Förderinstrument IKI

Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) ist das wichtigste Instrument des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zur internationalen Finanzierung von Klimaschutz und Biodiversität. Mit der IKI unterstützt das BMU Lösungsansätze in Entwicklungs- und Schwellenländern, die nachhaltige Veränderungen vorantreiben. Und das punktgenau dort, wo Unterstützung benötigt wird und die Ambitionen hoch sind. Damit unterstützt die IKI ihre Partnerländer, die im Übereinkommen von Paris verankerten, national festgelegten Klimaschutzbeiträge (Nationally Determined Contributions, NDCs) umzusetzen und ambitioniert weiterzuentwickeln. Dazu gehören auch Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zur Steigerung der Widerstandskraft gegen unvermeidbare Folgen. Im Bereich Biodiversität unterstützt die IKI die Partnerländer dabei, die Ziele des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) zu erreichen, um dem weltweit dramatischen Verlust der natürlichen Lebensgrundlagen zu begegnen. Voraussetzung für eine IKI-Förderung ist grundsätzlich eine Projektaktivität in Ländern der Liste des Ausschusses für Entwicklungshilfe (Development Assistance Committee, DAC). Bisher hat die IKI über 750 Klima- und Biodiversitätsprojekte in mehr als 60 Ländern mit einem Gesamtfördervolumen von 4,5 Milliarden Euro (2008–2020) zugesagt.

Die IKI finanziert Projekte von Organisationen, die in und mit Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländern Maßnahmen innerhalb der vier IKI-Förderbereiche realisieren:

Eine Vielzahl der Projekte deckt mehr als einen Förderbereich ab. Zum Maßnahmenkatalog der IKI-Projekte zählen unter anderem Politikberatung, Kapazitätsaufbau, Technologiekooperationen und innovative Finanzierungsmechanismen. Auch Studien und Konzepte sowie konkrete Investitionsmaßnahmen zum Klima- und Biodiversitätsschutz können gefördert werden.

Thematische Förderpraxis und bilaterale Zusammenarbeit

Die IKI unterstützt dabei über zwei Ansätze ihre Partnerländer. Dies sind zum einen die thematischen Ideenwettbewerbe, zu denen die großvolumigen thematischen Auswahlverfahren (Themencalls) und die beiden Kleinprojekteprogramme IKI Small Grants und IKI Medium Grants gehören. Alle drei Ideenwettbewerbe rufen zur Einreichung von Projektskizzen zu jährlich neu festgelegten Förderschwerpunkten ohne Vorfestlegung auf einzelne Länder auf. Hier schlagen die Durchführungsorganisationen auf der Basis ihrer Erkenntnisse Projektaktivitäten in bestimmten Ländern vor, für die Schwerpunktmaßnahmen geeignet sind.

Zum anderen arbeitet die IKI gezielt bilateral mit 15 Schwerpunktländern zusammen. Ein Teil dieser Zusammenarbeit sind die ebenfalls großvolumigen länderspezifischen Auswahlverfahren (Ländercalls), bei denen in sehr enger Abstimmung mit der Partnerregierung für jeweils zwei vordringliche Themenbereiche Projekte über einen Ideenwettbewerb ausgewählt werden. In der Mehrzahl der Schwerpunktländer gibt es ergänzend dazu jeweils ein länderspezifisches sogenanntes IKI-Schnittstellenprojekt, das an wichtigen Themen zu Klimaschutz, Anpassung oder Biodiversitätsschutz arbeitet. Die Schnittstellenprojekte werden von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt. Sie haben ein Projektbüro am Regierungssitz des Partnerlandes, arbeiten eng mit den deutschen Botschaften zusammen und ermöglichen eine bessere fachpolitische Zusammenarbeit Deutschlands mit dem Partnerland. Zusätzlich vernetzt die jeweilige Schnittstelle die vor Ort laufenden IKI-Projekte aller Durchführungsorganisationen, um größtmögliche Synergien der Projekte zu erzielen. Die 15 Schwerpunktländer der IKI sind zurzeit Brasilien, China, Costa Rica, Indien, Indonesien, Kolumbien, Mexiko, Peru, Philippinen, Russland, Südafrika, Thailand, Türkei, Ukraine und Vietnam.

Bis auf die IKI Small Grants sind alle Ideenwettbewerbe zweistufig. Aus den eingereichten Skizzen wird zuerst eine Auswahl getroffen, die zur Erstellung eines ausführlichen Projektvorschlags aufgefordert werden. Auf Basis dieser erfolgt dann die endgültige Förderentscheidung. Der Wettbewerbscharakter der Förderverfahren und die Einbeziehung nichtstaatlicher Durchführungsorganisationen sind wesentliche Merkmale der IKI, die sie von der klassischen Entwicklungszusammenarbeit unterscheiden. IKI-Mittel fließen auch nicht an Regierungsinstitutionen der Partnerländer.

Die fachliche Begleitung, Programmverwaltung sowie die Evaluationen der Projekte werden durch das IKI-Sekretariat unterstützt, das bei der bundeseigenen Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH angesiedelt ist.

Besondere Aufgaben und globale Netzwerke

Ergänzend zu den IKI-Projekten treibt die IKI über globale Großinitiativen mit anderen Gebenden innovative Lösungen für den Klimaschutz voran. Dazu zählt unter anderem die vom BMU initiierte NAMA-Fazilitätv (Nationally Appropriate Mitigation Action), die als Multigebendeninitiative ambitionierte, emissionsmindernde Maßnahmen fördert. Mit dem Unterstützungsvorhaben für die Umsetzung des Paris-Abkommens (SPA) stärkt die Bundesregierung selbst- und mitgegründete globale Initiativen und Netzwerke zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens. Dazu gehören unter anderem die NDC-Partnerschaft (NDCP), die Initiative for Climate Action Trans parency (ICAT) und die Low Emission Development Strategies Global Partnership (LEDS GP).

Gemeinsam mit der Europäischen Union finanziert die IKI die „Strategischen Partnerschaften für die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens“ (SPIPA). Mit SPIPA arbeitet das BMU mit den G20-Ländern zusammen, um die NDCs auch für internationale wirtschaftliche und politische Beziehungen zu stärken.

Weitere IKI-geförderte Initiativen sind das Klimaaktionsbündnis Salpetersäure (Nitric Acid Climate Action Group, NACAG), das Partnerländer bei der Reduzierung klimaschädlicher Lachgasemissionen unterstützt, sowie das „GNU-Sekretariat“ (Germany, Norway, United Kingdom, GNU) zur Waldklimafinanzierung, das die Zusammenarbeit der drei Geber etwa in Kolumbien oder Peru koordiniert.

Kontakt

Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH
IKI-Sekretariat

Stresemannstraße 69-71
10963 Berlin

iki-secretariat(at)z-u-g.org

Telefonische Sprechzeiten: 

Dienstag:  14 bis 16 Uhr (MEZ)
Donnerstag: 10 bis 12 Uhr (MEZ)

Telefon: + 49 30 700 181 222

Weitere Informationen

IKI-Flyer

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Die IKI als Teil der internationalen Klima- und Artenschutzpolitik

Ein Überblick über wichtige Abkommen und Initiativen.