05.09.2023

Marshallinseln: Auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Seeschifffahrt

Versorgungsschiff
Südkorea, Juni 2023: Baubeginn des Pacific Island Supply Vessel, das moderne und effiziente Segeltechnologie mit Photovoltaik-Einheiten zur Stromerzeugung verbinden wird.

Die IKI unterstützt die Entwicklung eines umweltfreundlichen Segelschiffs, das auch zu Ausbildungszwecken genutzt werden wird.

Die Marshallinseln sind ein Inselstaat im Pazifik, der stark von importierten fossilen Kraftstoffen abhängig ist – und der den nationalen Seetransport klimafreundlicher gestalten will. Mit ehrgeizigen Zielen zur Dekarbonisierung des Schifffahrtsektors, streben die Marshallinseln eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 40 Prozent bis 2030 und eine vollständige Dekarbonisierung bis 2050 an. Das macht das Land weltweit zum Vorreiter, denn die Schifffahrt wird in den meisten nationalen Klimaschutzplänen noch außer Acht gelassen. 

Die IKI fördert die emissionsarme Seeschifffahrt

Katamaran
Prototyp eines Lagunen-Katamarans, der auch zur Ausbildung auf dem Likiep-Atoll genutzt wird.

Um die nationalen Klimaschutzziele im Transport- und Energiesektor zu erreichen, muss das Land seine Flotte auf kohlenstoffarme Antriebstechnologien umstellen. Erreicht wird dies unter anderem durch Initiativen des IKI-Projektes „Emissionsarme Seeschifffahrt“, das seit 2017 von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) gemeinsam mit nationalen und internationalen Projektpartnern umgesetzt wird. 

Das Projekt unterstützt die Entwicklung von politischen Maßnahmen, um innovative Technologien für klimafreundlichen Seeverkehr zu fördern. Zudem stärkt es die Kompetenzen von Regierungsmitgliedern, die an internationalen Konferenzen zu Schifffahrt und Klimaschutz teilnehmen. Ein bedeutendes Projektziel ist es zudem, andere pazifische Inselstaaten zum Einsatz kohlenstoffarmer Technologien im Seeverkehr zu motivieren. Dies geschieht einerseits durch die Zusammenarbeit mit privaten und öffentlichen Geldgebern sowie andererseits durch die die Einführung nachhaltiger Antriebstechnologien und Konzepte. So konnten bereits externe Mittel für einen elektrischen Antriebsmotor erworben werden, der in einem Katamaran-Prototypen zum Einsatz kommt.

Kiellegung in Südkorea: Ein umweltfreundliches Schiff für den Einsatz im Pazifik

Das IKI-Projekt will die innovativen Technologien, die es vorgestellt hat, auch in der Praxis einsetzen. Dazu entwickelt es in Zusammenarbeit mit der Forschungsstätte der Hochschule Emden-Leer (HEL) und der Marshall Island Shipping Corporation (MISC) ein besonderes Segelschiff: Das Pacific Island Supply Vessel verfügt sowohl über moderne und effiziente Segeltechnologie als auch über Photovoltaik-Einheiten zur Stromerzeugung an Bord. Die Kiellegung, also der Baubeginn, des Pacific Island Supply Vessel im Juni 2023 in Geoje City, Südkorea ist ein herausragender Erfolg des IKI-Projekts. Die feierliche Zeremonie markiert den Beginn eines Paradigmenwechsels von konventionell angetriebenen Schiffen zu einer neuen Generation von umweltfreundlichen Schiffen für die pazifische Region. Das Potenzial, Emissionen in der Schifffahrt einzusparen, macht das Pacific Island Supply Vessel zu einer wegweisenden Initiative. Das Segelschiff wird zukünftig auch zur Ausbildung marshalleser Seeleute eingesetzt werden.

Wissen weitergeben: Bootsbau-Workshops und Segelschulungen

Das IKI-Projekt legt großen Wert auf praxisnahe Unterstützungsleistungen. Bisher konnten bereits drei Bootsbau-Workshops erfolgreich mit 13 Marshallesen durchgeführt werden. Hierbei wurden traditionelle Fertigkeiten mit energieeffizienter Technologie im Kanu-Bau kombiniert sowie kosteneffiziente und nachhaltige Bootsbau-Methoden vorgestellt. Zudem wurden zwei Segelschulungen auf dem Segelfrachtschiff Kwai mit mehr als 50 Marshallesischen Teilnehmenden durchgeführt

Förderung von Frauen in der Seeschifffahrt

Neben der Dekarbonisierung der Schifffahrt ist die Förderung der Gleichstellung ein weiteres Ziel des Projekts „Emissionsarme Seeschifffahrt“. Das heißt: Ein Fokus liegt auf der Ausbildung von Frauen, die im maritimen Bereich arbeiten wollen. 

Im Juni 2023 fand der „Erste Internationale Tag der Frauen in der Schifffahrt“ in den Marshallinseln statt und markierte einen wichtigen Schritt zur Förderung der Gleichstellung in diesem Bereich. Auch das IKI-Projekt war, gemeinsam mit den lokalen Partnern, an diesem Tag aktiv vor Ort dabei. 

Politische Rahmenbedingungen weiterentwickeln

Darüber hinaus hat das Projekt bedeutende Fortschritte in der Entwicklung von politischen Rahmenbedingungen erzielt. Die vom Projekt entwickelte Domestic Maritime Transport Roadmap wurde dieses Jahr vom marshallesischen Kabinett gebilligt und zeigt den Weg für eine klimaneutrale Seeverkehrszukunft in den Marshallinseln bis 2050 auf. Auch unterstützte das Projekt gemeinsam mit Independent Diplomat, eine Nicht-Regierungsorganisation, die marshallesische Regierung bei der aktiven Teilnahme an hochrangigen politischen Verhandlungen und Konferenzen wie der High Ambition Coalition und der Internationalen Maritimen Organisation (IMO).

Die Marshallinseln als Vorbild für nachhaltige Mobilität 

Die Marshallinseln haben sich zu einem inspirierenden Vorbild für die Pazifikregion und den Rest der Welt entwickelt, indem sie innovative Konzepte für nachhaltige Mobilität in ihre traditionellen Rahmenbedingungen integrieren. Mit Hilfe der IKI können die Marshallinseln ihre ehrgeizigen Ziele zur Dekarbonisierung des Schifffahrtsektors erreichen und somit einen wertvollen Beitrag zum globalen Klimaschutz leisten.

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Kontakt

IKI Office
Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH
Stresemannstraße 69-71

10963 Berlin

iki-office@z-u-g.org

Videos zum Projekt

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