Vorbereitung einer internationalen Initiative zur Minderung von Schwefelhexafluorid-Emissionen im Stromsektor

SF6 ist das stärkste bekannte Treibhausgas, doch seine Emissionen wurden bisher wenig beachtet im internationalen Klimaschutz. SF6-Emissionen entstammen vor allem gasisolierten Schaltanlagen in der Strominfrastruktur. Sie drohen im Zuge des Netzausbaus vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern stark anzusteigen. Deshalb bereitet das Projekt eine internationale Initiative zu SF6 im Stromsektor vor. Der erste Schritt besteht in einer Analyse zu Technologie sowie Finanzierungsmöglichkeiten für eine SF6-Emissionsminderung. Auf dieser konzeptionellen Grundlage führt das Projekt Länder-Stakeholder-Workshops durch. Es gilt geeignete Regulierung sowie Monitoring- und Anreizmechanismen zu schaffen, möglicherweise aufbauend auf Kohlenstoffmärkten. Zudem bereitet das Projekt die Einbettung der Initiative in die internationale Institutionenlandschaft vor.

Projektdaten

IKI Förderung
1.000.000,00 €
Laufzeit
11/2023 bis 06/2026
Status
laufend
Durchführungs -organisation
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Durchführungspartner
  • Perspectives Climate Group GmbH

Stand der Umsetzung/Ergebnisse

    Das Projekt erarbeitete zunächst quantitative und qualitative Daten als erforderliche Informationsgrundlage:
    • Die globalen Szenarien zeigen die Gefahr eines steilen Anstiegs von SF6-Emissionen, falls keine zusätzlichen Anstrengungen unternommen werden: Verzehnfachung des SF6-Bestands bis 2100, Verfünffachung der SF6-Emissionen auf über 40 kt/Jahr bis 2050 und zusätzliche Verdoppelung bis 2100). Ein weltweiter Ausstieg aus SF6 im Neubau sowie Maßnahmen im Bestand bergen erhebliches Potential zur Reduzierung von Emissionen.
    • Diese Zahlen belegen, dass politisches Handeln dringend geboten ist, um doppelten „Lock-In“ von Emissionen (zunächst Jahrzehnte in der verbauten Infrastruktur, sodann Jahrhunderte in der Atmosphäre) zu vermeiden.
    • Die regionale Betrachtung der Daten macht deutlich, dass angesichts heutiger Emissionen und des künftigen Ausbaus der Strominfrastruktur Asien für SF6-Minderung besonders relevant ist – und dort vor allem die großen Schwellenländer.
    • Diese Analyse unterstreicht die Relevanz einer internationalen Initiative zu SF6, um Entwicklungs- und Schwellenländer dabei zu unterstützen, aktuelle Emissionen zu senken und künftige Emissionen zu vermeiden. Ein erster Schritt dafür ist die Erarbeitung länderspezifischer Informationen mit Partnerregierungen, damit diese die Herkunft ihrer Emissionen, sowie Vermeidungsmöglichkeiten und -kosten kennen.
    Das Projekt organisierte Workshops mit Schlüsselakteuren in ausgewählten Ländern (vor allem zuständige Ministerien und Netzbetreiber) und sondierte das politische Interesse an der geplanten SF6-Initiative:
    • Die meisten Länder haben bislang ihr Potential zur Vermeidung von SF6-Emissionen kaum ausgeschöpft, sind jedoch interessiert an der Entwicklung künftiger Maßnahmen und internationaler Kooperation, und haben teils schon erste Maßnahmen eingeleitet, z. B. zur Erstellung von SF6-Inventaren.
    • Zur Reduzierung von SF6-Emissionen könnten je nach Fallgestaltung nationale Regulierung, Klimafinanzierung oder Kohlenstoffmärkte zum Einsatz kommen.
    Das Projekt vernetzte sich mit potentiellen strategischen Partnern einer SF6-Initiative: UN Organisationen, Entwicklungsbanken, Privatsektor, Forschung/Wissenschaft:
    • Mit der Weltbank wurde eine IKI-Kooperation begonnen zur Pilotierung von SF6-Emissionsminderungen mit Netzbetreibern.
    • Auf der COP29 Veranstaltung zur Finanzierung von SF6-Minderung durchgeführt um die Optionen für Kohlenstoffmarktmechanismen Ländern vorzustellen, die an entsprechenden Zertifikaten interessiert sind.

Letzte Aktualisierung:
05/2026

Legende:

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