20.03.2026

Waldschutz und Bioökonomie für Klima, biologische Vielfalt und nachhaltiges Einkommen

Person schaut nach oben zu einem Baum in einem tropischen Wald.
Ein junger Einheimischer entdeckt den Zauber und die Bedeutung der Wiederaufforstung des heimischen Waldes in Brasiliens Mata Atlântica.

Der Internationale Tag des Waldes 2026 stellt mit seinem diesjährigen Motto „Wälder und Wirtschaft“ die wirtschaftliche Bedeutung intakter Waldökosysteme und ihre Rolle für eine nachhaltige Entwicklung in den Vordergrund.

Mit ihren unverzichtbaren Ökosystemleistungen leisten Wälder weltweit einen erheblichen wirtschaftlichen Beitrag: Sie stellen sauberes Wasser bereit, tragen durch Kohlenstoffspeicherung zum Klimaschutz bei, erhalten die Bodenfruchtbarkeit, ermöglichen Ökotourismus und liefern Energie und Rohstoffe. Zudem bilden Waldökosysteme das Fundament für eine nachhaltige Bioökonomie. Unter Bioökonomie versteht man eine Wirtschaftsweise, die auf biologischen, nachwachsenden Ressourcen basiert, dadurch nachhaltige Stoffkreisläufe ermöglicht und die Abhängigkeit des Wirtschaftssystems von fossilen Rohstoffen reduziert.

Herausforderungen für die Bioökonomie

Agroforstwirtschaftlicher Kakaobetrieb in Goaso, Ghana.

Wälder spielen in der Bioökonomie eine besondere Rolle als Lieferant von Holz und vielen weiteren Produkten und Ökosystemleistungen. Übernutzung und großflächige Abholzung zur Schaffung neuer Agrarflächen gefährden jedoch in vielen Ländern gesunde Wälder. Die Nachfrage nach Rohstoffen verstärkt durch die globalen Lieferketten den Entwaldungsdruck. Die Verordnung über entwaldungsfreie Produkte der Europäischen Union (EUDR) soll sicherstellen, dass bestimmte in die EU importierte Rohstoffe – unter anderem Holz, Kaffee, Kakao und Soja – nicht zur Zerstörung von Wäldern in den Ursprungsländern beigetragen haben. 

Die Sicherung einer entwaldungsfreien Landwirtschaft stellt insbesondere kleine Landwirtschaftsbetriebe und Akteure der nachgelagerten Lieferketten nicht zuletzt vor finanzielle Herausforderungen. Auf der Suche nach geeigneten Finanzierungsmechanismen für den Waldschutz wird zunehmend der Privatsektor als Investor einbezogen. Auch bei Projekten der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) im Bereich Erhalt und Wiederherstellung von Wäldern wird er dadurch mehr zur Zielgruppe. 

Förderung nachhaltiger Waldnutzung für eine nachhaltige Bioökonomie

In einem eigenen Förderbereich arbeitet die IKI am Erhalt und der Wiederherstellung natürlicher Kohlenstoffsenken. Dabei wird auch die nachhaltige Finanzierung mitgedacht: Die aktuelle IKI-Strategie 2030 setzt unter anderem das Ziel, bis 2030 1,5 Milliarden Euro privates Kapital für Klimaschutz, Biodiversitätserhalt und Klimaanpassung in den Partnerländern zu hebeln.

In den IKI-Projekten dieses Förderbereichs spielen die Aspekte Eindämmung von Entwaldung und Finanzierung nachhaltiger Ressourcennutzung eine wesentliche Rolle. In einem eigenen Themenschwerpunkt zur Förderung integrierter Bioökonomieansätze für den resilienzfördernden Klima- und Biodiversitätsschutz wurden im Ideenwettbewerb 2025 der IKI Large Grants vielversprechende Projektideen zur Verbindung von ökologischer Nachhaltigkeit und wirtschaftlichem Wachstum gesucht. 

Bereits laufende und kürzlich bewilligte IKI-Projekte befassen sich auch mit Waldschutz im Kontext nachhaltiger Bioökonomien und Lieferketten:

Networks4conservation: Bekämpfung der Entwaldung durch lokale Netzwerke für einen transformativen Naturschutz

In Brasilien gefährdet die fortschreitende Entwaldung die Biodiversität, das Klima und die Lebensgrundlage der Menschen vor Ort. Das Projekt fördert den Schutz von Wäldern in enger Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung und indigenen Gruppen. Diese Zielgruppen werden bei der Produktion und Vermarktung von Produkten der nachhaltigen Bioökonomie unterstützt, erhalten Zugang zu Finanzierung und profitieren von verbesserten Rahmenbedingungen zum Schutz ihrer Territorien und der dortigen Wälder. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zu Brasiliens Ziel, die Entwaldung bis zum Jahr 2030 zu stoppen.

Förderung entwaldungs- und umwandlungsfreier Lieferketten von Agrarrohstoffen in Lateinamerika (TRADE4EU)

Dieses vom TRADE4EU-Projekt unterstützte Acai-Agroforstsystem befindet sich im Bundesstaat Pará in Brasilien, nahe der Stadt Novo Repartimento.

Einer der Hauptgründe für den fortschreitenden Verlust von Wäldern und die damit einhergehenden negativen Auswirkungen für das Klima, die biologische Vielfalt und den Lebensunterhalt der vom Wald abhängigen Bevölkerung ist die Ausweitung der Landwirtschaft. Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt darauf ab, landwirtschaftliche Produktionsketten zu fördern, die frei von Entwaldung und der Umwandlung natürlicher Ökosysteme sind und im Einklang mit neuen Vorschriften wie der EUDR stehen. Dazu verbessert das Projekt die notwendigen Rahmenbedingungen, Finanzierungsmechanismen, Monitoring- und Rückverfolgbarkeitssysteme für transparente und entwaldungsfreie Lieferketten.

Corona-Pandemie: Förderung entwaldungsfreier Lieferketten in Afrika

Eine Kakaobäuerin, die mit der „Rebuild Facility“ zusammenarbeitet, erntet Kakao auf ihrer Farm.

Die Corona-Pandemie gefährdete die Stabilität der Lieferketten für nachhaltig erzeugten Kaffee und Kakao in West- und Ostafrika. Um die Existenzgrundlage kleinbäuerlicher Betriebe mit entwaldungsfreien Produktionsverfahren zu schützen und die Abholzung von Tropenwäldern aus finanzieller Not zu verhindern, unterstützt das Projekt ausgewählte Unternehmen und Kooperativen mit rückzahlbaren Krediten. Neben der Unterstützung entwaldungsfreier Lieferketten wird so auch die Wiederaufforstung und der Aufbau von Agroforstsystemen finanziert.

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Kontakt

IKI Office
Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH
Stresemannstraße 69-71

10963 Berlin

iki-office@z-u-g.org

Erhalt und Wiederherstellung natürlicher Kohlenstoffsenken

Videos zum Projekt

Thumbnail Empowering farmer-owned sustainable enterprises

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