21.11.2022

Urban Pathways stellt Klimaschutz von Partnerstädten vor

Bei einem Abschlussworkshop feierte das Projekt Urban Pathways die in zehn Städten auf der ganzen Welt erreichten Maßnahmen zum Klimaschutz. 

Zone 30 Belo Horizonte in Brasilien
Zone 30 Belo Horizonte in Brasilien

In den vergangenen fünf Jahren unterstützte die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) der Bundesregierung das Projekt „Urban Pathways – Supporting Low Carbon Plans for Urban Basic Services in the context of the New Urban Agenda“, das von UN-Habitat koordiniert und unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Wuppertal Institut und dem UN-Umweltprogramm durchgeführt wurde. Vom 8. bis 9. November 2022 fand der Abschlussworkshop des Projekts mit mehr als 30 Teilnehmenden aus deutschen Ministerien, Stadtverwaltungen, der Zivilgesellschaft, Forschungseinrichtungen und Entwicklungspartnerinnen und Entwicklungspartnern in den Räumlichkeiten der Zukunft-Umwelt-Gesellschaft (ZUG) gGmbH in Berlin statt.

Die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Urbanisierung stellen die Städte vor verschiedene Herausforderungen, unter anderem die Deckung des steigenden Bedarfs an grundlegenden Dienstleistungen und Infrastrukturen. Gleichzeitig tragen städtische Gebiete wesentlich zu den Klimaemissionen bei und sind zunehmend dem Klima- und Katastrophenrisiko ausgesetzt. 

„Die wichtige Rolle der Städte als Handlungsort für den Klimawandel wurde während des hochrangigen Treffens zur Umsetzung der Neuen Städteagenda in New York Anfang des Jahres hervorgehoben“, erklärte Andre Dzikus, Leiter der Abteilung für städtische Grundversorgung bei UN-Habitat, in seiner Eröffnungsrede. „Die Mitgliedstaaten bekräftigten ihre Verpflichtung, die vertikale Integration für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele auf allen Regierungsebenen zu gewährleisten, und legten die dringend benötigten Prioritäten für die Maßnahmenbereiche fest, die die Länder ergreifen können, um ihren Übergang zu einer nachhaltigen urbanen Zukunft zu beschleunigen. Besonderes Augenmerk wurde auf die Bereiche der städtischen Grundversorgung sowie Klimaschutz und Klimaanpassung in den Städten gelegt”, so Dzikus weiter.

„Die Städte müssen bei der Bekämpfung der Klimakrise eine Vorreiterrolle spielen. Vor diesem Hintergrund hätte das Projekt Urban Pathways nicht aktueller sein können, da es die Ziele und Ambitionen der globalen Agenden, einschließlich des Pariser Klimaschutzabkommens und der 2030-Nachhaltigkeitsziele, vereint”, sagte Christine Krüger, Fachgebietsleiterin für Stadtentwicklung, Infrastruktur und Mobilität bei der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH, Internationale Klimaschutzinitiative, in ihrer Eröffnungsrede. 

„Städte bilden eine wichtige Plattform, um die Herausforderungen des Klimawandels sektorübergreifend anzugehen. Sie zeigen oft hervorragende Beispiele für sektorübergreifende Zusammenarbeit, vom Verkehr über öffentliche Grünflächen bis hin zum Energie- und Wassermanagement in Wohn- und Industriegebäuden. Die Städte haben dadurch oft die nationalen Regierungen dazu angeregt, ihre Klimaschutzmaßnahmen zu verstärken. Das ist einer der Gründe, warum die IKI seit Jahren Projekte auf Stadtebene unterstützt”, ergänzte Verena Ommer, Referentin im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), während einer Podiumsdiskussion.

In den letzten fünf Jahren verfolgte das Projekt Urban Pathways einen sehr praktischen und bedarfsorientierten Ansatz und arbeitete mit Ländern und Städten zusammen, die hoch motiviert waren und über ein unterstützendes politisches Umfeld verfügten. Das Projekt trug zur Verringerung der Treibhausgasemissionen bei, indem es sich auf integrierte Umsetzungs-programme in den Bereichen Mobilität, Abfallwirtschaft und Energie sowie auf die Sektor-kopplung konzentrierte. Mit Unterstützung von Urban Pathways wurden insgesamt 14 Pilotprojekte in zehn Städten vorbereitet und umgesetzt, von einer Fußgängerzone, einem Zentrum zur Beschleunigung von Mobilitäts-Start-ups und energieeffizienten kleinen Häusern in Nairobi (Kenia) über Umweltzonen in Belo Horizonte (Brasilien) bis hin zu Elektromobilitätssystemen in Städten wie Kochi (Indien), Hanoi (Vietnam) oder Quito (Ecuador). 

Luthuli Avenue Nairobi in Kenia
Luthuli Avenue Nairobi in Kenia

Die positiven Auswirkungen dieser Initiativen zeigen sich unter anderem in der Verbesserung der Begehbarkeit, der Verringerung von Emissionen und Umweltverschmutzung, der Erhöhung der Verkehrssicherheit und der Steigerung der Geschäftsmöglichkeiten. So führte beispielsweise die Fußgängerzone „Luthuli Avenue“ in Nairobi zu einem Anstieg der Fußgänger um 29 Prozent, wobei insbesondere mehr Frauen und ältere Menschen in der Fußgängerzone anzutreffen waren – zwei gesellschaftliche Gruppen, die den Raum nun aufgrund der verbesserten Zugänglichkeit, Sicherheit und Bequemlichkeit angenehm nutzen können. In einer von den Partnerinnen und Partnern durchgeführten Umfrage gaben insgesamt 83,3 Prozent der Befragten in Nairobi an, dass sie die Maßnahme befürworten. Die Mehrheit der wirtschaftlichen Interessenvertreterinnen und Interessenvertreter äußerte sich ebenfalls sehr positiv über die geschäftlichen Verbesserungen (41 bis 80 Prozent). 

Diese Pilotprojekte wurden im Rahmen von Multi-Stakeholder-Partnerschaften, sogenannten „Living Labs“, entwickelt, die Plattformen für die Zusammenarbeit zwischen Regierungs-beamtinnen und Regierungsbeamten, der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft und dem Privatsektor boten, um gemeinsam Lösungen für den Klimaschutz auf höchst partizipative Weise zu entwickeln.

Dieser Ansatz gipfelte im Mai 2022 in der Gründung des Urban Living Lab Centers, das die Rolle der Städte als Testumgebung für Innovationen hervorhebt und die Städte durch den Kapazitätsaufbau, politische Beratung, die Durchführung von Pilotprojekten sowie die Entwicklung bankfähiger Projekte zur Ausweitung der getesteten Lösungen unterstützt.

Durch die laufende Partnerschaft des Urban Living Lab Centers, das Urban Pathways mit EU-finanzierten Projekten wie SOLUTIONSplus zur E-Mobilität oder dem Projekt Smart Energy Solutions for Africa (SESA) zusammenbringt, wurden mehr als 60 Mio. EUR für Projekte gesichert und mehr als 100 neue Partnerschaften initiiert, die den Übergang zu einer nachhaltigeren Zukunft für Städte unterstützen.

Das Projekt Urban Pathways war ein großartiges Beispiel dafür, wie die internationale Zusammenarbeit eine Schlüsselrolle bei der Unterstützung von Städten bei der Entwicklung lokaler Klimaschutzpläne durch Multi-Stakeholder-Prozesse spielen kann, die zu tragfähigen Pilotprojekten mit Potenzial für eine künftige Ausweitung führen. Während sich das Projekt dem Ende zuneigt, wurde in vielen Städten, die sich bereits zu zusätzlichen Investitionen in die städtische Infrastruktur verpflichtet haben, mit konkreten Plänen zur Ausweitung der Maßnahmen der Grundstein dafür gelegt. In Belo Horizonte sind fünf weitere Umweltzonen in Planung, und in Nairobi werden weiterhin Fußgänger- und Radwege in der ganzen Stadt eingerichtet, während gleichzeitig die Nairobi River Regeneration Initiative vorbereitet wird, die darauf abzielt, den Nairobi River als gemeinsames öffentliches Gut zurückzuerobern, das einen größeren städtischen und ökologischen Nutzen für eine höhere Lebensqualität in der Stadt unterstützt.

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Kontakt

IKI Office
Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH
Stresemannstraße 69-71

10963 Berlin

iki-office@z-u-g.org

Stimmen zum Projekt

Eveline Prado Trevisan

„Urban Pathways hat uns dabei geholfen, die Bedeutung des Aufbaus einer nachhaltigeren, klimafreundlicheren Stadt durch Diskussionen über Geschwindigkeitsreduzierung, Bürgerbeteiligung und Straßen für Menschen in unsere Agenda aufzunehmen.“

Eveline Prado Trevisan, Koordinatorin für Nachhaltigkeit und Umwelt, BHTrans, Belo Horizonte, Brasilien. 

Cyprine Odada

„Urban Pathways hat an uns und unsere Träume geglaubt, und mit ihrer Unterstützung verwandeln wir unsere Stadt in eine lebenswerte Stadt – wir schwächen so die Klimakrise ab und verbessern unsere Lebensbedingungen.“

Cyprine Odada, Koordinatorin, Critical Mass Nairobi

Videos zum Projekt

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