29.05.2024

Neue Förderrunde: Die IKI stärkt die bilaterale Zusammenarbeit mit Kolumbien

Gesucht werden Projektideen zur Dekarbonisierung des Energiesektors und zur Wiederherstellung von Landschaften. 

Mit dem Pariser Klimaschutzabkommen⁠ hat die Weltgemeinschaft 2015 vereinbart, dass alle Staaten ihre Treibhausgasemissionen senken und reichere Länder die ärmeren dabei unterstützen. Davon profitieren alle, denn: Weniger Überschwemmungen und Stürme oder Dürren bedeuten zum Beispiel weniger Schäden an der Infrastruktur oder weniger Verluste in der Landwirtschaft. So können Menschenleben geschützt, Handelspartnerschaften und Existenzen vor Ort gesichert werden. 

Ein ähnliches Prinzip greift beim Schutz der Biodiversität. Die Wiederherstellung und Stärkung gesunder Ökosysteme trägt zu einem stabilen Weltklima bei und sichert wichtige Ökosystemleistungen für die Gesellschaft. Für den Schutz und die nachhaltige Nutzung der Biodiversität wurde 2022 der neue globale Rahmen für biologischen Vielfalt (GBF) beschlossen. Der GBF legt eine Reihe von Zielen und Maßnahmen fest, um den Rückgang der Biodiversität bis 2030 signifikant zu verlangsamen und letztendlich umzukehren.

Das Pariser Klimaschutzabkommens und der GBF bilden den Rahmen, an dem sich die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) bei Ihrer Förderung strategisch ausrichtet.

IKI-Ländercall Kolumbien startet am 29. Mai 2024

Vor dem Hintergrund der globalen Ziele beider Abkommen startet am 29. Mai 2024 der bilaterale Förderaufruf „IKI-Ländercall mit Kolumbien“. In den Ländercalls entwickelt die IKI – von der Themensetzung bis zur Projektauswahl – gemeinsam mit der jeweiligen Partnerregierung die Themenschwerpunkte und begleiten partnerschaftlich die spätere Projektumsetzung. 

In der ersten Phase des Förderaufrufs, die als Ideenwettbewerb konzipiert ist, werden Projektideen in zwei Themenschwerpunkten gesucht. Pro Schwerpunkt wird die erfolgversprechendste Projektskizze ausgesucht, entwickelt und bei erfolgreichem Projektantrag gefördert:

1. Ausbau der erneuerbaren Energien und wirtschaftliche Diversifizierung für einen gerechten Kohleausstieg

Die IKI wird die Energiewende in Kolumbien fördern. Ansatzpunkte der gesuchten Projektideen sollen die Dekarbonisierung des Energiesektors und die Diversifizierung des Energie-Mixes sein. Kolumbien hat hier ein großes Potenzial zur Minderung von Treibhausgasen, da der Energiesektor noch stark von fossilen Brennstoffen geprägt ist. 

So unterstützt die IKI das Land dabei, seine Klimaschutzziele umzusetzen, die es im internationalen Kontext zugesagt hat. Kolumbien hat sich mit seinem Nationalen Klimaschutzbeitrag (NDC) verpflichtet, die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um 51 Prozent im Vergleich zum Business-as-usual-Szenario zu reduzieren. Zudem hat das Land angekündigt, dass es über seine Langfriststrategie (LTS) das Ziel verfolgt, bis 2050 Treibhausgas-Neutralität zu erreichen. 

2. Wiederherstellung auf Landschaftsebene als wirtschaftliche und multifunktionale naturbasierte Lösung für den Frieden 

Mit dem zweiten Schwerpunkt des Ländercalls wird die IKI die Wiederherstellung funktionaler Landschaften und gesunder Ökosysteme fördern und somit zu einem langfristigen Frieden beitragen. Der Fokus liegt auf Entwaldungsschwerpunkten, strategischen Ökoregionen und Schutzgebieten im kolumbianischen Massiv. So sollen widerstandsfähige Ökosysteme geschaffen werden, die der lokalen Bevölkerung – insbesondere Frauen und Mädchen, Afro-Kolumbianern, indigenen Bevölkerungsgruppen und ehemaligen Kämpfenden – lebenswichtige Ressourcen und eine verbesserte Lebensqualität bieten. Zudem sollen biodiversitätsfördernde Wirtschaftssysteme und gemeindebasierte Erhaltungsprozesse entwickelt werden, um die nationalen Klima- und Biodiversitätsziele Kolumbiens nachhaltig zu unterstützen.

Die kolumbianische Regierung sieht in der Wiederherstellung, dem Erhalt und der nachhaltigen Nutzung der Ökosysteme einen Schlüssel, die Auswirkungen des Klimawandels so zu bewältigen, dass gleichzeitig Frieden und Stabilität gefördert werden. 

Maximale Wirkung für den Schutz des Klimas und der Biodiversität erreichen 

Die Bundesregierung will mit der Förderung über die Internationale Klimaschutzinitiative maximale Wirkungen für den Schutz des Klimas und der Biodiversität erreichen. Dazu konzentriert sie die Förderung auf ausgewählte Partnerländer und priorisierte Handlungsfelder: 

Kolumbien gehört zu den 14 Schwerpunktländern der IKI. Diese Schwerpunktländer stehen für fast 50 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen, gleichzeitig finden sich dort 25 der globalen Biodiversitäts-Hotspots. Das heißt: Hier können IKI-Projekte besonders wirksam sein. 

Die zwei Themenschwerpunkte, die für den Ländercall Kolumbien festgelegt wurden, gehören zudem zu den priorisierten Handlungsfeldern der IKI-Strategie 2030

Details zum IKI-Ländercall Kolumbien 

Der Ideenwettbewerb zum IKI-Ländercall Kolumbien startet am 29. Mai 2024 und endet am 3. September 2024. 

Bewerben können sich Nichtregierungsorganisationen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunternehmen (im nicht-gewinnorientierten Geschäftsbereich) aus dem In- und Ausland, Durchführungsorganisationen der Bundesrepublik Deutschland, Institutionen im jeweiligen Partnerland sowie internationale zwischenstaatliche Organisationen und Einrichtungen.
 

Alle Informationen zum Verfahren finden Sie hier.

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Kontakt

IKI Office
Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH
Stresemannstraße 69-71

10963 Berlin

iki-office@z-u-g.org

Alle Details zum IKI Ländercall Kolumbien

Hier finden Sie alle Informationen zum Call. 

Anmeldung zum Online-Seminar

Am Donnerstag, 4. Juli 2024 bieten wir ein Online-Seminar (auf Englisch und Spanisch) an, in dem sich interessierte Organisationen über den Bewerbungsprozess informieren können.  

Hier geht´s zur Anmeldung