27.05.2022

Erfolgreicher Abschluss der "Gender into Urban Climate Change Initiative"

14 Städte, vier Länder: das Projekt GUCCI war eine Premiere - und wegweisend! 

Es war das erste Projekt, das in Zusammenarbeit mit Frauen- und Gender-Organisationen auf eine geschlechterorientierte städtische Klimapolitik hinarbeitete. 

Nach sechs Jahren intensiver Arbeit endete das von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) finanzierte Projekt mit einer internationalen Online-Konferenz und einer Parallelveranstaltung auf der CSW66. Zusammen mit vier Frauen- und Gender-Organisationen, der All India Women's Conference (Indien), Aksi! (Indonesien), Equidad de Género (Mexiko) und GenderCC Southern Africa (Südafrika), wurde es von der Organisation GenderCC durchgeführt und konzentrierte sich auf die Einbeziehung von Geschlechterrollen in die städtische Klimapolitik. 

Methodik zur Gender-Analyse entwickelt

GenderCC entwickelte gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern eine Methodik zur Gender-Analyse namens GAMMA, Gender Assessment and Monitoring of Mitigation and Adaptation. GAMMA wurde bereits in 14 Pilotstädten in den vier Ländern angewendet. 

Auf der Grundlage der Bewertung entwickelten die Projektorganisationen politische Empfehlungen für ihre Städte sowie geschlechterorientierte Pilotprojekte, wandten sich an die Öffentlichkeit und führten zahlreiche Schulungen für Interessengruppen wie städtische Beamtinnen und Beamte und lokale Gemeinschaften durch. Darüber hinaus wurde die Methodik so angepasst, dass sie auf nationaler und regionaler Ebene angewendet und in den vier Ländern getestet werden kann.

Alma Colin von „Equidad de Género“ bei der GAMMA-Bewertung am Ende des Projektes

Geschlechtergerechte Klimapolitik in der Praxis

Die im Rahmen des Projekts gesammelten Erfahrungen haben gezeigt, dass sich die Arbeit für kohlenstoffarme und widerstandsfähige Städte sehr gut mit der Arbeit für die Gleichstellung der Geschlechter verbinden lässt. Zudem wurde deutlich, dass der tiefgreifende Wandel, den wir brauchen, die vollständige Einbindung der Geschlechtergerechtigkeit erfordert. Am Ende des Projekts sind die Partnerinnen und Partner in der Lage, eine Reihe von Empfehlungen dazu vorzulegen, was auf städtischer und nationaler Ebene erforderlich ist, um auf diesen Wandel hinzuarbeiten. Die Partnerorganisationen haben zum Beispiel große politische Lücken auf institutioneller Ebene festgestellt. Sie haben herausgefunden, dass das Verständnis von Geschlechterrollen und Klimawandel in den nationalen und lokalen Regierungen immer noch sehr gering ist. Frauen werden lediglich als gefährdete Gruppe wahrgenommen, die das Ziel der Klimaanpassung ist. Die Strategien und Maßnahmen zum Klimaschutz berücksichtigen jedoch noch nicht die Geschlechterperspektive. 

Drei Schlüsselbereiche für die Integration von Geschlechterperspektiven

Eine Lösung liegt in den allgemeinen Empfehlungen der GUCCI-Partnerinnen und Partner: Es wurden drei Schlüsselbereiche identifiziert: die „institutionelle Entwicklung“ von Gender-Fachwissen, der „Aufbau von Ressourcen und Kompetenzen“ sowie die „kommunale Einbeziehung“. In Bezug auf den ersten dieser Bereiche sollten die Regierungen eine spezielle Einheit einrichten, die sich mit einem geschlechterorientierten Klimaschutz befasst. Zudem sollten sie einen geschlechterorientierten Aktionsplan sowie geschlechterorientierte Indikatoren für alle Strategien und Maßnahmen zum Klimawandel auf nationaler und städtischer Ebene entwickeln. Um das Gender-Fachwissen auf institutioneller Ebene zu verbessern, sollten Gemeinderäte im Umgang mit den geschlechtsspezifischen Auswirkungen der Klimapolitik geschult werden, und es sollte auch ein obligatorisches „Gender-Sensibilisierungstraining“ für Beamtinnen und Beamten und andere Interessengruppen auf allen Ebenen geben. 

Was die kommunale Einbeziehung betrifft, so ist es wichtig, Frauen-, Umwelt- und kommunal geführte Organisationen sowie möglicherweise andere Gruppen der Zivilgesellschaft in den gesamten Prozess einzubeziehen, einschließlich der Planung und Umsetzung von Maßnahmen sowie der Bewertung von Klimaschutzmaßnahmen.

Geschlechtsspezifische Daten fehlen

Eine weitere von den Projektpartnerinnen und -partnern festgestellte Lücke besteht darin, dass die nationalen Regierungen noch nicht über nach Geschlechtern aufgeschlüsselte Daten verfügen, zum Beispiel über den Zugang zu Energie, Transport und Abwasserentsorgung. Diese Art von Daten würde bei der Entwicklung nationaler und regionaler Pläne helfen, die den Bedürfnissen aller Geschlechter gerecht werden. Die GUCCI-Partnerinnen und Partner ermutigen die nationale Regierung, eine eingehendere Forschung zu geschlechtsspezifischen Fragen im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu unterstützen und die Ergebnisse dieser Forschung zu berücksichtigen. 

E-Learning-Angebot

Selbst unter den Herausforderungen der Covid-19-Pandemie in den vergangenen zwei Jahren haben alle Partnerinnen und Partner das Projekt erfolgreich abgeschlossen. Zu den Errungenschaften gehört nun eine gut erprobte Methode und ein Verfahren, das durch die reichhaltigen Erfahrungen der Partnerinnen und Partner verbessert wurde. So kann auch die Klima- und Geschlechtergerechtigkeit auf städtischer Ebene angegangen werden, die auch auf anderen Ebenen funktioniert.

Die Methodik kann von Frauen- und anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie von Stadtverwaltungen und städtischen Entscheidungstragenden angewendet werden, die GAMMA für eine Selbsteinschätzung nutzen können. Die im Rahmen des Projekts entwickelten Methoden und gesammelten Erfahrungen sind in einer Broschüre zusammengefasst. Ein E-Learning-Kurs auf der Globalen Lernplattform von GenderCC bietet Grundlagenwissen zu städtischer Klimapolitik und Geschlechterrollen.

Alle Projektbeteiligten wünschen sich, dass  zahlreiche zivilgesellschaftliche Gruppen und Städte ihre Methodik aufgreifen und die GAMMA-Broschüre und den E-Learning-Kurs nutzen. In ihren Augen spielt die Zivilgesellschaft bei der Bewusstseinsbildung, dem Aufbau von Ressourcen und Kompetenzen, der Durchsetzung von Klima- und Geschlechtergerechtigkeit und der Überwachung der städtischen Klimaschutzpolitik eine entscheidende Rolle. 

In Zukunft möchten alle Projektpartnerinnen und -partner dieses Programm auf andere Länder und Städte ausweiten.

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