Schulungsinitiative stärkt Südafrikas Weg in eine klimafreundliche Zukunft
Eine landesweit angelegte Schulungsreihe bringt hat Akteure aus Verwaltung und Institutionen zusammengebracht – und zeigt, warum der Übergang zu einer klimafreundlichen Wirtschaft nur gemeinsam gelingen kann.
Eine umfassende Schulungsreihe, die von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) unterstützt wurde, hat einen wichtigen Impuls für Südafrikas Wandel hin zu einer grünen, klimaresilienten Wirtschaft gesetzt.
Über 280 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Organisationen nahmen an dem landesweiten Schulungsangebot teil, das sich über alle neun Provinzen erstreckte. Ziel war es, Wissen zu bündeln, Kompetenzen zu stärken und den Austausch zwischen den verschiedenen Ebenen staatlichen Handelns zu fördern.
Vielfältige Beteiligung
Zu den Teilnehmenden zählten Fachkräfte aus Provinz-, Bezirks- und Kommunalverwaltungen ebenso wie aus nationalen Ministerien. Auch Organisationen wie die South African Local Government Association (SALGA) und das Department of Forestry, Fisheries and the Environment (DFFE) waren eingebunden.
Die ersten Schulungen fanden im Mai 2024 in Emalahleni in der Provinz Mpumalanga statt, die Abschlussveranstaltung im Februar 2026 in der Nordwest-Provinz. Damit spannt die Initiative einen zeitlichen Bogen über fast zwei Jahre – und erreicht Akteure im ganzen Land.
Die Teilnehmenden können über eine digitale Lernplattform auch nach Abschluss des Präsenzprogramms weiterhin auf Schulungsinhalte zugreifen und ihre Kenntnisse weiter vertiefen.
Austausch statt Insellösungen
Ein zentrales Ergebnis der Reihe: Der Bedarf an stärkerer Zusammenarbeit ist groß. Viele Kommunen arbeiten bislang isoliert – sowohl voneinander als auch von anderen Akteuren. Die Schulungen setzten genau hier an, indem sie Raum für Austausch, gemeinsames Lernen und neue Perspektiven schufen.
Gerade dieser Dialog erwies sich als entscheidend, um komplexe Herausforderungen der sogenannten „Just Transition“, also einer sozial gerechten Transformation, besser zu verstehen und gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln.
Komplexe Themen praxisnah vermittelt
Inhaltlich deckte das Programm ein breites Spektrum ab: von Konzepten wie der „Doughnut-Ökonomie“ über Fragen zu Treibhausgasemissionen und CO₂-Intensität von Exporten bis hin zu Strategien für Netto-Null-Emissionen. Auch politische Rahmenbedingungen, wirtschaftliche Chancen sowie Gerechtigkeitsfragen im Transformationsprozess standen im Fokus.
Besonderes Augenmerk lag auf der Frage, wie ein gerechter Wandel konkret gestaltet werden kann – und welche Risiken entstehen, wenn dieser Prozess unkoordiniert verläuft.
Regionale Unterschiede erfordern maßgeschneiderte Lösungen
Eine wichtige Erkenntnis aus den Schulungen: Einheitliche Ansätze greifen zu kurz. Die Analysen zeigten deutlich, dass sich die Provinzen in ihren Voraussetzungen, Risiken und Potenzialen erheblich unterscheiden.
Vor allem die Bewertungen der regionalen Verwundbarkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels regten viele Teilnehmende zum Nachdenken an. Deutlich wurde: Erfolgreiche Strategien müssen lokal verankert sein und die jeweiligen Gegebenheiten berücksichtigen.
Ein Teilnehmer aus dem Northern Cape bringt es auf den Punkt: Die Schulung habe „ein tieferes Verständnis dafür vermittelt, wie der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft gerecht, inklusiv und nachhaltig gestaltet werden kann“.
Beitrag zur internationalen Klimapolitik
Das Schulungsprogramm unterstützt unmittelbar die Ziele des IKI-Projekts „Gerechter Übergang zu einer dekarbonisierten Wirtschaft für Südafrika“ (JUST SA). Indem es staatliche Akteure mit den Fähigkeiten ausstattet, wirksame Maßnahmen zu konzipieren und umzusetzen, stärkt es den Klimaschutz – insbesondere auf subnationaler Ebene.
Der Aufbau institutioneller Kompetenzen ist entscheidend: Nur leistungsfähige Verwaltungen können Emissionen wirksam reduzieren und langfristig eine klimafreundliche wirtschaftliche Entwicklung vorantreiben.
Blick nach vorn: Vernetzung und Weiterbildung im Fokus
Um die erzielten Fortschritte zu sichern, setzt das Projekt JUST SA) künftig verstärkt auf Vernetzung. Eine sogenannte „Community of Practice“ soll den kontinuierlichen Austausch zwischen Kommunen und Provinzen fördern.
Darüber hinaus sind weitere Maßnahmen geplant: der Ausbau der digitalen Lernplattform, eine Podcast-Reihe auf Provinzebene sowie eine internationale Studienreise nach Indien im Oktober 2026. Dort sollen ausgewählte Teilnehmende praxisnahe Einblicke in vergleichbare Transformationsprozesse erhalten.
Ein Programm mit langfristigem Anspruch
Das IKI-Projekt JUST SA verfolgt ein ambitioniertes Ziel: den Übergang zu einer nachhaltigen, klimaresilienten und sozial gerechten Wirtschaftsweise.
Die Botschaft der Schulungsreihe ist klar: Der Weg dorthin ist komplex – aber mit dem richtigen Wissen, starken Institutionen und enger Zusammenarbeit kann er gemeinsam bewältigt werden.
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Kontakt
IKI Office
Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH
Stresemannstraße 69-71
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Die IKI in Südafrika
Was bedeutet „Just Transition“?
Damit die Folgen des Klimawandels beherrschbar bleiben, muss die globale Lebens- und Wirtschaftsweise bis zur Mitte des Jahrhunderts klimaneutral werden. Dieser Wandel muss sozial gerecht erfolgen. „Just Transition“ bedeutet: Auf dem Weg zu einer klimaneutralen, und sozial gerechten Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung sollen alle mitgenommen werden – niemand darf zurückbleiben.
Infos zum Kursangebot
Das Programm wurde von Trade & Industrial Policy Strategies (TIPS) im Rahmen des IKI-Projekts „Just Transition to a Decarbonised Economy for South Africa (JUST SA)“ umgesetzt, das von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit durchgeführt wird.