Südafrika: Natur & Kulturerbe bewahren, lokale Wertschöpfung stärken
Ein IKI Small Grants-Projekt in Südafrika zeigt, dass Schutz von Biodiversität und Kultur mit der Schaffung von Jobs und Einkommen einhergehen kann.
Wenn Hendreas Vaalboi auf das weitläufige Land rund um das moderne Museumsgebäude blickt, das einst eine verlassene alte Farm war, sieht er das Land seiner Gemeinschaft. Hendreas gehört zu den San, einer indigenen Gruppe, die als eine der ältesten bestehenden Kulturen der Welt gilt und zu den letzten Jäger-und-Sammler-Gemeinschaften weltweit zählt. Angehörige der San leben in mehreren Ländern im südlichen Afrika. Hendreas blickt auch auf prächtige Natur, die Schutz verdient. Das Land hat den San stets viel gegeben – von Nahrung über Medizin bis hin zu vielem mehr.
Ein Zentrum für Bildung und Beschäftigung
Nördlich von Kapstadt gründete eine gemeinnützige Organisation ein Zentrum zur Förderung und Bewahrung dieses Erbes. Das !Khwa ttu San Culture and Education Centre dient sowohl als Museum über die San-Kultur als auch als Reiseziel: Es bietet Unterkünfte, geführte Touren, ein Restaurant mit regionaler Küche sowie einen Laden mit handgefertigten Produkten. Das Zentrum schafft Arbeitsplätze und bietet Trainings für Mitglieder der Gemeinschaft. Es unterstützt zudem kleine, von San geführte Unternehmen, darunter Kunsthandwerk, sowie Initiativen wie traditionelle Tanzgruppen. Langfristig strebt das Zentrum an, ein sich selbst tragendes Sozialunternehmen zu werden. Es fungiert außerdem als Treffpunkt der Gemeinschaft, insbesondere für junge San.
Für Hendreas Vaalbooi, der das Renaturierungsteam bei !Khwa ttu leitet, ist der Schutz der Natur für die San essenziell.
Schutz der Natur in einem Biodiversitäts-Hotspot
Das Zentrum, vor Ort als „Botschaft“ der San-Gemeinschaft bezeichnet, liegt in einem Biosphärenreservat – einem Biodiversitäts-Hotspot mit weltweit einzigartigen, aber bedrohten Arten. Um dem Lebensraumverlust zu begegnen, schuf die von IKI Small Grants unterstützte Initiative die Voraussetzungen dafür, dass die 850 Hektar Umgebung des Zentrums rechtlich als Schutzgebiet ausgewiesen werden kann. So kann sich endemische und indigene Vegetation natürlicherweise erholen. Aktive Maßnahmen zur Wiederherstellung des lokalen Ökosystems, des sogenannten „Fynbos“, umfassten die Entfernung invasiver Arten und den Aufbau von Pflanzenschulen.
Das Projekt nutzte das Wissen der indigenen San über Pflanzen und ihre Nutzung, auch wurden junge San zu Biodiversitätsbotschafterinnen und -botschaftern ausgebildet. Mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden sind Frauen. Eine von ihnen ist Nunke Khadimo, die als Naturführerin arbeitet. Sie informiert Besucherinnen und Besucher über das wertvolle, artenreiche Naturschutzgebiet rund um das Zentrum.
Internationale Anerkennung für erfolgreiche Arbeit
Im Zeitraum des von IKI Small Grants unterstützten Projekts begrüßte das Zentrum über 40.000 Besucherinnen und Besucher, darunter 2.400 Schülerinnen und Schüler. Die gelungene Verbindung von Biodiversitätsschutz mit Umwelt- und Kulturbildung sowie Tourismus schafft wirtschaftliche Perspektiven und dient inzwischen als Vorbild. Das Zentrum wurde bereits mit mehreren nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet, die den wirkungsvollen Ansatz und die Arbeit vor Ort würdigen.
Projekterfolg sichert weitere Unterstützung durch IKI Small Grants
Das !Khwa ttu San Culture and Education Centre hat sich erfolgreich um weitere Unterstützung durch IKI Small Grants beworben. Diese wird bis 2027 verlängert, um die wertvollen Fynbos‑Ökosysteme weiter zu schützen und wiederherzustellen. Bildungsprogramme und Maßnahmen zum Biodiversitätsschutz werden ausgebaut und das zuvor geförderte Geschäftsmodell mit einem noch stärkeren Fokus auf Ökotourismus weiterentwickelt. Mitglieder der San‑Gemeinschaft aus den Nachbarländern Namibia und Botswana werden unter anderem in Restaurantmanagement und als Tourguides ausgebildet.
Über IKI Small Grants
IKI Small Grants unterstützt lokale Lösungen für wirksamen Klima- und Biodiversitätsschutz. Das Programm ist Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) und wird vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) beauftragt. IKI Small Grants fördert Bottom-up-Lösungen und stärkt gleichzeitig lokale Akteurinnen und Akteure. Es wird durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH umgesetzt.
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