22.07.2022

One Health: Naturschutz ist vorsorgender Gesundheitsschutz

Regenwald in Ruanda

Bundesumweltministerin Steffi Lemke hat am ersten Africa Protected Areas Congress (APAC) teilgenommen und unter anderem den Nature for Health Multi-Partner Trust-Fund vorgestellt.

Der Multi-Partnertreuhandfonds hat zum Ziel, weltweit den sogenannten One Health-Ansatz voranzubringen und zur Prävention zukünftiger Pandemien beizutragen. 

Die weltweite COVID-19 Pandemie hat drastisch deutlich gemacht, dass eine intakte Natur für die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen eine notwendige Voraussetzung ist. Der Schutz von Ökosystemen trägt wesentlich zur Prävention von Pandemien bei, weshalb der One Health-Ansatz die Zusammenhänge zwischen menschlicher Gesundheit und der Gesundheit von Tieren und der Umwelt betont. 

Bundesumweltministerin Steffi Lemke sagte in ihrer Rede anlässlich einer Veranstaltung zum Thema „Nature for Health“ im Rahmen des APAC: 

“Eine gesunde Umwelt ist Voraussetzung für unsere menschliche Gesundheit, für unser Wohlbefinden und eine resiliente Wirtschaft und Gesellschaft. Gesunde Ökosysteme sind unsere Lebensgrundlage. Die Corona-Pandemie hat uns deutlich vor Augen geführt, wie eng die Gesundheit von Menschen, mit der von Tieren und Ökosystemen zusammenhängt. Diese Aufmerksamkeit sollten wir jetzt für den One Health-Ansatz nutzen. Um das Risiko zukünftiger Zoonosen und Pandemien zu verringern, brauchen wir eine ambitionierte Arten- und Naturschutzpolitik.“ 

Während des Africa Protected Areas Congress in Ruanda betonte die Ministerin auf einem High-Level Event, dass die Bundesregierung die Umsetzung des One Health-Ansatzes in Afrika unterstützt. Eine solche Unterstützung wird zum Beispiel über den Nature for Health Multi-Partner Trust-Fund (N4H) geleistet. 

Steffi Lemke gab während des Kongresses zudem bekannt, dass der Fund am 18. August 2022 ein Bewerbungsverfahren für interessierte Staaten eröffnen wird. 

Nature for Health Multi-Partner Trust-Fund: 50 Millionen Startkapital von der Internationalen Klimaschutzinitiative

Das Bundesumweltministerium (BMUV) hatte den Nature for Health Multi-Partner Trust-Fund im März 2022 gemeinsam mit Partnerorganisationen ins Leben gerufen. Ziel der Initiative ist es, Partnerländer bei der Umsetzung präventiver One-Health-Strategien zu unterstützen. Über die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) stellt das BMUV rund 50 Millionen Euro Startkapital für den Fund zur Verfügung.

Zu den Partnern gehören die Weltnaturschutzorganisation (IUCN), das UN-Umweltprogramm (UNEP), das CBD-Sekretariat, die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP), die Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH/OIE) und die EcoHealth Alliance.

Der Africa Protected Areas Congress

Der Africa Protected Areas Congress (18. bis 23. Juli in Kigali/Ruanda) ist das erste kontinentweite Treffen von afrikanischen Führungskräften, Zivilgesellschaft und Interessengruppen, das zum Ziel hat, über die Bedeutung von Schutzgebieten zu diskutieren.

Diskutiert wird über deren Rolle für 

  • den Erhalt der Natur, 
  • den Schutz der afrikanischen Tierwelt, 
  • die Bereitstellung lebenswichtiger Ökosystemleistungen, 
  • die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung und
  • den Erhalt von Afrikas kulturellem Erbe und Traditionen. 

Die Weltnaturschutzorganisation IUCN organisiert mit finanzieller Unterstützung des Bundesumweltministeriums über die IKI im Rahmen des Kongresses One Health-Veranstaltungen, die den Austausch, die Diskussion, die Vernetzung und die Zusammenarbeit zwischen den wichtigsten Interessengruppen ermöglichen. 
 

Hintergrund: Der One-Health-Ansatz 

One Health Ansatz beschreibt einen kollektiven, vereinenden Ansatz, der darauf abzielt, die Gesundheit von Menschen, Tieren und Ökosystemen nachhaltig ins Gleichgewicht zu bringen und zu optimieren. Er erkennt an, dass die Gesundheit von Menschen, Haus- und Wildtieren, Pflanzen und der weiteren Umwelt (einschließlich der Ökosysteme) eng miteinander verbunden und voneinander abhängig sind. 

Der Ansatz mobilisiert verschiedene Sektoren, Disziplinen und Gemeinschaften auf unterschiedlichen Ebenen der Gesellschaft, um gemeinsam das Wohlergehen zu fördern und Bedrohungen der Gesundheit und der Ökosysteme zu bekämpfen und gleichzeitig den kollektiven Bedarf an sauberem Wasser, Energie und Luft sowie an sicheren und nahrhaften Lebensmitteln zu decken, Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen und zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen.

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