Förderung der Erhaltung der wandernden Flaggschiff-Säugetierarten in Zentralasien durch klimabewusstes Management und Entscheidungsfindung

Migrierende Tierarten Zentralasiens sind stark durch den Klimawandel gefährdet. In Folge veränderten Migrationsverhaltens können Schutzgebiete ineffektiv werden. Durch veränderte Nutzungsweisen der Weiden (Verlängerung der Beweidungsdauer sowie Verschiebung von Weideflächen in höhere Lagen) treten häufiger Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren auf. Um die Resilienz von Bevölkerung und Wildtieren in Zentralasien gegenüber dem Klimawandel zu erhöhen, werden in den Pilotregionen ökosystembasierte Ansätze (EbA) und ein klima-angepasstes Wildtiermanagement getestet. Ein grenzübergreifender Ansatz bei der Entwick-lung von Maßnahmen ist wichtig, um ein verändertes Verhalten der Zielarten zu berücksichtigen. Von besonderer Bedeutung ist die Umsetzung von Pilotmaßnahmen mit ökonomischem Potenzial sowie deren Integration in politische Rahmendokumente. Umfassende Kommunikationsaktivitäten werden Projektergebnisse und Maßnahmen an die Bevölkerung und Entscheidungstragenden vermitteln.

Projektdaten

Länder
Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan
IKI Förderung
6.000.000,00 €
Laufzeit
02/2021 bis 12/2025
Status
laufend
Durchführungs -organisation
United Nations Environment Programme (UN Environment)
Politischer Partner
  • Committee for Environmental Protection - Tajikistan*
  • Ministry of Ecology, Geology and Nature Protection – Kazakhstan*
  • Ministry of Ecology and natural resources of the Republic of Kazakhstan
  • Ministry of Natural Resources, Ecology and Technical Supervision – Kyrgyzstan
Durchführungspartner
  • Association for the Conservation of Biodiversity in Kazakhstan (ACBK)
  • Association of Nature Conservation Organizations of Tajikistan (ANCOT)*
  • CAMP Alatoo - Kyrgyzstan
  • CAMP Tabiat - Tajikistan
  • GRID-Arendal
  • Ilbirs Foundation
  • Regional Mountain Centre of Central Asia (RMCCA) - Kyrgyzstan
  • Secretariat of Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals (CMS) - Deutschland
  • World Wide Fund for Nature (WWF) - Russia
  • World Wide Fund for Nature (WWF) - USA

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

    Übergreifende Aktivitäten
    • Für jedes Zielgebiet wurde ein Modell entwickelt, das die menschlichen und klimatischen Bedrohungen für die Zielarten und die Ursachen für diese Bedrohungen beschreibt, wobei die Leitlinien der Open Standards for Conservation (OS) befolgt wurden.
    • Die Modelle und die Bewertungen der Vulnerabilität werden verwendet, um die klimafreundlichsten Schutz- und Anpassungsmaßnahmen zu ermitteln, die im Rahmen des Projekts durchgeführt werden können. Für jeden Standort wurde eine erste Liste potenzieller Maßnahmen zusammengestellt.
    Kirgistan
    • Das entwickelte Modell für das Schutzgebiet und den Korridor wurde durch Workshops in den Gemeinden, die das Gebiet als Weideland nutzen, validiert. In diesen Workshops wurden auch 19 potenzielle Anpassungsmaßnahmen identifiziert, die darauf abzielen, sowohl die anthropogenen als auch die klimatischen Bedrohungen für die Gemeinden sowie für die Flaggschiffarten und ihre Lebensräume anzugehen und abzumildern.
    • Zwei zweitägige Schulungen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Ökosysteme und wandernde Tiere wurden vom 20. bis 25. Oktober 2022 in Karakol und Bokonbaevo abgehalten. Die Schulungen erweiterten das Bewusstsein der Lehrerinnen und Lehrer für den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die natürlichen Ressourcen, die Flora und die Tierwelt Kirgisistans und sollen den Lehrern helfen, das Thema auf verständliche Weise zu vermitteln. An der Schulung nahmen 38 Lehrerinnen und Lehrer teil, die bereits mehr als 200 Gymnasiasten in offenen Klassen unterrichtet haben. Das Schulungsprogramm umfasste Lektionen aus dem Schulungshandbuch "Bildung für nachhaltige Entwicklung und Erhaltung der biologischen Vielfalt" (BNE), das vom Durchführungspartner CAMP Alatoo entwickelt und von der kirgisischen Akademie für Bildung genehmigt wurde.
    • Am 9. und 10. Juni 2022 fand in Bischkek eine zweitägige Konsultation statt. Die Beteiligten einigten sich auf die Zielarten Argali, Sibirischer Steinbock und Tien-Shan-Maralas, die geschützt werden sollen. Der Schneeleopard und der Himalaya-Braunbär wurden als Arten identifiziert, die ebenfalls von den Maßnahmen profitieren sollen.
    • Das Naryn-Reservat und der Khan-Tengiri-Naturpark mit den umliegenden Gemeinden wurden als Projektgebiete festgelegt.
    Kasachstan
    • In den Pilotgebieten wurden lokale Auftaktworkshops durchgeführt und Daten auf Gemeindeebene erhoben.
    • Am 25. und 26. August 2022 fand in Almaty eine zweitägige Beratung statt. Die Beteiligten einigten sich auf das Argali-Schaf, den Schneeleoparden und den Buchara-Hirsch als Zielarten für Erhaltungsmaßnahmen. Der Asiatische Steinbock und der Tian-Shan-Braunbär wurden als Arten identifiziert, die ebenfalls von den Maßnahmen profitieren würden.
    • Das Ili-Balkasch-Naturreservat und der Zhongar-Alatau-Nationalpark wurden als Projektregionen festgelegt.
    Tadschikistan
    • Am 11. Mai 2023 fand in Duschanbe eine Schulung über den Offenen Standard für die Praxis des Naturschutzes statt. An der Schulung nahmen insgesamt 10 Vertreterinnen und Vertreter aus jedem Pilotgebiet sowie Delegierte der Schutzgebiete und des Komitees für Umweltschutz teil.
    • Zwischen dem 5. und 7. Mai 2023 veranstalteten die lokalen Partner in Tadschikistan einen lokalen Auftaktworkshop im überarbeiteten zweiten Pilotgebiet, dem Yagnob-Nationalpark, gefolgt von einer Umfrage zur Bewertung der Auswirkungen des Klimawandels auf die lokalen Gemeinschaften.
    • Der Schneeleopard und der Sibirische Steinbock wurden als Zielarten für die Schutzmaßnahmen identifiziert, ebenso wie der Himalaya-Braunbär und das Argali-Schaf als begünstigte Arten.
    • Die Projektgebiete sind das Naturreservat Tigrovaya Balka und der Yaghnob-Nationalpark.

Letzte Aktualisierung:
06/2024

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