02.06.2026

Für grünen Güterverkehr und smarte Logistik

Container in einem Hafen
Gütercontainer im Hafen von Kochi

Mit Unterstützung der IKI gestaltet Indien das Transportwesen nachhaltiger und bringt damit seine Klimaziele entscheidend voran.

Der Logistiksektor bildet die Grundlage für das wirtschaftliche Wachstum in Indien. Er verbindet landwirtschaftliche Betriebe mit den passenden Märkten, Fabriken mit Häfen und Lagerhäuser mit Verbraucherinnen und Verbrauchern. Angetrieben von E-Commerce, Urbanisierung und industrieller Entwicklung wächst der Sektor rasant. Damit ist es umso wichtiger, Logistik effizient, bezahlbar und emissionsarm zu gestalten. Denn nur so kann Indien seine Klimaziele und die bis 2070 angepeilte Klimaneutralität erreichen.

Effiziente Ferntransporte, gut geplante und nachhaltige Infrastruktur sowie innovative grüne Lösungen machen es möglich: Die Dekarbonisierung von Güterverkehr und Logistik wird einen wesentlichen Beitrag zu den national festgelegten Klimabeiträgen (NDCs) Indiens leisten. Mit Unterstützung der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) hatte das Projekt „Klimafreundlicher Güterverkehr in Indien“ (Green Freight), das von 2019 bis 2024 lief, mehrere zentrale Herausforderungen im Logistiksektor bereits adressiert. Seit 2025 setzt das IKI-Projekt „Smarte und klimaschonende Logistik in Indien“ diesen Weg fort, erweitert dabei aber den thematischen Zuschnitt.

Die Grundlagen legen

Das Green-Freight-Projekt konzentrierte sich darauf, politische und regulatorische Rahmenbedingungen abzustecken und passende Instrumente zu entwickeln – mit greifbaren Ergebnissen. So wurde beispielsweise ein Handbuch zu Lagerstandards veröffentlicht und Schulungsmodule für Kühlketten eingeführt. Darüber hinaus entstand ein Treibhausgasrechner für den Güterverkehr, der auch vom indischen Eisenbahnministerium übernommen wurde. Für die urbane Logistik in den Metropolen Delhi und Bengaluru wurden Modellpläne ausgearbeitet und offiziell verabschiedet.

Zusätzlich konnten im Rahmen des Projektes mehr als 100 Fachkräfte im Bereich City-Logistik geschult und wichtige Studien abgeschlossen werden. Dazu zählen Leitlinien für multimodale Logistikparks (MMLP) sowie Analysen zu Roll-on/Roll-off-Korridoren (Ro-Ro). In der Summe haben alle diese Maßnahmen die politischen Rahmenbedingungen, die technischen Kapazitäten und das Bewusstsein für grüne Logistik in Indien gestärkt.

Das Tempo aufnehmen und beschleunigen

Das Nachfolgeprojekt knüpft nun dort an, wo sein Vorgänger aufgehört hat – und geht dabei sogar noch einen Schritt weiter. Der Schwerpunkt liegt nun auf Digitalisierung, datenbasierter Planung und systemischen Veränderungen. Das Projekt unterstützt dafür KI-basierte Entscheidungsinstrumente für den Güterverkehr, multimodale Logistikparks sowie Qualifizierung und Kapazitätsaufbau der Arbeitskräfte im Sektor. Zudem erhalten Initiativen Unterstützung, die kohlenstoffarme Logistiklösungen zur erproben, bewerten und skalieren – alles im Einklang mit der Vision von „Logistics 5.0“ und Indiens Ziel der Klimaneutralität bis 2070.

Im Mittelpunkt steht eine einfache Erkenntnis: Nachhaltige Logistik braucht nicht nur neue Technologie, sondern betrifft vor allem auch Menschen. Das Projekt arbeitet daher daran, fortschrittliche Lösungen für eine nachhaltige Logistik zu entwickeln, grüne Kompetenzen aufzubauen und insbesondere auch Frauen neue Chancen in einem sich wandelnden Sektor zu eröffnen.

Dafür entsteht unter andere eine Wissensplattform, die Fachleute, politische Entscheidungsträgerinnen und -träger sowie Innovatorinnen und Innovatoren miteinander vernetzt. In den kommenden drei Jahren wird das Projekt zudem die indische Regierung dabei unterstützen, Maßnahmen im Rahmen der National Logistics Policy sowie eines National Master Plan für multimodale Konnektivität umzusetzen. Dafür sollen kohlenstoffarme Lösungen skaliert, Planungen verbessert und datenbasierte Entscheidungsprozesse gefördert werden.

Der Blick aufs große Ganze

Indiens Güterverkehrsvolumen wächst rapide. Ohne ein rechtzeitiges Gegensteuern sind weiter steigende Emissionen unvermeidbar. Damit ein klimafreundlicher Güterverkehr in Indien Realität werden kann, ist es wichtig, eng mit Regierungspartnern zusammenzuarbeiten. Ziel ist es, Klimaschutzaspekte fest in den politischen Rahmenbedingungen für die Logistikbranche zu verankern – mit städtischen Plänen bis hin zu nationalen Rahmenwerken.

Integrierte, kohlenstoffarme und digitale Lösungen sind notwendig, damit der Wandel gelingt. Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) treibt genau dies voran. Unter diesem Dach entstehen unter anderem KI-basierte und digitale Systeme, die Entscheidungen und Planungen effizienter und damit ressourcenschonender machen. Zudem sorgt das Projekt dafür, dass fortschrittliche grüne Lösungen skaliert werden können, um Infrastruktur und Leistungsfähigkeit zu stärken. Die nächsten Schritte bestehen darin, die Zusammenarbeit mit relevanten Akteurinnen und Akteuren zu vertiefen und gezielte Pilotprojekte für nachhaltige Praktiken zu etablieren.

Indiens Weg zur Klimaneutralität führt über die Logistikrouten des Landes. Die deutsch-indische Partnerschaft, unterstützt durch die IKI, baut diesen Weg Schritt für Schritt aus.

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