne für alle neun HCV-Gebiete als Teil der übergeordneten DFO-Managementpläne erstellt.
    • Zwischen Januar und Juni 2024 führten die Forstverwaltungen (DFOs) Konsultationen mit lokalen Gemeinschaften und anderen Interessengruppen auf lokaler Ebene für die neun vorgeschlagenen HCV-Gebiete durch. Insgesamt nahmen 800 Personen (228 Frauen) an den Konsultationssitzungen für die identifizierten und vorgeschlagenen HCV-Gebiete teil.
    • Um bewährte Verfahren und Erfahrungen aus dem HCV-Management und -Monitoring in Malaysia kennenzulernen, reisten im Mai 2024 24 Teilnehmende – darunter DFO-Manager, Mitglieder der nationalen HCV-Expertengruppe und Vertreter der Nationalen Landkommission (NLCS) – zu einer Studienreise in den Bundesstaat Sabah (Malaysia). Die gewonnenen Erkenntnisse werden das Management der HCV-Gebiete in Bhutan unterstützen, einschließlich der Entwicklung von Management- und Monitoringplänen.
    • Um das Bewusstsein für HCV-Konzepte und -Prinzipien zu fördern, wurden Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierungsmaßnahmen intensiviert.
    • Im März 2025 wurde in Zusammenarbeit mit der Bhutan Football Federation eine „HCV-Fußballmeisterschaft“ für Jugendliche organisiert, um das Bewusstsein für die sechs verschiedenen HCV-Kategorien zu schärfen und das Verantwortungsbewusstsein junger Menschen für den Naturschutz zu stärken.
    • Das Projekt arbeitete mit der Journalistenvereinigung von Bhutan zusammen, um Wirkungsgeschichten aus den Projektgebieten innerhalb der Landschaft zu sammeln. Im Juni 2025 wurden sechs Berichte und ein digitaler Beitrag entwickelt und veröffentlicht. Die Berichte behandelten verschiedene Themen im Zusammenhang mit den Projektinterventionen – z. B. die Bedeutung von HCV, die ländliche Wirtschaft und Landwirtschaft, die Sicherung und Bewirtschaftung von Wassereinzugsgebieten und Quellen.
    • Im Juni 2025 wurde im Rahmen des Projekts eine Videodokumentation zu den wichtigsten Konzepten und Grundsätzen von HCV erstellt. Die Dokumentation soll lokale Interessengruppen, Projektpartner*innen und die breite Öffentlichkeit für das HCV-Konzept und die HCV-Grundsätze sensibilisieren, die sechs HCV-Kategorien vorstellen und entsprechende Projektmaßnahmen aufzeigen. Die Dokumentation ist auf der Social-Media-Plattform des WWF Bhutan sowie auf YouTube verfügbar ((www.youtube.com/…, www.youtube.com/…).
  • Nationale Landnutzungszonierung:
    • Das Projekt unterstützte die Arbeiten zur Nationalen Landnutzungszonierung (NLUZ) und zur Landnutzung/Landbedeckung (LULC), die vom Sekretariat der Nationalen Landkommission (NLCS) durchgeführt wurden. Dabei wurde HCV integriert und für die künftige nationale Landnutzungsplanung verankert. Der LULC-Bericht wurde veröffentlicht, und der NLUZ-Bericht wurde am 18. September 2023 vorgestellt.
    • Das Projekt unterstützte das Sekretariat der Nationalen Landkommission (NLCS) bei der Durchführung von Workshops zur Landnutzungskoordination und Datenabstimmung im September 2024, um Landnutzungskonflikte zu lösen und den Basisbericht der NLUZ zu verfeinern. Mitarbeitende des NLCS nahmen außerdem an Schulungen zum Kapazitätsaufbau teil, um ihre Fachkenntnisse im Landmanagement zu erweitern. Zusätzlich wurde eine Publikation über die Nationale Landnutzungszonierung (NLUZ) in Bhutan auf der Konferenz der International Federation of Surveyors (FIG) in Nepal im November 2024 vorgestellt.
    • Nach der Veröffentlichung des Basisberichts der Nationalen Landnutzungszonierung (NLUZ) 2023 wurde erkannt, dass eine kontinuierliche Verbesserung der Zonendaten erforderlich ist, um den Bericht als „lebendes Dokument“ fortlaufend weiterzuentwickeln. Technisches Personal des NLCS (acht GIS-Techniker und Vermessungsingenieure) erhielt im Mai 2025 am Asian Institute of Technology in Bangkok, Thailand, eine weiterführende Ausbildung in Fernerkundung, Kartierung und Datenerhebung / -analyse für die Landnutzungsplanung und -zonierung.
  • Entwicklung von Managementplänen für Forstverwaltungen (DFO):
    • a. Biodiversitätserhebung:
      • Als Voraussetzung für die Entwicklung eines Managementplans wurde zwischen Ende 2022 und Anfang 2023 eine Schnellinventur der Biodiversität in neun Forstverwaltungen durchgeführt, die eine Fläche von 3.168 km² abdeckte. Die Erhebung wurde von 137 Förstern in 198 Untersuchungsrastern (4x4 km) durchgeführt. Die entsprechenden Berichte wurden Anfang 2024 fertiggestellt und nach Genehmigung der Behörden Mitte 2025 zur Veröffentlichung vorbereitet.
      • Die Tarayana Foundation erstellte gemeinsam mit dem Nationalen Biodiversitätszentrum (NBC) und dem College of Natural Resources (CNR) nach Befragungen von Landwirten einen Bericht über invasive Pflanzenarten in der Projektregion. Die Veröffentlichung der Studie und darauf aufbauend Schulungen in den Gemeinden zur Identifizierung und Entfernung invasiver Arten sind geplant.
    • b. Bewertung der Klimawandelanfälligkeit und Erhebung sozioökonomischer Daten:
      • Neben der Biodiversitätserhebung sind eine Bewertung der Anfälligkeit gegenüber dem Klimawandel (CCVA) und eine sozioökonomische Erhebung wichtige Voraussetzungen für die Entwicklung klimaresilienter Managementpläne für die neun Forstverwaltungen im Projektgebiet. Insgesamt wurden von Juli bis Dezember 2023 6.231 Personen (2.284 Frauen) aus dem Projektgebiet befragt, um Informationen über Klimawandel und sozioökonomische Bedingungen zu sammeln. Nach der Datenerhebung nahmen 18 Fachkräfte im November 2023 an einer einwöchigen Schulung zum Thema CCVA am International Centre for Integrated Mountain Development (ICIMOD) in Nepal teil, um zu lernen, wie die Klimaanfälligkeitsbewertung mit den erhobenen Daten durchgeführt wird.
      • Von Januar bis Juni 2024 wurden auf Grundlage der Datenerhebung und Schulungen Berichte zur CCVA und zur sozioökonomischen Erhebung sowohl auf Landschaftsebene als auch auf DFO-Ebene erstellt. Diese Berichte befinden sich in der Veröffentlichung, und die Ergebnisse werden in die Managementpläne der DFOs integriert.
    • c. Entwurf ganzheitlicher Managementpläne für Forstverwaltungen (DFOs):
      • Die Forstverwaltung Paro (DFO) wurde als Pilotstandort für die Entwicklung eines Managementplans ausgewählt, um Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Prozess in andere DFO-Managementpläne einfließen zu lassen. Ein Entwurf des Managementplans für Paro DFO für die kommenden zehn Jahre wurde 2023 erstellt und enthält Management- und Monitoringpläne für HCV-Gebiete innerhalb des DFO. Der Entwurf wurde bis Dezember 2024 weiter überarbeitet, insbesondere im Hinblick auf die Integration von Geschlechteraspekten, Umwelt- und Sozialschutzmaßnahmen sowie HCVs.
      • Unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus den HCV-Screenings, Biodiversitätsbewertungen, sozioökonomischen und Klimawandelanfälligkeits-Erhebungen (CCVA), den Untersuchungen zu Mensch-Wildtier-Konflikten und den Bedrohungsanalysen haben die neun DFOs gemeinsam ganzheitliche, klimaresiliente Managementpläne entwickelt. Diese wurden in enger Abstimmung mit wichtigen Interessengruppen, einschließlich lokaler Gemeinschaften, in einem inklusiven und partizipativen Prozess erarbeitet. Geführt durch die im Rahmen des Projekts entwickelten Leitlinien für DFO-Managementpläne integrieren diese Pläne Umwelt- und Sozialschutzmechanismen mit einem besonderen Fokus auf Gleichstellung der Geschlechter. Neben anderen Bewirtschaftungsregimen konzentrieren sich die Pläne insbesondere auf HCV-Gebiete und enthalten spezifische Strategien für deren Schutz und nachhaltige Nutzung.
      • Interne Konsultationen zu den Entwürfen der DFO-Managementpläne wurden innerhalb der DFOs mit 40 Forstbeamten durchgeführt, um Rückmeldungen zu den Entwürfen einzuholen, bevor sie bis Juli 2025 vom Technischen Beratungsausschuss (TAC) des Ministeriums genehmigt werden.
      • Die neun Managementpläne der DFOs sehen ein umfassendes und ganzheitliches Management für insgesamt 983.500 Hektar vor, wobei ökologische, soziale und wirtschaftliche Ziele mithilfe datengestützter, anpassungsfähiger und nachhaltiger Verfahren miteinander verbunden werden. Dazu gehören verschiedene Managementformen wie Gemeinschaftswälder, Gebiete für die Gewinnung von Nicht-Holz-Waldprodukten (NWFP) sowie HCVAs.
    • d. Überarbeitung von Managementplänen anderer Waldmanagementregime innerhalb der DFOs:
      • Bis Dezember 2025 wurden in insgesamt neun Forstbezirken (DFOs) insgesamt 8.818 Hektar umfassende spezielle Managementpläne überarbeitet, die Gemeinschaftswälder (CF), Waldmanagementeinheiten (FMU) und NWPF einschließen. Dies umfasst die Überarbeitung der Bewirtschaftungspläne für 16 CFs, 3 NWFPs und 1 FMU.
  • Entwicklung von Forstbaumschulen:
    • Forstbaumschulen wurden in Dagana, Samtse, Thimphu und Tsirang DFOs eingerichtet, um die Baumplantagen auszuweiten und die Landschaftsgestaltung zu verbessern. Darüber hinaus wurde bis Ende Oktober 2024 in Gelephu am Ugyen Wangchuck Institute of Forest Research and Training eine Hightech-Forstbaumschule eingerichtet, um die Vermehrung und Kultivierung hochwertiger Holz- und Nicht-Holz-Waldprodukte (NWFP) zu unterstützen, insbesondere von Adlerholz (Aquilaria spec.). Die Baumschule in Gelephu soll außerdem Forschung zu innovativen Vermehrungstechniken, Schädlings- und Krankheitsmanagement fördern und als Schulungszentrum für Baumschulbetreiber, Landwirte und Forstpersonal dienen, mit einer jährlichen Produktionskapazität von über 60.000 Setzlingen.
  • Verbesserung der Lebensgrundlagen:
    • a. Ökotourismus:
      • Die Entwicklung von Ökotourismus-Einrichtungen an fünf verschiedenen Standorten (Dagana, Gedu, Samtse, Sarpang und Zhemgang DFO) wurde 2023 abgeschlossen. Dazu gehörten der Bau und die Instandhaltung von Öko-Wanderwegen, die Errichtung von Besuchereinrichtungen und die Anbringung von Beschilderungen. Es wird erwartet, dass mindestens 21.740 Menschen in der Projektlandschaft davon profitieren werden.
      • Eine Studie zur Erhaltung und Anwendung von lokalem und traditionellem Wissen wurde abgeschlossen, die sich auch mit zentralen Themen des Projekts befasst, wie z. B. dem Umgang mit Konflikten zwischen Mensch und Wildtieren, Maßnahmen zum Wassermanagement und der Anpassung an den Klimawandel.
      • Im Juni 2025 wurde eine Schulung zum Management und Betrieb von Privatunterkünften für 20 Teilnehmer (11 Frauen und 9 Männer) aus den Distrikten Dagana und Gedu durchgeführt. Die Schulung soll ihre Fähigkeiten zur Entwicklung neuer Gastfamilienunterkünfte und zur Verwaltung der bestehenden Unterkünfte in ihren jeweiligen Dörfern verbessern.
      • Der Bau der Community Lodge im Dorf Jigme im Bezirk Samtse wurde im Dezember 2025 abgeschlossen. Ziel ist es, zusätzliche Einkünfte zu generieren und gleichzeitig die einzigartige lokale Lhop-Kultur zu bewahren, zu der ethnische Gruppen gehören, die in den südwestlichen Tiefebenen Bhutans leben. Für Vertreter der lokalen Gemeinschaft, die die Lodge verwalten und Dienstleistungen erbringen, wurde vom Bhutan Institute of Tourism and Hospitality eine Grundausbildung im Gastgewerbe (10-tägiges Programm) durchgeführt.
      • Im Dezember 2025 wurde eine Machbarkeitsstudie zu Ökotourismus-Standorten und -Angeboten erfolgreich abgeschlossen, in der drei vielversprechende Standorte für die weitere Entwicklung hervorgehoben wurden: Patshaling Gewog (Vogelbeobachtungsgebiete Darey Sho und Darachu), die Pilgerstätte Rangtse Nye in Gakiling Gewog (Pilgerstätten und Vogelbeobachtungsgebiete) sowie die Stätte Thselung Nye in Tshaluna Gewog (Pilgerstätten und Privatunterkünfte im Zusammenhang mit dem kulturellen Erbe der Menchu – Heißstein- oder Thermalbäder als traditionelle Heilmethode). Die Studie bestätigte, dass diese Standorte angesichts ihrer Nachhaltigkeit, des Engagements der lokalen Bevölkerung, ihrer Marktattraktivität und ihrer infrastrukturellen Bereitschaft über ein großes Potenzial verfügen.
    • b. Mensch- Wildtier Co-Existenz:
      • Da Konflikte zwischen Mensch und Wildtieren (HWC) als ein großes Problem angesehen werden, das die Lebensgrundlage der lokalen Gemeinschaften in und um Wildtierlebensräume beeinträchtigt, wird das HWC-Management auf der Grundlage des C2C-Ansatzes (Conflict to Coexistence) des WWF umgesetzt. Die zuständigen Beamten aus neun DFOs wurden in der ersten Hälfte des Jahres 2024 im C2C-Ansatz geschult, und in acht Gewogs wurde eine HWC-Bewertung unter Verwendung des C2C-Bewertungsrahmens durchgeführt. Anschließend wurden nach einer detaillierten Bewertung der Konflikte in enger Abstimmung mit den Interessengruppen, einschließlich der lokalen Gemeinschaften, Strategien zum Management von Konflikten zwischen Mensch und Wildtier (HWC) für acht von 18 Gemeinden (Gewogs) gemeinsam entwickelt. Die C2C-Bewertung für die verbleibenden 10 Gewogs mit hohem HWC-Risiko wurde im Mai und Juni 2025 durchgeführt. Die C2C-Strategie für diese 10 Gewogs befindet sich in der Endphase der Gestaltung und des Drucks, nachdem sie im Dezember 2025 vom Technischen Beratungsausschuss (TAC) des Projekts diskutiert und gebilligt wurde.
      • Im Rahmen der C2C-Strategie haben der WWF Bhutan und die Tarayana Foundation in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 Elektro- und Maschendrahtzäune errichtet, um die Felder der Bauern in Gemeinden mit hohem Wildtieraufkommen in acht Gewogs zu schützen. Bis Dezember 2025 wurden in den Gewogs Samphelling, Lhamoizingkha, Gakiling und Tashicholing insgesamt 16 Kilometer Einzäunung fertiggestellt, wovon rund 300 Haushalte profitieren. Der Bau weiterer Zäune ist in vier Gewogs im Gange (mit einer geplanten Gesamtlänge von 9,5 km), und im Gewog Dungkharling wird eine Elefantenschutzmauer errichtet, zusammen mit der Installation von solarbetriebenen Straßenlaternen, die die Sicherheit der Anwohner bei Nacht verbessern werden.
    • c. Nachhaltige Landwirtschaft:
      • Die Rückgewinnung von brachliegendem Hangland ist eine Maßnahme, die dazu beiträgt, zusätzliches Ackerland für Dorfgemeinschaften in Hanglagen zu gewinnen. In den Hang werden Terrassen gegraben, die durch einfache Steinmauern mit Mauerkronen stabilisiert werden, um zu verhindern, dass der Boden bei starken Regenfällen weggespült wird. Zwischen März und Juni 2025 wurden im Dorf Balakhop (Distrikt Tsirang) 9 Hektar Ackerland aus Brachland geschaffen. Davon profitieren 24 Haushalte.
      • Das Projekt leistete auch finanzielle Unterstützung, um den Gemeindemitgliedern aus dem Dorf Balakhop die Teilnahme an der Tarayana-Jahresmesse zu ermöglichen, die in der ersten Maiwoche 2025 in Thimphu stattfand. Die jährliche Messe konzentriert sich auf kleine ländliche Unternehmen, handwerkliche und landwirtschaftliche Produkte. Sie ist ein wichtiger Treffpunkt, an dem Produzenten ihre Produkte präsentieren, Fachwissen austauschen und neue Geschäftsbeziehungen knüpfen können. Der Stand des Dorfes Balakhop erzielte während der Messe einen Umsatz von umgerechnet 3.500 Euro.
      • Von Juni bis Dezember 2025 wurden eine Reihe von Maßnahmen zur nachhaltigen Landbewirtschaftung (SLM) in mehreren Gewogs der Dzongkhags (Bezirke) Tsirang, Zhemgang, Haa, Samtse, Chhukha, Dagana und Paro durchgeführt, die eine Gesamtfläche von 64 Hektar umfassten und 218 Haushalten zugutekamen. SLM umfasst den Bau von Steinumzäunungen um Obstbäume in Hanglagen (Steinbeete), die Erde und Regenwasser zurückhalten, sowie die Anlage von Kompostgruben und Heckenreihen.
    • Aufbau von Kapazitäten bei Projektpartnern und Begünstigten:
      • Bis Juni 2024 wurden insgesamt 551 (192 Frauen) Mitglieder lokaler Gemeinschaften, die jeweils einen Haushalt vertreten, in der Bewirtschaftung von Nicht-Holz-Waldprodukten und Gemeinschaftswäldern geschult. Weitere Schulungen für Gemeinschaften umfassten Wurmkompostierung und den Umgang mit invasiven Pflanzenarten (472 Personen).
      • Insgesamt 420 Forstbeamte und 38 Beamte des Sekretariats der Nationalen Landkommission (NLCS) nahmen von Januar bis Dezember 2024 an verschiedenen Schulungen zum Kapazitätsaufbau teil. Die Schulungen umfassten die Themen Waldbrandmanagement, Konfliktmanagement zwischen Mensch und Wildtieren, SMART-Patrouillen, GIS, Drohnenbetrieb, Artenforschung und -erhebungen einschließlich Datenanalyse und Berichterstattung, nachhaltige Waldbewirtschaftung, Waldschädlingsbekämpfung sowie grundlegende Schulungen zur Identifizierung von Flora und Fauna.
      • Die Tarayana Foundation stellte im Dezember 2023 auf der COP28-Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Dubai Projektmethodiken und Auswirkungen auf die Wasserressourcenbewirtschaftung vor.
      • Mit dem Ziel, das Bewusstsein für Naturschutz zu schärfen, wurden in den neun DFOs öffentliche Aufklärungskampagnen durchgeführt, die sich auf die Prävention von Waldbränden, neue Vorschriften und Regelungen zum Wald- und Naturschutz sowie Online-Forstdienstleistungen konzentrierten. Insgesamt nahmen 6320 Personen (1704/F) an den Aufklärungsveranstaltungen teil.
      • Um die institutionellen Partnerschaften zwischen dem DoFPS und ausländischen Institutionen zu verbessern und bestehende Kooperationen zu stärken oder neue aufzubauen, besuchten drei Teams mit insgesamt 14 Mitgliedern im Mai und Juni 2024 drei verschiedene Institutionen: 1. das Max-Planck-Institut für Tierverhalten in Deutschland, 2. die University of New England und die Charles Sturt University in Australien und 3. die Kasetsart University und die Mae Hong Son Organic Company in Thailand.
      • Zur Unterstützung der gemeindebasierten Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen wurden lokale Gemeinschaften durch den Aufbau von Kapazitäten für die Bewirtschaftung von Gemeinschaftswäldern und Nicht-Holz-Waldprodukten unterstützt. Die Gemeinschaften aus 18 Gemeinschaftswäldern und vier Nicht-Holz-Waldproduktgruppen wurden zwischen Januar und Dezember 2024 in den Bereichen Ressourcenbewertung und Entwicklung von Bewirtschaftungsplänen geschult, wovon 106 Haushalte profitierten.
      • Am Ugyen Wangchuck Institute for Conservation and Environmental Research (UWICER) wurde eine Baumschule eingerichtet. Die Baumschule dient nicht nur der Aufzucht von Setzlingen, sondern auch als Demonstrations- und Ausbildungsstätte für angehende Förster am UWICER. Darüber hinaus wurden Baumschulen in den fünf Forstämtern Tsirang, Dagana, Samtse, Gedu und Paro eingerichtet.
      • Zwei Fortgeschrittenenkurse zum Thema Drohnenbetrieb wurden für das Sekretariat der Nationalen Landkommission (NLCS) und für die Abteilung für Forst- und Parkdienstleistungen (DoFPS) durchgeführt. Insgesamt 31 (4 Frauen) Beamte des DoFPS und 13 (2 Frauen) des NLCS wurden in Vermessung, Kartierung und Monitoring mit Drohnen einschließlich grundlegender Wartung und Datenanalyse geschult.
      • Insgesamt 1140 Forstmitarbeitende aus verschiedenen Dienststellen des Ministeriums für Forst- und Parkwesen nahmen von Januar bis Dezember 2025 an Fortbildungen zur Kompetenzsteigerung teil. Die Schulungen befassten sich mit der Minderung von Mensch-Tier-Konflikten (C2C-Bewertungen), der Rettung und Rehabilitation von Wildtieren, der Leitung von kommunalen Waldmanagementgruppen, der Durchsetzung von Naturschutzgesetzen sowie der Nutzung von SMART Version 06 (SMART – Spatial Monitoring and Reporting Tool, eine Open-Source-Software und ein Schulungsprogramm zur Erfassung und Verarbeitung von Daten, die bei Rangerpatrouillen gewonnen werden), HCV-Management und -Monitoring, HCV-Leitlinien, die Verarbeitung und Destillation von Agarholz (Aquilaria spec.), schonende Holzgewinnung, Frauen in Führungspositionen und Empowerment im Naturschutz sowie die Monitoring und Bewertung verschiedener Waldmanagementsysteme..
      • 11 Mitarbeiter der Tarayana Foundation besuchten im Juni 2025 das Internationale Zentrum für integrierte Bergentwicklung (ICIMOD) in Nepal, um Wissen und Erfahrungen über die Umsetzung kostengünstiger, integrierter und kontextspezifischer Maßnahmen auszutauschen. Der Besuch hob bewährte Verfahren im Bereich Wasserschutz, Wiederherstellung von Einzugsgebieten und nachhaltige Wassernutzung hervor und betonte gleichzeitig gemeindebasierte Ansätze zur Erhaltung und Verbesserung von Quellflüssen.
      • Zwischen April und Juni 2025 fanden mehrere Sensibilisierungs- und Koordinierungstreffen zur Waldbrandprävention, zur Sensibilisierung für HCV-Konzepte, zur Fütterung von Wildtieren, zur Minderung von HWC und zur Überarbeitung der bestehenden Gesetzgebung im Einklang mit den neuen nationalen Entwicklungszielen statt. Insgesamt nahmen 489 Beamte des DoFPS und anderer relevanter Behörden an diesen Treffen teil.
      • In Haa und Dagana wurde ein Schulungsprogramm für Wasserverwalter und Sanitärtechniker durchgeführt. Insgesamt nahmen 269 Personen an der Schulung teil (83 Frauen, 186 Männer).
      • 154 Gemeindemitglieder aus den Distrikten Tsirang und Chhukha wurden in der Vermicompostierung geschult. Vermicompost stellt die bei der Landerschließung (Terrassierung) verlorenen Nährstoffe und Humus im Boden wieder her und verwandelt eine invasive Unkrautart (Ageratina adenophora) in organischen Dünger.
    • Sicherung der Wasserressourcen:
      • Auf der Grundlage des zuvor veröffentlichten Berichts zur Bewertung der Quellgebiete wurden an 29 verschiedenen Standorten in 10 Gewogs in sieben Distrikten des Projektgebiets Arbeiten zur Bewirtschaftung der Quellgebiete und zur Verbesserung der Wasserversorgung durchgeführt, von denen 5010 Menschen (2448 Frauen) aus 830 Haushalten direkt profitierten. Die Maßnahmen umfassen die Erprobung der Verbesserung von Quellwasserauffüllungsgebieten, die Installation von Regenwassersammelanlagen, die Entwicklung von Wasserfilter- und -speicheranlagen, die Verbesserung der Wasserverteilung durch Rohrleitungen und Wasserpumpen im Dorf sowie die Bildung einer Wassernutzergruppe. Eines der Wassermanagementprojekte wurde am 1. Oktober 2023 von Ihrer Majestät Königinmutter Dorji Wangmo Wangchuck, der Gründungspräsidentin der Tarayana Foundation, eingeweiht.
      • Zusätzliche Maßnahmen zur Wassergewinnung wurden zwischen Januar und Dezember 2024 an 18 verschiedenen Standorten in vier Gewogs in drei Distrikten durchgeführt, von denen 534 Haushalte und 2703 Menschen (1383 Frauen) profitierten. Insgesamt wurden bis Dezember 2024 in 18 Gewogs in neun Distrikten des Projektgebiets Wassergewinnungsprojekte eingerichtet, von denen 1364 Haushalte mit einer Bevölkerung von 7713 Menschen (3831 Frauen) profitierten.
      • Von Mai bis Dezember 2025 konzentrierte sich das Projekt auf die Wiederbelebung versiegender Quellen durch Maßnahmen zur Bewirtschaftung des Quellgebiets, insbesondere durch das Ausheben von Grundwasserauffanggräben in ausgewiesenen potenziellen Grundwasserauffangzonen. Die Grundwasserauffanggräben werden entlang der Konturlinien des Hangs ausgehoben, um die Wasserinfiltration zu erhöhen und so die natürliche Auffüllung des Quellwassers im Einzugsgebiet und im Grundwasserauffanggebiet zu verbessern.
      • Insgesamt wurden 22 Quellen in neun Gewogs in sieben Dzongkhags im Rahmen dieser Initiative erfasst. Die Maßnahmen zur Grundwasseranreicherung wurden auf einer Gesamtfläche von 67 Hektar durchgeführt und kamen etwa 675 Haushalten sowie rund 250 Mönchen im Dorf Sali im Gewog Dogar, Dzongkhag Paro, zugute.
      • Im Mai 2025 wurde im Bezirk Zhemgang eine Maßnahme zur Grundwasseranreicherung im Einzugsgebiet der Quellen Song They und Bodhygang für zwei Dörfer (Tali und Kikhar) durchgeführt. Entlang der Höhenlinien des Hangs wurden Anreicherungsgräben ausgehoben, um die Wasserversickerung zu erhöhen und so die natürliche Grundwasserneubildung im Einzugsgebiet und im Anreicherungsgebiet auf einer Fläche von 14,5 Hektar zu fördern.
    • Zahlungen für Ökosystemleistungen (PES) – Wassereinzugsgebiet des Omchhu:
      • Die erste Vereinbarung über Zahlungen für Ökosystemleistungen (PES) wurde am 4. Februar 2026 in Phuentsholing offiziell unterzeichnet; die Zeremonie wurde von Dorji Wangmo Wangchuck, Ihrer Majestät der Königinmutter, beehrt. Das Programm zielt auf das Omchhu-Einzugsgebiet ab, insbesondere auf die Chiwogs Wangduegatshel und Marpji (zwei lokale Gemeinschaften), die als Schlüsselgebiete für den Schutz des Einzugsgebiets dienen. Im Rahmen dieser Vereinbarung fungiert Phuentsholing Thromde als Wasserverbraucher im Unterlauf und nutzt die Ressourcen des Wassereinzugsgebiets zur Versorgung von etwa 27.658 Einwohnern, wobei rund 1.775 Haushalte an Wasserzähler angeschlossen sind. Durch die Verknüpfung von Schutzbeauftragten im Oberlauf mit Verbrauchern im Unterlauf über den PES-Mechanismus fördert die Vereinbarung eine gemeinsame Verantwortung für den Erhalt des Wassereinzugsgebiets. Diese Initiative unterstützt eine nachhaltige Bewirtschaftung des Wassereinzugsgebiets, verbessert die lokalen Lebensgrundlagen und gewährleistet den langfristigen Erhalt des Omchhu-Ökosystems.
    • Entwicklung von Geschäftsplänen:
      • Das Projekt hat die Entwicklung von Geschäftsplänen für vier Distrikte (Samtse, Haa, Zhemgang und Tsirang) erfolgreich abgeschlossen, mit dem Ziel, das lokale Unternehmertum zu stärken und Initiativen für nachhaltige Lebensgrundlagen anzuleiten.
      • In Zhemgang Dzongkhag, Kheng-Rig, brachte das Projekt „Pick: Bamboo Toothpicks Crafted in Bhutan“ hervor, während es in Tsirangtoed Gewog, Tsirang Dzongkhag, „Tsirang Bamboo Bliss“ unterstützte, das eine Vielzahl von Wohnaccessoires aus Bambus herstellt.
      • Im Gewog Youkha im Dzongkhag Haa stellt die Initiative „Youkha Desho House“ hochwertige Produkte aus der Seidelbastpflanze her, während sich „Lhop Desho“ im Dorf Jigme im Gewog Dorokha im Dzongkhag Samtse auf Kunsthandwerk aus Seidelbast konzentriert. Aus der Rinde des Seidelbaststrauchs lässt sich hochwertiges Papier herstellen. Dieses ist insbesondere unter dem Namen Lokta-Papier bekannt.
      • Darüber hinaus wurde eine 15-tägige Schulung zu Unternehmensführung und Betriebsplanung durchgeführt, um Unternehmern in ländlichen Gebieten dabei zu helfen, die entwickelten Geschäftspläne in die Praxis umzusetzen.

Letzte Aktualisierung:
04/2026

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Videos zum Projekt

Schülerinnen beim Wasserholen in Bhutan

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Meldungen zum Projekt

21.05.2021

#ForNature: Internationaler Tag der Biodiversität

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