16.02.2026

Elektro-Lastenräder senken Emissionen in Ghana

Eine Hand mit Schraubenschlüssel arbeitet am Hinterrad eines Elektro-Lastenrades.

Fortschritt im Transportsektor: Lokal hergestellte E-Räder beschleunigen den Übergang zum klimafreundlichen Verkehr und schaffen grüne Arbeitsplätze.

Weniger Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, dafür mehr Jobs mit Perspektive. Auf diese Ziele war das Projekt „Elektrische Lastenräder Made in Ghana“ ausgerichtet. Eine Finanzierung durch die Medium Grants der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) machte die Umsetzung möglich.

Im Rahmen des Projekts wurden elektrische Lastenräder sowie solarbetriebene Ladesysteme hergestellt. Um nachhaltige Mobilität und grüne Arbeitsplätze gemeinschaftlich voranzutreiben, fanden zudem auch Dialogformate mit Interessengruppen statt. Das Projekt konnte praktisch unter Beweis stellen: Elektrische Lastenräder, die passgenau den Anforderungen des ghanaischen Verkehrssektors entsprechen, lassen sich vor Ort produzieren, betreiben und warten.

Insgesamt wurden 17 elektrische Lastenräder hergestellt und getestet, wobei ein starker Fokus auf der Wiederverwendung von Rohstoffen lag. Im Durchschnitt bestanden die Räder zu mehr als 65 Prozent aus lokal bezogenen oder recycelten Materialien – ein Beleg für das Potenzial ghanaischer Handwerkskunst und regionaler Lieferketten. Das Projekt lieferte wertvolle Erkenntnisse zu Bauteilbeschaffung, Rahmenfertigung, Batterielösungen und den Qualifikationsanforderungen für die Skalierung der lokalen Produktion.
 

Fünf schwarze Elektro-Lastenräder stehen vor einer bunt bemalten Wand.
Umweltfreundliche Alternative zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor: Elektro-Lastenräder entlasten den Verkehr in Ghana.

Klimaschutz und grüne Arbeitsplätze 

Durch den Einsatz der Elektro‑Lastenräder im Lieferverkehr konnte das Projekt direkt zur Reduktion von Treibhausgasen beitragen. Die Testfahrzeuge legten zusammen über 65.000 Kilometer zurück, ersetzten dabei konventionelle fossil‑basierte Transporte und verhinderten so mehr als 5 Tonnen CO₂‑Emissionen.

Gleichzeitig zeigte sich auch das Potenzial von E‑Mobilität für die Schaffung von Arbeitsplätzen. Durch die Projektaktivitäten entstanden 24 Stellen, darunter Techniker, Handwerker und Lieferfahrer. Eine zentrale Rolle spielten dabei junge Fachkräfte: Sie bekamen Unterstützung durch Stipendien, erhielten technische Schulungen und konnten Praxiserfahrung in Produktion, Wartung und Betrieb von Elektrofahrrädern sammeln.

Ergänzend zur Förderung der Elektromobilität erprobte das Projekt in Accra eine solarbetriebene Batterielade‑ und Austauschstation. Teils aus generalüberholten Photovoltaik‑Komponenten gebaut, demonstrierte die mobile Station, wie erneuerbare Energien und Kreislaufwirtschaft zusammenwirken können, um E‑Mobilitätssysteme zu unterstützen. Die Betreiber wurden in sicherer und effizienter Stationsführung geschult und legten so die Grundlagen für den Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Ein zentrales Ergebnis des Projekts ist die Validierung eines abonnementbasierten Leasingmodells für Elektro‑Lastenräder. Das Modell wurde speziell für Fahrer entwickelt, die Lieferungen auf der letzten Meile übernehmen. In Zusammenarbeit mit Lieferplattformen und Fahrern getestet, zeigte das Modell hohe Akzeptanz und wirtschaftliche Tragfähigkeit – auch unter sich wandelnden Marktbedingungen. Fahrer betonten die reduzierten täglichen Betriebskosten als wichtigsten Vorteil, was das Potenzial von Elektromobilität unterstreicht. 
 

Vier Personen betrachten einen Bildschirm, auf dem die Pläne für eine Ladestelle für Elektro-Räder zu sehen ist.
Das Projekt in Accra entwickelte und erprobte auch eine solarbetriebene Batterielade‑ und Austauschstation.

Bewusstseinsstärkung und Ausbau des E‑Mobilitäts‑Ökosystems 

Im Rahmen der Net‑Zero‑Accra‑Plattform erhöhte das Projekt das Bewusstsein und das Wissen über Elektromobilität in Ghana. Zwei große öffentliche Veranstaltungen brachten über 110 Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Finanzwesen, Zivilgesellschaft und der E‑Mobilitäts‑Branche zusammen. Die Teilnehmenden tauschten Erfahrungen aus, diskutierten Hindernisse und Chancen und präsentierten Lösungen der Elektromobilität.

Wesentliche Ergebnisse und politisch relevante Erkenntnisse wurden in einem Impact‑Report zusammengefasst, der Empfehlungen für die Integration von Elektro‑Lastenrädern in Ghanas Verkehrssysteme enthält. Durch die Zusammenarbeit mit der Africa E-Mobility Alliance förderte das Projekt den regionalen Austausch und verankerte Ghanas Erfahrung in einem breiteren panafrikanischen Kontext.

Vier lachende Personen stehen in der Stadt Accra um ein Elektro-Lastenrad und unterhaltne sich.
Elektro-Lastenräder erobern die Straßen in Ghana.

Nachhaltige Wirkung über das Projekt hinaus

Die Ergebnisse prägen das ghanaische E‑Mobilität-System auch über die reine Projektlaufzeit hinaus. Aufbauend auf dem Pilotprojekt und die geschaffenen Partnerschaften werden Elektro‑Lastenräder mittlerweile von Akteuren des Privatsektors in größerem Umfang produziert. Diese betreiben heute bereits mehr als 300 Elektrofahrräder in Accra. Dadurch entstanden über 400 grüne Arbeitsplätze im Liefer‑ und E‑Mobilitäts‑Sektor, vor allem für junge Menschen und Frauen. Diese Entwicklungen bestätigen die Rolle des IKI-Projekts als wichtiger Impulsgeber für nachhaltigen Verkehr, grüne Arbeitsplätze und Klimaschutz in Ghana.

Über die IKI Medium Grants

Mit dem IKI-Medium-Grants-Förderinstrument, das von der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH umgesetzt wird, fördert die Bundesregierung Projekte zum Schutz des Klimas und der Biodiversität, die gezielt kleinere zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure in Entwicklungs- und Schwellenländern einbeziehen. Zusammen mit den IKI Large Grants und den IKI Small Grants vervollständigen die IKI Medium Grants das wettbewerbliche Förderinstrument IKI Compete.

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