29.06.2022

FELICITY – Lernerfahrungen für mehr Klimafinanzierung

Kathedrale von Maringá
Pilotprojekt zur LED-Technologie rund um die Kathedrale von Maringá

Wie die Erkenntnisse von FELICITY – Cities Advisory Facility eine skalierte Wirkung künftiger Initiativen zur Klimafinanzierung erzielen können.

FELICITY-Partnerstadt Antonio Ante in Ecudador
FELICITY-Partnerstadt Antonio Ante in Ecudador

Seit 2017 unterstützt „FELICITY – Cities Advisory Facility“ die Vorbereitung bankfähiger emissionsarmer Infrastrukturprojekte in Städten. Die Arbeit von FELICITY hat den Mangel an geeigneten Investitionsmöglichkeiten, an Kapazitäten von Investoren und an Rahmenbedingungen als Hindernisse für die Ausweitung von Klimafinanzierung identifiziert. Das XI World Urban Forum in Kattowitz, Polen, ist ein guter Zeitpunkt, die Erkenntnisse des Programms und deren Potenziale für die Ausgestaltung und Strukturierung zukünftiger Initiativen zu analysieren.

FELICITY ist eine globale Initiative der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) für urbanen Klimaschutz im Auftrag der Bundesregierung. Die Initiative verfolgt einen "Team Europe"-Ansatz, bei dem die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und die Europäische Investitionsbank (EIB) zusammenarbeiten, um städtische Investitionsprojekte und Klimaschutzmaßnahmen zu vorzubereiten. Als Antwort auf die oben genannten Herausforderungen bei der Verknüpfung von Klimaschutz und Finanzierung unterstützt FELICITY die Vorbereitung und Finanzierung bankfähiger emissionsarmer Infrastrukturprojekte, stärkt die Expertise und die institutionellen Kompentenzen der Projektpartner auf subnationaler und nationaler Ebene, analysiert und verbessert gezielt relevante Rahmenbedingungen in den Zielländern. Dabei berücksichtigt FELICITY stets die Perspektive internationaler Finanziers.

FELICITY war geprägt von heterogenen Partnerländern (Brasilien, China, Ecuador, Indonesien und Mexiko) und zehn Pilotprojekten, die ein breites Spektrum von Sektoren abdeckten, und zwar: erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Gebäuden, öffentlicher Verkehr, Abfall und Abwasser. Das Investitionsvolumen variierte von 3 Mio. bis 90 Mio. EUR mit verschiedenen Finanzinstrumenten. Dazu gehören Kredite über Finanzintermediäre, kommunale Finanzierung, nationale Zuschüsse oder Darlehen sowie Finanzierungsmodelle mit dem Privatsektor. Während diese Heterogenität Lernen ermöglichte, schränkte sie das Potenzial für Synergien und Skalierung ein.

Anwendung der Empfehlungen und gewonnenen Erkenntnisse

FELICITY-Schriftzug auf Bühne
FELICITY-Veranstaltung "Mobilisierung von Finanzmitteln für Klimaschutzmaßnahmen" in Mexiko

Für zukünftige Maßnahmen, die sich auf die Skalierung ihrer Wirkung konzentrieren, wird empfohlen, Projektpipelines und -vorbereitung zu bündeln, etwa entlang von Sektoren oder Regionen (etwa große Versorgungsunternehmen oder Metropolregionen). Bei FELICITY II - Östliche Partnerschaft und Zentralasien  wird dieser Clusteransatz bereits verwendet, der auf vier Länder aus derselben Region und zwei Sektoren fokussiert. 

Technische Zusammenarbeit in der Projektvorbereitung sollte mit einer geeigneten Palette an Finanzierungs- und Blending-Produkten verbunden werden, um ein attraktives Paket für Entwicklungs- und Schwellenländer zu schaffen. Im Zuge der COVID19-Pandemie verfolgten die Städte Modelle der Privatfinanzierung, um weitere kommunale Schulden zu vermeiden. Um städtische Klimaschutzprojekte für den Privatsektor attraktiv zu machen, bedarf es fundierter Kenntnisse geeigneter Vertragsmodelle durch kommunales Personal sowie des Zugangs zu öffentlichen Risikominderungsmechanismen.

In Bezug auf die Partnerstruktur sollten sich die Aktivitäten der technischen Zusammenarbeit Akteure fokussieren, die systemische Veränderungen und Skalierung ermöglichen. FELICITY hat Finanzintermediäre auf nationaler und regionaler Ebene als Multiplikatoren und „Change Agents“ identifiziert, um Wirkung zu skalieren. Die Zusammenarbeit mit den lokalen Entwicklungsbanken Banobras (Mexiko), BDE (Ecuador) und BRDE/BDMG (Brasilien) hat sich als vorteilhaft erwiesen. Durch gezieltes Engagement erkannten Banobras und BDE sowie der brasilianische Verband der Entwicklungsbanken (ABDE) das Potenzial für grünen Wiederaufschwung in Städten als Win-Win-Situation: Entwicklungsfinanzinstitute können sektorale grüne Produkte anbieten, die wiederum Städten helfen, ihren Investitionsbedarf zu decken. Dies bietet einen fruchtbaren Boden für systemischen Wandel.

Im Hinblick auf den konzeptionellen Ansatz ist es vorteilhaft, die Interventionen auf lokaler /nationaler und internationaler Ebene durch Aktivitäten auf regionaler Ebene zu ergänzen. Dies ermöglicht gemeinsame strategische Ansätze und Allianzen für Wissensaustausch und „Policy Learning“ sowie für die Bündelung von Finanzprodukten (Zugang zu Finanzierung). Das regionale Projektvorbereitungs-Trainingsprogramm mit über 2000 Teilnehmern in Lateinamerika zeigte das Potenzial für regionale Synergien. Ein weiteres Spin-off, das von FELICITY inspiriert wurde, - neben FELICITY II -, ist die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderte Dreieckskooperation zwischen Deutschland, Mexiko und Ecuador, die sich auf den Beitrag von Entwicklungsbanken zu einer nachhaltigen Erholung konzentriert.

Die allgemeine Empfehlung für Auftraggeber wie die IKI ist, sich auf Wirkung als Leitprinzip zu konzentrieren sowie Flexibilität bei der Auswahl von Einsatzländern, Sektoren, Projektträgern und Partnern zuzulassen. Durch die Fokussierung auf die kurzfristige Umsetzung von Projekten wird Wirkung in großem Maßstab einfacher zu erzielen zu sein – es erlaubt, Ergebnisse zu demonstrieren und so das Ambitionsniveau der NDCs der Länder auf globaler Ebene zu steigern.

Insgesamt liefern die Erkenntnisse von FELICITY wertvolle Beiträge zum Aufbau skalierbarer Finanzierungsstrukturen für öffentliche und private Investitionen in grüne Infrastruktur in Entwicklungs- und Schwellenländern. Indem die IKI ihre Ressourcen auf die Wirkung ausrichtet, kann sie eine wichtige Rolle bei der Beschleunigung von Klimaschutzmaßnahmen und Investitionen spielen. FELICITY zeigt, dass es funktioniert!

Ausgewählte Auswirkungen

Die FELICITY-Pilotprojekte in Mexiko, Brasilien, Ecuador und Indonesien haben ein geschätztes Investitionsvolumen von 322 Millionen Euro und ein Emissionsminderungspotenzial von bis zu 1,98 Millionen tCO2eq über 15 Jahre. Das entspricht einem jährlichen Treibhausgas-Ausstoß von rund 430.000 PKWs. In 89 großen Fortbildungsveranstaltungen haben rund 5.000 Fachkräfte von den Maßnahmen von FELICITY zur Kapazitätsentwicklung auf städtischer, regionaler und nationaler Ebene profitiert.

Basierend auf einer Analyse von Barrieren für die subnationale Klimafinanzierung entwickelte FELICITY Empfehlungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen auf nationaler Ebene, die von gezielten Interventionen bis hin zu innovativen Lösungen für einen grünen Wiederaufschwung nach der Pandemie reichen. Auf globaler Ebene ist FELICITY aktiv an der Unterstützung internationaler Netzwerke zur Klimafinanzierung beteiligt und bringt seine Erfahrungen und Erkenntnisse vor Ort ein, um Investitionsprojekte für grüne urbane Infrastruktur umzusetzen.

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