19.05.2026

Bestäuberschutz in nationale brasilianische Landwirtschaftspolitik aufgenommen

Mehrere Bienen sitzen am Eingang eines braunen, runden Nestlochs in einer Holzoberfläche
Bienenvolk.

Das IKI-Projekt Poli-LAC unterstützte die brasilianische Regierung dabei, Kriterien zum Schutz von Bestäubern in eine öffentliche Ausschreibung zu integrieren. Mit dieser sollen Hausgärten für Frauen gefördert werden. 

Es ist eine klare Botschaft der brasilianischen Regierung: Der Schutz von Bestäubern und die Erhaltung der biologischen Vielfalt können Teil von Maßnahmen zur sozialen Inklusion und zur Entwicklung des ländlichen Raums sein. Das brasilianische Ministerium für ländliche Entwicklung und Familienwirtschaft (MDA) integrierte deshalb den Schutz von Bestäubern und die Erhaltung der biologischen Vielfalt in eine neue Ausschreibung. 

Die Aufnahme von Bestäuberschutz in die nationale brasilianische Landwirtschaftspolitik ist ein Meilenstein des von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) unterstützten Poli-LAC-Projekts. Durch kontinuierlichen politischen Dialog und fachliche Zusammenarbeit mit dem MDA trug es zur Gestaltung der Ausschreibung bei. Diese umfasst ausdrücklich die Förderung der Agrarökologie und der biologischen Vielfalt, die Verbesserung ökologischer Bewirtschaftungspraktiken unter Berücksichtigung der lokalen Klima-, Boden- und Biombedingungen sowie die Einführung nachhaltiger Praktiken, die zur Schaffung bestäuberfreundlichen Umgebungen beitragen.

Die vom Unterstaatssekretariat für Frauen im ländlichen Raum (SMR) unter dem Dach des MDA ins Leben gerufene Ausschreibung stellt für bis zu 15 Projekten in ganz Brasilien 50 Millionen R$ bereit. Jedes ausgewählte Projekt soll pro Bundesstaat mindestens 100 Hausgarten errichten. Die Fördermittel stehen dabei für Betriebsmittel, Ausrüstung, für den Zugang zu Wasser sowie technische Unterstützung für die begünstigten Frauen zur Verfügung.

Zu den Zielgruppen gehören:

  • Bäuerinnen, 
  • Frauen, die von Agrarreformen oder Landkrediten profitieren,
  • Frauen von indigenen, Quilombola- und anderen traditionellen Gemeinschaften,
  • Frauen aus Städten und stadtnahen Gebieten,
  • junge Frauen aus ländlichen Regionen (15 bis 29 Jahre).

Durch die Verknüpfung bestäuberfreundlicher Lebensräume mit der Förderung produktiver Hausgärten, die von Frauen bewirtschaftet werden, zeigt die Ausschreibung, wie politische Maßnahmen gleichzeitig die Sicherung des Lebensunterhalts, die Nahrungsmittelproduktion, Ökosystemleistungen und den Erhalt der biologischen Vielfalt angehen können.

Wie geht es weiter?

Der nächste Schritt für das Poli-LAC-Projekt besteht darin, die Sichtbarkeit der öffentlichen Ausschreibung zu fördern und sicherzustellen, dass die ausgewählten Projekte agroökologische Praktiken, den Erhalt der biologischen Vielfalt und Maßnahmen zum Schutz von Bestäubern wirksam in produktive Hinterhof-Systeme integrieren. Dies ist nicht nur wichtig, um die Auswirkungen vor Ort aufzuzeigen, sondern auch, um die Argumente für die langfristige Einbeziehung des Bestäuberschutzes in künftige politische Maßnahmen zu stärken.

Durch die Verankerung von Kriterien zum Schutz von Bestäubern in politischen Instrumenten wirkt die Arbeit von Poli-LAC über die konkrete Ausschreibung hinaus. Durch Empfehlungen für einen nationalen Finanzierungsmechanismus hat das Projekt dazu beigetragen, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der Schutz der biologischen Vielfalt und der Bestäuber auch nach Projektende weiterhin Teil künftiger Investitionen in die familiäre Landwirtschaft und die soziale Inklusion von Frauen bleibt.

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Kontakt

IKI Office
Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH
Stresemannstraße 69-71

10963 Berlin

iki-office@z-u-g.org

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