IKI Small Grants

Die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens und der Biodiversitätskonvention (CBD) erfordert die wirksame Beteiligung aller gesellschaftlicher Gruppen. Mit dem IKI-Small-Grants-Programm setzt sich das Bundesumweltministerium (BMU) gezielt für die Stärkung kleinerer Akteure ein. Das Programm unterstützt seit 2019 Kleinprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern und fördert die Kapazitätsentwicklung von kleinen Organisationen und Förderinstitutionen vor Ort. IKI Small Grants wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH durchgeführt und umfasst die beiden Förderlinien „Förderinstitutionen“ und „Internationale Calls“.

Förderlinie „Förderinstitutionen“

Im Rahmen der Förderlinie „Förderinstitutionen“ werden sowohl nationale als auch regionale Förderinstitutionen mit Sitz in einem ODA-Land beim Ausbau ihrer institutionellen Kapazitäten unterstützt. Sie werden befähigt, im Bereich Klima- und Biodiversitätsschutz, Finanzierungen (inter)nationaler Geber effizient zu absorbieren und eigene Ideenwettbewerbe für lokale Projekte umzusetzen. Die GIZ berät die Förderinstitutionen hierzu und führt gezielte Capacity-Development-Maßnahmen durch. Zusätzlich sind Fördermittel in Höhe von etwa 500.000 Euro vorgesehen, mit denen auch die lokalen Projekte finanziert werden, die im Rahmen der Ideenwettbewerbe von den Förderinstitutionen ausgewählt werden.

Förderlinie „Internationale Calls“

Im Rahmen der Förderlinie „Internationale Calls“ führt die GIZ regelmäßig internationale Ausschrebungen durch. Der Start der „Calls for Proposals“ wird auf dieser Webseite sowie über den IKI-Newsletter publiziert. In einem einstufigen Auswahlverfahren können sich kleine subnationale, nationale und regionale Organisationen mit Sitz in einem ODA-Land direkt um eine Förde-rung für die Umsetzung lokaler oder regionaler Klima- und Biodiversitätsprojekte bewerben. 

Die Bewerbungsfrist für den „Call for Proposals“ 2021 endete am 9. 2.2021.

Alle bis zum Fristablauf vollständig eingegangenen Projektskizzen werden jetzt einer Bewertung unterzogen. Förderungen können sich unter bestimmten Umständen auf bis zu 200.000 Euro belaufen.

Ein besonderes Merkmal von IKI Small Grants ist, dass ausgewählte Projekte eine spezielle Unterstützung im Rahmen der finanziellen Förderung sowie durch die GIZ-Außenstruktur in den Partnerländern erhalten:

  • Unterstützung bei der Netzwerk- und Advocacyarbeit im methodischen Bereich und durch Zugang zu Netzwerken im Land.
  • Maßgeschneiderte Unterstützung und Beratung des Antragstellers durch abgestimmte Capacity-Development-Maßnahmen für dessen Organisation. Für diese Maßnahmen werden zusätzliche Mittel bereitgestellt und nach Möglichkeit in den Projektländern durch die GIZ begleitet.
  • Möglichkeiten des Anschlusses an das Netzwerk der GIZ im Partnerland und internationale Netzwerke durch Ermöglichung der Teilnahme an Workshops, Trainings und Veranstaltungen.
  • Unterstützung der Einbindung der Kleinprojekte in die politischen Strategien der jeweiligen Partnerländer.

Im Rahmen der Förderlinie „Internationale Calls“ sollen bis 2025 mehr als 100 Projekte über internationale Ausschreibungen ausgewählt und mit jeweils bis zu 100.000 Euro (bei Minderungs- und in besonderen Fällen auch bei Anpassungsmaßnahmen bis 200.000 Euro) gefördert werden. IKI Small Grants – Internationale Calls – hat nach der ersten Ausschreibung bereits drei Millionen Euro für 38 ausgewählte Kleinprojekte in 27 Ländern zur Verfügung gestellt.

Aktuelles Auswahlverfahren

Die Bewerbungsfrist für den 2. IKI Small Grants „Call for Proposals“ endete am 9. Februar 2021.

Wir bedanken uns bei allen Antragstellenden für das große Interesse an IKI Small Grants!

Alle bis zum Fristablauf vollständig eingegangenen Projektskizzen werden jetzt einer Bewertung unterzogen. Die Antragstellenden werden nach einer internen Prüfung anhand festgesetzter Kriterien über das weitere Vorgehen per E-Mail informiert.

Aufgrund der hohen Anzahl der eingegangenen Projektskizzen und dem entsprechenden Bearbeitungsaufwand, bitten wir alle Antragsteller von Nachfragen hinsichtlich des Stands des Auswahlverfahrens abzusehen.

Weiterführende Informationen und Neuigkeiten zum nächsten Auswahlverfahren werden auf dieser Webseite, im IKI-Newsletter und über Twitter veröffentlicht.

 

Auswahlprozess

Die Auswahlverfahren finden regelmäßig statt und laufen genau wie die Mittelauszahlung über Verfahren der GIZ.

Nach dem erfolgreichen Absenden einer Bewerbung erhalten Antragsteller eine Bestätigungsmail mit individueller Projektnummer, die bei Anfragen an das IKI-Small-Grants-Team immer angegeben werden muss.

Die Projektanträge werden nach Ende der Bewerbungsfrist einer fachlichen und rechtlich-kaufmännischen Prüfung durch das IKI-Small-Grants-Team der GIZ unterzogen und in Ab-stimmung mit dem BMU ausgewählt. Alle Antragsteller werden nach Abschluss des Auswahlverfahrens darüber informiert, ob ihr Antrag zur Förderung ausgewählt wurde oder nicht.

Antragsberechtigte Organisationen

Antragsteller müssen Sitz und Registrierung in einem Land haben, das die Kriterien für Official Development Assistance (ODA) erfüllt, die vom Development Assistance Committee (DAC) der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD) definiert wurden. Die vorgeschlagenen Projekte müssen gemeinnützig sein. Globalprojekte werden nicht gefördert. Detaillierte Informationen zu den Auswahlkriterien finden Sie in der IKI Small Grants Förderinformation und den Antragsrichtlinien.

Safeguards

Das IKI-Small-Grants-Safeguards-System ist ein wichtiges Instrument, um Schäden zu vermeiden oder zu mindern, die bei der Durchführung eines Projektes den Menschen oder der Umwelt entstehen könnten. Aus diesem Grund müssen Antragsteller angeben, ob ihr Projekt das Risiko birgt, negative Auswirkungen zu verursachen.

 

Standardindikatoren

Die IKI-Small-Grants-Standardindikatoren sind ein wichtiges Instrument für das Gesamtmonitoring aller IKI-Small-Grants-Projekte. Sie sind nicht Bestandteil des Projektantrags. Die Standardindikatoren werden zusammen mit den Antragstellern der ausgewählten Projekte vor Vertragsabschluss festgelegt.

Häufig gestellte Fragen

Die vorliegenden FAQs dienen lediglich als Überblick. Für weitere Informationen zu den Förderkriterien empfehlen wir, die IKI Small Grants Förderinformation sowie die Antragsrichtlinien sorgfältig zu lesen. Auch unser aufgezeichnetes IKI Small Grants Launch Event bietet interessante Einblicke. Zum Video ... 

A: Welche Organisationen sind antragsberechtigt?

Eine Förderung wird ausschließlich Organisationen gewährt, welche die folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Gemeinnützige Organisationen: IKI Small Grants klassifiziert eine Non-Profit-Organisation (NPO, im Allgemeinen auch bekannt als gemeinnützige Einrichtung oder Nicht-Wirtschaftsunternehmen) als eine Organisation, die sich der Förderung eines bestimmten sozialen Anliegens widmet. Wirtschaftlich gesehen handelt es sich um eine Organisation, die den Überschuss ihres Einkommens zur Förderung ihres Ziels verwendet, anstatt ihr Einkommen an die Aktionäre, Manager oder Mitglieder der Organisation zu verteilen.
  • For-Profit-Nichtregierungsorganisationen: For-Profit-Organisationen können eine Projektförderung beantragen, jedoch keine Mittel für Kapazitätsentwicklungsmaßnahmen. For-Profit-Organisationen müssen eindeutig nachweisen, dass das vorgeschlagene Projekt ausschließlich gemeinnützige Ziele verfolgt und keine Einnahmen generiert.

Antragsberechtigte Organisationen müssen außerdem:

  • in einem ODA-Land ansässig und registriert sein
  • mindestens seit drei Jahren offiziell als Organisation registriert sein
  • einen durchschnittlichen Jahresumsatz (der letzten drei Jahre) zwischen 60.000 Euro und 500.000 Euro vorweisen

Nicht antragsberechtigt sind:

  • staatliche Organisationen (z.B. Ministerien, Kommunen, öffentliche Universitäten)
  • Niederlassungen von Organisationen mit Sitz in einem Nicht-ODA-Land
  • Konsortien: Da die Weiterleitung von Mitteln unter IKI Small Grants nicht zulässig ist, sind Konsortien nicht antragsberechtigt.
     

B: Welche Projekte sind förderfähig?

Eine Förderung wird ausschließlich Projekten gewährt, welche:

  • in einem ODA-Land durchgeführt werden.
  • sich klar auf Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel oder dem Umweltschutz konzentrieren

und sich dabei eindeutig auf einen der vier IKI-Förderbereiche beziehen:

(1) Minderung von Treibhausgasemissionen,

(2) Anpassung an die Folgen des Klimawandels,

(3) Erhalt natürlicher Kohlenstoffsenken/der Forstwirtschaft,

(4) Erhaltung der Biodiversität. 

  • gemeinnützige Aktivitäten verfolgen.

Dies sind Aktivitäten, die nicht auf die Einkommensgenerierung einer Organisation abzielen. Projektvorschläge, die die Stärkung eines Unternehmens oder einer gemeinnützigen Organisation verfolgen, sind nicht förderfähig.

Forschungsprojekte werden nur dann finanziert, wenn sie eine starke Umsetzungskomponente aufweisen. Forschungsprojekte, die sich hauptsächlich auf die Datenerfassung, Auswertung und Veröffentlichungen konzentrieren sind somit nicht förderfähig. Projekte, die sich auf die Bedürfnisse von spezifischen Zielgruppen konzentrieren und dabei einen relevanten Beitrag zu einem der IKI-Themenfelder leisten, können projektbezogene Forschung als Nebenaktivität durchführen.

C: Welche Fördermittel können Organisationen beantragen?

  • Das über IKI Small Grants finanzierte Projektbudget muss zwischen 60.000 und 100.000 Euro liegen. Hier gelten folgende Ausnahmen: Projekte in den Bereichen Minderung von Treibhausgasemissionen oder Anpassung an die Folgen des Klimawandels können bis zu 200.000 Euro beantragen, allerdings nur, wenn der Bau von spezifischen Minderungs- oder Anpassungseinrichtungen integraler Bestandteil des Projektkonzepts ist (z.B. Solarpaneele, Windenergieanlagen, Bewässerungssysteme) und einen höheren finanziellen Einsatz erfordert.
  • Das Fördervolumen darf den durchschnittlichen Jahresumsatz des Antragstellers der letzten drei Jahre nicht überschreiten.
  • Ausgaben/Maßnahmen zur Unterstützung des Kapazitätsaufbaus der Organisation (gilt nur für Non-Profit-Organisationen) sind separat und zusätzlich zum Projektbudget zu veranschlagen.
  • Eigen- oder Drittmittel sind nicht erforderlich, werden aber sehr begrüßt.
  • Die Weiterleitung von Mitteln an andere Durchführungspartner ist nicht zulässig.