17.06.2026

Die Internationale Klimaschutzinitiative beim Tag der offenen Tür

Am Wochenende des 20. und 21. Juni sind die Häuser der Bundesregierung für die Öffentlichkeit in Berlin geöffnet. Auch die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) ist dabei!

Auch in diesem Jahr ist die IKI beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung vertreten. Wir freuen uns, Sie persönlich an unserem IKI-Stand im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) begrüßen zu dürfen oder wenn Sie am Stand „Klimaaußenpolitik / Klima & Sicherheit“ im Auswärtigen Amt (AA) mit Mitarbeitenden des IKI Office ins Gespräch kommen.

Hier erhalten Sie weitere Einblicke in vier IKI-Projekte, die Sie vielleicht bereits an unserem Stand entdeckt haben:

Küstenschutz in Vietnam: Setzlinge als Klimahelfer

Entlang der Küstenlinie Vietnams sind die Küstenwälder zentral für den Schutz der ländlichen Bevölkerung und der Kleinbauern vor Unwettern. Ein IKI-Projekt zeigt, wie Küstenwälder mit einheimischen Baumarten wiederhergestellt werden können. Eine der wichtigsten Lehren aus dem IKI-Projekt: Auf die Setzlinge kommt es an! 

2020 war es an der Gründung einer „Best-Practice-Baumschule" beteiligt. Die Baumschule ist auf die Aufzucht einheimischer Baumarten und die Erzeugung von Setzlingen mit starken und robusten Wurzelsystemen spezialisiert, die gut an extreme Klimabedingungen angepasst sind. Seit Herbst 2023 konnten bereits über 130.000 klimarobuste Setzlinge aus der Baumschule gepflanzt werden.

Im nächsten Schritt sollen unter anderem eine nachhaltige Geschäftsstrategie für die Baumschule entwickelt und eine Samenbank aufgebaut werden. Außerdem wird die Baumschule Fortbildungen anbieten, um Partnern und lokalen Gemeinschaften Best-Practice-Methoden zu vermitteln – und sie bei der Gründung und dem Betrieb von eigenen Baumschulen beraten. Fazit: Auch scheinbar kleine Dinge – wie die Qualität von Setzlingen – können einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels leisten.

Nachhaltige Lieferketten schützen Wälder in Afrika

Entwaldungsfreie Lieferketten werden in Afrikas Kakao- und Kaffeesektor zunehmend Realität – dank neuer Finanzierungsansätze, die Investitionen an Nachhaltigkeitsergebnisse koppeln. Unterstützt von der IKI hat die Rebuild Facility seit 2020 mehr als 83.250 Landwirtinnen und Landwirte unterstützt, über 143.371 Hektar Land ökologisch verbessert und 36 Millionen Euro für nachhaltige Unternehmen in fünf Ländern mobilisiert.

Der Ansatz: Finanzierungen werden an klare Bedingungen geknüpft, zum Beispiel an entwaldungsfreie Beschaffung und Verbesserungen der Lebensgrundlagen. So können lokale Unternehmen wachsen und gleichzeitig nachhaltige Landnutzungspraktiken - inklusive Waldschutzes - beibehalten. Die Unternehmen erhalten Betriebskapital, um landwirtschaftliche Erzeugnisse einzukaufen, und zahlen dieses erst nach dem Verkauf der Produkte zurück. Dadurch wird der Druck verringert, ihre Aktivitäten auf Waldgebiete auszuweiten. Darüber hinaus bietet Rebuild praktische Unterstützung, damit die Unternehmen ihre Strukturen stärken, ihre Lieferketten nachvollziehbar abbilden und internationale Standards erfüllen können.

Das Modell zeigt: Wenn Finanzierungsmodelle Nachhaltigkeit belohnen und lokale Gegebenheiten berücksichtigen, können sie Lieferketten grundlegend verändern – und damit Wälder schützen und gleichzeitig die Lebensgrundlagen der Menschen vor Ort verbessern.

Gemeinsam für den Schutz des Pazifiks

Im Südostpazifik finden sich einige der weltweit wichtigsten marinen Ökosysteme und Wanderrouten für die „Blue Five“: Wale, Haie, Meeresschildkröten, Delfine und Mantarochen. Der Schutz ihrer Lebensräume erfordert ein Handeln über Landes- und Schutzgebietsgrenzen hinweg! 

Mit diesem Ziel vor Augen wurde das „Netzwerk der Meeres- und Küstenschutzgebiete des Südostpazifiks“ (RAMPAS) gegründet, das von der IKI unterstützt wird. Das Netzwerk stärkt die ökologischen Verbindungen und das gemeinsame Management von mehr als 100 Meeresschutzgebieten in Chile, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, Panama und Peru. 

Derzeit treibt es die Umsetzung des Strategieplans 2025 bis 2035 voran. Dazu gehört auch, dass in der Region fachliche Kompetenzen für den Meeresschutz gestärkt und neue Ansätze für die langfristige Finanzierung des Meeresschutzes vorangebracht werden. Das Vorhaben zeigt, wie grenzüberschreitende Zusammenarbeit den Schutz mariner Biodiversität stärken kann – und schafft eine wichtige Grundlage für widerstandsfähige und nachhaltigere Meeresökosysteme im Südostpazifik.

Klimafreundliche Kühlung unter realen Bedingungen

Extreme Hitze, wachsende Städte und steigender Energiebedarf setzen den Kühlsektor im Nahen Osten und Nordafrika unter Druck. In Jordanien zeigt die IKI, dass klimafreundliche Alternativen funktionieren – und marktreif sind: 

Bei der jordanischen Zollbehörde in Amman wurden die ersten begehbaren CO₂-Kühlräume des Landes installiert. Das System versorgt Kühlflächen unterschiedlicher Temperaturzonen zuverlässig und erreicht trotz hoher Außentemperaturen eine stabile Effizienz. Das natürliche Kältemittel CO₂ ersetzt klimaschädliche Lösungen und kann über die Lebensdauer der Anlage rund 85 Tonnen CO₂-Äquivalente einsparen. Gleichzeitig verbessert die Anlage die Lebensmittelsicherheit und liefert belastbare Betriebsdaten für Banken, Logistikunternehmen und den Handel.

Ein zweites Demonstrationsprojekt im Meeresschutzgebiet von Aqaba setzt auf eine Propan-basierte Klimaanlage, die selbst bei Temperaturen über 46 °C effizient arbeitet. Der Austausch eines alten Systems reduziert direkte Emissionen um bis zu 22 Tonnen CO₂-Äquivalente über die Lebensdauer der Anlage und dient zugleich als Trainings- und Demonstrationsstandort für Fachkräfte.

Die Pilotanlagen wirken auch in Politik und Markt: Die gewonnenen Erkenntnisse flossen in Jordaniens ersten Nationalen Aktionsplan für Kühlung ein, der gemeinsam mit dem IKI-Projekt entwickelt wurde. So verbindet die IKI technische Demonstration, Kapazitätsaufbau und politische Planung – und legt den Grundstein für eine skalierbare Transformation hin zu klimafreundlicher Kühlung.

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