02.09.2022

Städtische Zukunftsperspektiven müssen Klima- und Katastrophenschutz berücksichtigen

Das IKI-Projekt Transformative städtische Koalitionen hat seine Arbeit auf der Global Platform for Disaster Risk Reduction vorgestellt. 

Wünschenswerte urbane Zukunftsperspektiven zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie frei von Katastrophenrisiken sind. Das bedeutet, innovative Lösungen zu finden, die nicht nur auf die Anpassung an den Klimawandel und die Minderung der Folgen des Klimawandels abzielen, sondern auch die Reduzierung der Katastrophenrisiken berücksichtigen.

Global Platform for Disaster Risk Reduction: Austausch zu Katastrophenrisiken

In diesem Sinne haben sich die Universität der Vereinten Nationen – Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit (UNU-EHS), das German Institute of Development and Sustainability (IDOS, Deutsches Institut für Entwicklung und Nachhaltigkeit), das World Resources Institute – Ross Center for Sustainable Cities (WRI, Weltressourceninstitut – Ross-Center für nachhaltige Städte) und das Internationale Institut für Umwelt und Entwicklung (IIED) zusammengeschlossen, um auf der globalen Plattform zur Reduzierung der Katastrophenrisiken in Bali, Indonesien, ihre Visionen von wünschenswerten Zukunftsperspektiven zu teilen.

Im Rahmen des Projekts „Transformative urbane Koalitionen“, das von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) gefördert wird, versuchen UNU-EHS, WRI, IDOS und IIED, eine Veränderung der Denkweise in den Städten herbeizuführen, um die Kohlenstoffemissionen auf Null zu bringen. Dies wollen sie erreichen, indem sie die zugrundeliegenden sozialen, kulturellen und politischen Strukturen und Systeme, die derzeit eine emissionsintensive und nich-nachhaltige Urbanisierung verstärken, ändern. Das Projekt zielt darauf ab, durch innovative Koalitionen mit Akteurinnen und Akteuren gemeinsam neue Strategien zu entwickeln, um die lokalen Herausforderungen in der Stadtentwicklung sowie in Bezug auf Ungleichheiten anzugehen und gleichzeitig die Kohlenstoffemissionen in fünf lateinamerikanischen Städten zu reduzieren. Das Projekt wurde im Mai auf der globalen Plattform zur Reduzierung der Katastrophenrisiken in Bali, Indonesien, vorgestellt.

Im Rahmen der virtuellen Veranstaltung Bali erklärte Thorsten Klose-Zuber, Leiter der Abteilung Klimapolitik, Wirtschaft und Gesellschaft bei der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH, dass „die deutsche Regierung im Rahmen von „Transformative urbane Koalitionen“ ein Projekt fördere, das ein hervorragendes Beispiel dafür liefert, wie globale Nachhaltigkeit auf lokaler Ebene beginnt“. Dabei hob er hervor: „Gerade in unseren Nachbarschaften müssen wir progressive Klimaschutzmaßnahmen erproben, zum Beispiel in Form von „Urban Living Labs“.“

Simone Sandholz, Leiterin des Programms „Urbane Zukunftsperspektiven und Nachhaltigkeitstransformation“ (FAST) bei der UNU-EHS, stellte fest: „Transformation muss muss verschiedene Akteurinnen und Akteuren, deren Wünsche, ihre verschiedenen Hintergründe und ihre Vorstelllungen von einer wünschenswerten urbanen Zukunft.”

Analysen in fünf Städten Lateinamerikas

Pablo Lazo, Direktor für Stadtentwicklung und Barrierefreiheit für das WRI Mexiko, gab einen Überblick, was das IKI-Projekt "Transformative städtische Koalitionen“ in Lateinamerika leistet: 

„Wir haben fünf Städte aus der Region ausgewählt, um in verschiedenen Arbeitsschwerpunkten zu untersuchen, wie wir die Dekarbonisierung in diesen Städten realisieren können, was auf der Ebene verschiedener Interessengruppen, der institutionellen Rahmenbedingungen, aber auch im Hinblick auf die Menschen getan werden muss, um die dringend notwendige Dekarbonisierung zu erreichen und uns den Herausforderungen des Klimawandels zu stellen.“

In Städten in Argentinien, Brasilien und Mexiko wurden fünf „Urban Labs“ eingerichtet, um neue Modelle für den Aufbau und die Verwaltung urbaner Koalitionen zu entwickeln. „Das Projekt verfolgt das Ziel, dass sich alles, was durch die Definition von Zielen und neue Kollaborationsmodelle erreicht werden kann, in ähnlichen Städten replizieren lässt“, so Pablo Lazo.

Anschließend erläuterten Fachleute, die in den verschiedenen Städten arbeiten, die lokalen Anforderungen und beleuchteten, wie das Projekt „Transformative urbane Koalitionen“ konkrete, katalytische und transformative Lösungen für urbane Herausforderungen schaffen wird, die zu einer nachhaltigen Entwicklung hin zu kohlenstofffreien Städten beitragen. 

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