11.03.2022

Entwicklung einer kollaborativen EbA-Roadmap in Indien und Guatemala

Menschengruppe
Teilnehmende des nationalen EbA-Forums in Guatemala.

Das IKI-Projekt Klima-SDGs entwickelt eine Roadmap zur Ausweitung der ökosystembasierten Anpassung an den Klimawandel in Indien und Guatemala.

Ökosystembasierte Anpassung (EbA) verknüpft als ein bedeutender Ansatz für naturbasierte Lösungen (NbS) Klimabeständigkeit, Naturschutz und menschliche Entwicklung. Das von der IKI finanzierte Klima-SDGs-Projekts analysiert die Rahmenbedingungen, unter denen EbA erfolgreich sein und ausgeweitet werden kann, und versucht diese in den Partnerländern zu verbessern. Das Vorhaben verbindet lokale Erfahrungen aus langjährigen EbA-Projekten mit Prozessen auf nationaler und bundesstaatlicher Ebene, die sowohl der Anpassung an den Klimawandel als auch der Agenda für nachhaltige Entwicklung dienen.

Meilensteine in Indien und Guatemala erreicht

Dank der umfangreichen Arbeit der Partnerinnen und Partner sowie anderer Beteiligter hat das Projekt in Maharashtra, Indien, und in Guatemala nun wichtige Meilensteine erreicht und EbA hat heute in den Partnerländern stark an politischer Zugkraft gewonnen. Möglich wurde dies dank des Projektansatzes, unterschiedliche Akteurinnen und Akteure zusammenzubringen und mit ihnen gemeinsam Roadmaps für eine Ausweitung von EbA zu entwickeln, und  in verschiedene sektorale Richtlinien und Programme einzubinden.

In Partnerschaft mit dem Watershed Organisation Trust (WOTR), WWF Mesoamerica und ADIMI startete das von TMG Research geleitete Projekt 2018 mit dem Ziel, zu untersuchen, wie EbA die Umsetzung freiwilliger Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) und der Ziele aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auf Länderebene unterstützen kann. Als Strategie mit vielfältigen Vorteilen für diese globalen Ziele kann EbA international auf eine starke Unterstützung zurückgreifen. Um die politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger zu überzeugen, brauchte es Beweise, was die EbA im spezifischen Kontext von Guatemala und Maharashtra leisten kann. Diese waren bislang eher rar.

Fallstudien zum Nutzen von ökosystembasierter Anpassung

Die Untersuchung bestehender Initiativen, die Klimaanpassung mit der Verwaltung natürlicher Ressourcen kombinieren, war daher wichtig für den Aufbau einer kontextspezifischen wissenschaftlichen Basis. Die an den Standorten für die Fallstudien in Guatemala und Indien durchgeführten Untersuchungen zeigten zahlreiche Vorteile wie beispielsweise eine verbesserte Ernährungssicherheit für 87 Prozent der Familien in San Francisco, Guatemala, oder Einkommenssteigerungen von durchschnittlich 37 Prozent für Bäuerinnen und Bauern in Bhojdari, Indien. Diese Fallstudien trugen dazu bei, positive, evidenzbasierte Bedeutung zu schaffen, welche die Entwicklung einer gemeinsamen Vision für die EbA untermauert. Darüber hinaus lieferten sie Informationen für Prioritäten und Handlungsfelder, die anschließend in den Roadmaps zur Ausweitung der EbA behandelt wurden.

Erfolgreicher Ansatz: Multi-Stakeholder-Plattformen zur Entwicklung von EbA-Roadmaps

Von diesem Ausgangspunkt aus wurden für jeden Bereich Roadmaps entwickelt. Das dabei zugrunde gelegte Verfahren wurde von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der vier Partnerorganisationen in einem kürzlich durchgeführten Online-Seminar, an dem rund 200 Personen teilnahmen, vorgestellt. Nach einer systematischen Überprüfung bestehender Richtlinien und Programme wurden die Multi-Stakeholder-Plattformen eingerichtet, die unterschiedliche Interessengruppen verbinden. Sie sollen EbA-Roadmaps erarbeiten, die den Entwicklungsherausforderungen und -ambitionen der Länder gerecht werden und sich auf lokales und nationales Fachwissen stützen.

So förderten beispielsweise gemeinsame Versammlungen wie das erste Nationale EbA-Forum den Austausch zwischen den wichtigsten politischen Akteurinnen und Akteuren. Dieser Austausch gipfelte in einer „schriftlichen Erklärung, in der die Notwendigkeit, die EbA in Guatemala in einem größeren Maßstab umzusetzen, anerkannt wurde”. Multi-Stakeholder-Plattformen wie die „Technische Gruppe für EbA“ (Grupo Tecnico) in Guatemala und die thematische Arbeitsgruppe in Indien förderten die sektorübergreifende Zusammenarbeit und halfen, eingefahrene institutionelle Denkweisen zu überwinden, um konkrete Maßnahmenpläne für die Gestaltung, Umsetzung, Finanzierung und Überwachung von EbA-Richtlinien zu erarbeiten. Eine weitere wichtige Aktivität bestand in der Kommunikation und Kompetenzentwicklung, die traditionelles Wissen und technisches Know-how zusammenbrachte, um die politische und gesellschaftliche Unterstützung für die EbA zu verstärken. In jeder Roadmao bestand der letzte Schritt aus der Unterstützung der EbA auf politischer Ebene.

EbA in Guatemala

Obwohl die gemeinsame Entwicklung der Roadmap unter den Bedingungen der Covid-19-Pandemie eine Herausforderung darstellte, konnten die Weichen für eine Ausweitung von EbA gestellt werden. Wurde in Guatemala bis vor drei Jahren kaum über EbA gesprochen, wurde der Ansatz 2021 auf der COP26 in Glasgow in die Länderposition von Guatemala sowie in die Dritte Mitteilung zur Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) des Landes aufgenommen. Seit März 2021 verfügt das Ministerium für Umwelt und natürliche Ressourcen über ein eigenes Sekretariat, das der technischen Gruppe für EbA, die einst durch das IKI-Projekt gegründet wurde, eine neue Heimat bietet. Dank der von dieser Gruppe initiierten Zusammenarbeit, das aus einem Konsortium aus über 20 Institutionen aus dem öffentlichen Sektor, der Wissenschaft, der Zivilgesellschaft und dem privaten Sektor besteht, wird EbA in mehrere politische Instrumente wie die national bestimmten Klimaschutzbeiträge (NDCs) und die nationale Biodiversitätsstrategie integriert.

EbA in Indien

Auch in Indien hat EbA an Dynamik gewonnen. Obwohl die sektorübergreifende Zusammenarbeit eine große Herausforderung darstellt, haben Arbeitsgruppen Akteurinnen und Akteure aus verschiedenen Sektoren zusammengebracht, um Ideen zu entwickeln, wie EbA in Indien zur Anpassung an den Klimawandel beitragen und gleichzeitig das Wohlergehen von Bäuerinnen und Bauern sichern kann. Dieser Impuls führte zur Gründung des allerersten indienweiten EbA-Netzwerks, einer Allianz aus Forscherinnen und Forschern und Fachleuten, die gemeinsam daran arbeiten, die EbA in Indien in großem Maßstab umzusetzen.

Roadmaps als vielversprechender Ansatz

Der Prozess der Entwicklung von Roadmaps ist vielversprechend, weil er über den Wissensaustausch hinausgeht, und es Akteurinnen und Akteuren verschiedener Ebenen und Sektoren ermöglicht, zusammenzuarbeiten. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor dieser Zusammenarbeit war das Gegenstromprinzip, das heißt die Verbindung von lokaler und nationaler/bundesstaatlicher Ebene in beide Richtungen. EbA-Lösungen, die auf langjährigen Initiativen beruhen, wurden in bestehende Programme und Richtlinien aufgenommen und eingebettet, um ein Umfeld zu schaffen, in dem EbA-Maßnahmen auf lokaler Ebene Wirkung zeigen können. Auch wenn das Hauptziel der Multi-Stakeholder-Roadmap  darin besteht, auf die lokalen Bedürfnisse einzugehen, kann der Ansatz in verschiedenen Umgebungen und Kontexten eingesetzt werden. Das macht ihn zu einem so wirkungsvollen Instrument für die dringende Arbeit der Ausweitung von EbA.

Die im Rahmen des Klima-SDGs-Integrationsprojekts erarbeiteten Prozesse zur Entwicklung einer Roadmap haben große Fortschritte beim Aufbau von Allianzen und bei der Schaffung von Wissen rund um EbA sowie bei der verstärkten Übernahme von EbA in politische Rahmenwerke in den beiden Projektgebieten gezeigt. Die Roadmap markiert jedoch nur den Beginn eines langfristigen Prozesses. Es ist wichtig, die ambitionierten Roadmaps in effektive Maßnahmen zu übertragen.

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Kontakt

IKI Office
Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH
Stresemannstraße 69-71

10963 Berlin

iki-office@z-u-g.org

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