Erhalt von Biodiversität in Feuchtgebieten durch Integriertes Wasserressourcenmanagement
Tansania verfügt über 115 anerkannte Feuchtgebiete, die rund zehn Prozent der Landesfläche ausmachen. Sie sind artenreiche und produktive Ökosysteme, die wichtige Leistungen wie Süßwasser bereitstellen. Doch rund 90 Prozent dieser Gebiete sind durch nicht nachhaltige Wassernutzung und intensive Landwirtschaft bedroht. Das Projekt stärkt Partnerorganisationen, um Wasserressourcen und Ökosysteme besser zu managen und so die Biodiversität zu erhalten. Es verbessert die Wassergovernance, indem relevante Institutionen im integrierten Wasserressourcenmanagement gestärkt werden. Zugleich fördert es eine effizientere Nutzung, etwa in der Bewässerungswirtschaft, und unterstützt ökosystembasierte Anpassung am Oberlauf des Katuma-Flusses, um den ökologischen Mindestabfluss zu sichern. Darüber hinaus werden die Erfahrungen und Ansätze verbreitet, damit sie in Tansania und international angewendet werden können. So trägt das Projekt zur Umsetzung der nationalen
- Länder
- Tansania
- IKI Förderung
- 4.000.000,00 €
- Laufzeit
- 01/2024 bis 05/2027
- Status
- laufend
- Durchführungs -organisation
- Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
- Politischer Partner
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- Ministry of Water and Irrigation, MoWI - Tanzania
- Durchführungspartner
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- International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) - Eastern and Southern Africa Regional Office
- Rikolto in East Africa
- SNV Netherlands Development Organisation - Tanzania
Stand der Umsetzung/Ergebnisse
- Verbesserte Governance, Koordination und Flächennutzungsplanung:
- Im Rahmen hochrangiger Konsultationen mit den Bezirksleitenden von Tanganyika und Nsimbo wurde eine integrierte Land- und Wasserbewirtschaftung zugesichert, die mit den nationalen Reformen des integrierten Wasserressourcen-Management (IWRM) und der „Vision 2050“ im Einklang steht
- Bedarfsanalysen mit 70 Interessengruppen aus drei Wassernutzervereinigungen (WUAs) identifizierten Governance Lücken und bildeten die Grundlage für maßgeschneiderte Kapazitätsaufbauprogramme
- Zwei dörfliche Flächennutzungspläne (Katuma, Usense) wurden genehmigt, in denen Zonen für nachhaltige Landwirtschaft (11.300 ha), Bewässerung (1.226 ha), Weideland (2.120 ha), Waldreservate (3.936 ha) und Gewässerschutz (627 ha) ausgewiesen sind. Somit wird Biodiversitätsschutz auf der lokalen Verwaltungsebene verankert
- Stärkung institutioneller und technischer Kapazitäten für Wasser- und Ökosystemmanagement
- Hydrologische und Biodiversitäts-Monitoringsysteme wurden durch aktualisierte Abflusskurven, einen Rahmenwerk für ökologische Mindestabflussmengen für den Fluss Katuma sowie die Anschaffung von Vermessungsgeräten für die kinematische Echtzeit-Positionsbestimmung und einer Drohne verbessert
- Die Entwürfe für den Flussbau wurden unter Verwendung von Stabilisierungs- und naturbasierten Lösungen verfeinert
- zwei Renaturierungsgebiete (Misukumilo, Kakese) wurden mit 60 m breiten Pufferzonen sowie Baum- und Graspflanzungen eingerichtet, um Erosion und Verschlammung zu verringern
- Ausbau inklusiver Beteiligung und gemeindebasierter Überwachung:
- 49 Mitglieder von Dorfkomitees und 220 Gemeindemitglieder wurden in den Bereichen Naturschutz und Landverwaltung geschult
- 58 Mitglieder von WUAs und Gemeindemitglieder leiten nun Teams zur Überwachung des Zustands der Flüsse Katuma, Msaginya und Mpanda, wobei sie standardisierte Biotop-Probenahmen und das TARISSfupi-Bewertungssystem anwenden
- Förderung nachhaltiger Wassernutzung, Landwirtschaft und Verschmutzungskontrolle:
- Sechs Demonstrationsflächen (Fünf Reis-, eine Gartenbaufläche) förderten Tröpfchenbewässerung, Befeuchtungs- und Trocknungstechniken sowie verbessertes Saatgut
- Die Schulung von 103 Ausbildenden und 15 Beratungsfachkräften zu IWRM und regenerativer Landwirtschaft erreichte bis zu 12.000 Wassernutzerinnen und -nutzer
- Sechs Schulungen zum Thema sicherer Umgang mit und Entsorgung von Chemikalien erreichten 1.830 Beschäftigte in der Landwirtschaft und Bergleute
- Drei Sammelstellen für Chemikalien wurden eingerichtet und mechanische Unkrautbekämpfung gefördert, um den Einsatz von Chemikalien und Wasser zu reduzieren
- Erhebung von Biodiversitätsdaten und operativem Wissen für IWRM:
- Die erste integrierte Biodiversitätsbewertung während der Trockenzeit im Katuma-Einzugsgebiet und im Katavi-Nationalpark dokumentierte 76 Pflanzen-, 98 Vogel- und 20 Säugetierarten, darunter große Populationen von Flusspferden (1.724) und Krokodilen (621)
- Standardisierte Verfahren erzeugten räumliche Datensätze und Diversitätsindizes, wodurch ein replizierbares Langzeit-Überwachungssystem etabliert und vorrangige Risiken (Uferdegradation, Erosion, Sedimentation, Weidedruck, illegale Wasserentnahme) identifiziert wurden, um gezielte Maßnahmen zur Renaturierung und Uferbewirtschaftung zu steuern
- Stärkung institutionsübergreifender Kapazitäten und des politischen Engagements:
- 23 Mitarbeitende von Flussgebietsbehörden, Forschungsinstituten, Schutzgebieten, Bezirken, Gemeinden und NGOs wurden in Biodiversitätsmonitoring, GPS, Kobo Toolbox und ökologischer Berichterstattung geschult
- Die Projektergebnisse flossen im Rahmen mehrere Foren in den nationalen Dialog über Wasser- und Biodiversitätspolitik ein und wurden auf der TAWIRI-Wissenschaftskonferenz (Dezember 2025) präsentiert
Letzte Aktualisierung:
05/2026
Relationen zum Projekt
Legende:
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