Emissionsarme Seeschifffahrt

Für die Republik Marshallinseln, die durch den ansteigenden Meeresspiegel stark gefährdet ist, ist der Schiffsverkehr der wichtigste Wirtschaftszweig. Die nationale Schiffsflotte, die von importiertem Treibstoff abhängt, verursacht viele Treibhausgase und Luftschadstoffe. Das Projekt unterstützt die Marschallinseln dabei, Emissionen und Transportkosten zu verringern. Hierzu werden emissionsarme Antriebstechniken entwickelt sowie technisch und wirtschaftlich bewertet. Dann folgt die praktische Erprobung in Form des emissionsarmen Baus eines neuen Schiffs der nationalen Flotte und der entsprechenden Qualifizierung des Schiffspersonals. Das Projekt soll so eine Signalwirkung für die Dekarbonisierung des Schiffsverkehrs vermitteln. Die begleitende Politikberatung unterstützt die Regierung der Marshallinseln und die pazifischen Staaten, ihre Interessen bei den UN-Klimaverhandlungen und innerhalb der International Maritime Organisation (IMO) zu vertreten.

Projektdaten

Länder
Marshallinseln
IKI Förderung
17.533.000,00 €
Laufzeit
06/2017 bis 10/2026
Status
laufend
Durchführungs -organisation
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Politischer Partner
  • Ministry of Transport and Communications - Marshall Islands
Durchführungspartner
  • Climate Action Network (CAN)
  • Hochschule Emden Leer (HEL)
  • The Pacific Community (SPC)
  • Waan Aelõñ in Majel (WAM)

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

  • Im Februar 2026 stellte die Republik der Marshallinseln ihr Modell einer windunterstützten, hybriden Seeschifffahrt beim Forum kleiner Inselstaaten zur Umsetzung nationaler Klimabeiträge in Mauritius vor und stieß auf starkes überregionales Kooperationsinteresse.
  • Im Dezember 2025 führte das Projekt einen dreitägigen regionalen Stakeholder-Workshop in Majuro durch. Regierungsvertreter*innen, Reedereien, Ausbildungsinstitutionen und technische Partner analysierten das erste Betriebsjahr der SV Juren Ae, bewerteten Energieverbrauch, Wartungsprozesse und Ausbildungsbedarfe und einigten sich auf konkrete Maßnahmen zur Skalierung emissionsarmer Seetransporte in der Region.
  • Im Oktober 2025 wurde ein Modell der Juren Ae am Sitz der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation präsentiert und als Symbol für eine gerechte maritime Transformation der Pazifikregion von den Vereinten Nationen gewürdigt (Bericht hier: changing-transport.org/…).
  • Am Jela Meto Maritime Training Center unterstützte das Projekt praxisnahe Schulungen, darunter Sicherheitstrainings. Achtzehn Teilnehmende absolvierten ein zweimonatiges Praktikum, um internationale Standards in Sicherheit, Seemannschaft und Schiffsführung zu erlernen. Das maritime Ausbildungscenter wurde im Dezember 2025 weiterentwickelt, u. a. durch angestrebte weitere Stärkung der maritimen Fachkompetenzen.
  • Beim Micronesian Island Forum 2025 präsentierte das Projekt zentrale Erkenntnisse aus dem Betrieb der SV Juren Ae.
  • Im August 2025 besuchte der Generalsekretär der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation das Projekt und betonte die Rolle der Marshallinseln bei internationalen CO₂-Verhandlungen.
  • Im Juli 2025 prüften internationale Fachleute in Majuro das neue Segelrigg der SV Juren Ae, analysierten Leistungsdaten und empfahlen Verbesserungen. Ein Probesegeln bestätigte die gute Leistung im Einsatz.
  • Im Mai 2025 vereinbarten die Marshallinseln und Pohnpei die gemeinsame Erprobung eines emissionsarmen Segelfrachters. Im Juni folgte eine weitere Absichtserklärung mit Korea.
  • Im Januar 2025 nahm das Projekt am Socio-Economic Summit der Marshallinseln teil, um die sozioökonomischen Vorteile nachhaltiger Schifffahrt zu diskutieren.
  • Im November 2024 nahm das Projekt auf der COP29 in Baku am Side Event "Pacific Blue Shipping Partnership" teil, bei dem Vertreter*innen der Marshallinseln und anderer pazifischer Inselstaaten die Bedeutung nachhaltiger Schifffahrt diskutierten.
  • Vom 25. bis 29. November 2024 präsentierte das Projekt seine Ergebnisse beim 2. Steering Committee for the Pacific One-Maritime Framework und dem 3. Heads of Maritime Meeting in Honiara, Salomonen. Diese Veranstaltungen unterstreichen die regionale Bedeutung des Projekts.
  • Im Oktober 2024 wurde der innovative Segelfrachter Juren Ae offiziell an die Regierung der Marshallinseln übergeben. Das Schiff, das bis zu 80 % der CO₂-Emissionen im Vergleich zu herkömmlichen Frachtern einspart, ist ein Leuchtturmprojekt für nachhaltige Schifffahrt.
  • Seit Anfang September 2024 befindet sich der vom Projekt gebaute Segelfrachter SV Juren Ae im Regelbetrieb, Kadet*innen werden an Bord fortwährend ausgebildet. Erkenntnisse aus dem Betrieb des Segelfrachters werden mit anderen pazifischen Inselstaaten geteilt.
  • Im Juli 2024 erfolgte die Übergabe verschriftlicher Bootsbauanleitungen an den Projektpartner WAM - Canoes of the Marshall Islands. Damit endet formal die erfolgreiche Zusammenarbeit zur Kleinboot-Komponente des Projektes.
  • Im Januar 2024 wurde ein Kurzfilm veröffentlicht, der den Erfolg der vom Projekt entwickelten und gebauten Katamarane nachzeichnet. Diese Kleinboote kommen für Fischfang und Transport innerhalb der marshallischen Lagunen zum Einsatz.

Letzte Aktualisierung:
06/2026

Legende:

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Videos zum Projekt

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