20.12.2022

Chinesisch-Deutscher Track II Dialog

Jennifer Morgan, Staatssekretärin und Sonderbeauftragte für internationale Klimaschutzmaßnahmen im Auswärtigen Amt, während ihrer Rede.

Während der COP 27 in Sharm el Sheikh fand im China-Pavillon eine Veranstaltung zu NDCs und LTS statt, die von der IKI unterstützt wurde. 

Chinas National Center for Climate Change Strategy and International Cooperation (NCSC) und das Umweltbundesamt (UBA) richteten gemeinsam auf der COP27 die Veranstaltung „Grüne Übergänge – Wie internationale Zusammenarbeit zu den national festgelegten Klimaschutzbeiträgen (NDCs) und langfristigen Strategien beitragen kann: Ein Fall aus dem Chinesisch-Deutschen Track II Dialog“ aus. An der Veranstaltung nahmen Jennifer Morgan, Staatssekretärin und Sonderbeauftragte für internationale Klimapolitik im Auswärtigen Amt, Xie Zhenhua, Sonderbeauftragter für Klimawandel, Volksrepublik China, Vertreterinnen und Vertreter des UBA und des NCSC sowie Expertinnen und Experten von deutschen und chinesischen Institutionen teil. 

Xie eröffnete die Veranstaltung mit einer Rede, in der er auf Chinas Fortschritte einging, die das Land bei der Durchführung seiner nationalen Strategie zur Bekämpfung des Klimawandels in den vergangenen zehn Jahren erzielt hat. Xie nannte drei Herausforderungen, die durch den Austausch zwischen Expertinnen und Experten sowie in der gemeinsamen Zusammenarbeit angegangen werden können: 

  • erstens, die Energiesicherheit mit der Energiewende und der Beschleunigung erneuerbarer Energien in Einklang zu bringen; 
  • zweitens, Innovationen in Technologien, Mechanisierung und Finanzen voranzutreiben, um die Energiewende und eine kohlenstoffarme Transformation zu fördern; 
  • drittens, die Mechanismen des Kohlenstoffmarktes zu verbessern und auszuweiten. 

Xie äußerte den Wunsch, von den in Deutschland gewonnenen Erkenntnissen und Erfahrungen mit dem europäischen Emissionshandelssystem lernen zu wollen. Dazu verwies er auf das jüngste Treffen zwischen Bundeskanzler Scholz und Chinas Staatspräsident Xi, das eine etablierte Grundlage für eine solche Zusammenarbeit darstelle. Xie beendete seine Rede mit der Erwartung, dass dieser Track II Dialog auch weiterhin die praktische Zusammenarbeit zwischen China, Deutschland und der Europäischen Union im Hinblick auf den Klimawandel unterstützen werde. 

Jennifer Morgan schloss sich den Worten ihres Vorredners an und lobte den Track II Dialog als ein Instrument, das sowohl die Verständigung zwischen den beiden Ländern fördere als auch den Klimaschutz beschleunige. Morgan hob in ihrer Rede die Bedeutung Chinas als Partner für den Klimaschutz hervor. Sie verwies dabei auf die jüngsten extremen Wetterereignisse in Deutschland und China und deren Lösungsansätze als mögliche Grundlage für eine gegenseitige Annäherung und Zusammenarbeit. Sie bekräftigte auch die Notwendigkeit, den Verbrauch fossiler Energieträger zu reduzieren und parallel dazu die Entwicklung von erneuerbaren Energien zu beschleunigen, um die Emissionsziele zu erreichen. Auch betonte sie, dass ein enger Austausch zwischen Deutschland und China eine große Chance zum gegenseitigen Lernen bieten würde. 

In einer Keynote-Präsentation mit dem Titel „Nicht abschließende Empfehlungen für einen grünen Übergang: Gemeinsame Ansichten chinesischer und deutscher Expertinnen und Experten” berichtete Xu Huaqing, Generaldirektor des NCSC, über die bisherigen Fortschritte aus dem Track II Dialog. Xu informierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung über die gemeinsamen Empfehlungen deutscher und chinesischer Expertinnen und Experten, um die Durchführung einer langfristigen nationalen Strategie zu fördern. Im Anschluss an Xu folgte ein Beitrag von Laurence Tubiana, CEO der European Climate Foundation. Tubiana bot in ihrer Präsentation „Der Beitrag eines hochrangigen Expertendialogs zur Entscheidungsfindung und internationalen Zusammenarbeit – am Beispiel der „Freunde des Pariser Klimaschutzabkommens”“ einen Überblick über den Beitrag dieses Forums zur globalen Zusammenarbeit im Klimaschutz. 
Die Veranstaltung endete mit einer Podiumsdiskussion, an der deutsche und chinesische Fachleute teilnahmen. 

Das Podium diskutierte Möglichkeiten, wie die internationale Zusammenarbeit eine effektive Durchführung der Klimapolitik fördern kann. 

Chinesisch-Deutscher Track II Dialog – Hintergrund

Der Chinesisch-Deutsche Track II Dialog zum Klimawandel und zu nachhaltiger Entwicklung unterstützt seit Dezember 2020 den regelmäßigen Austausch zwischen chinesischen und deutschen Expertinnen und Experten. Der Dialog wird vom National Center for Climate Change Strategy and International Cooperation (NCSC) und dem Umweltbundesamt (UBA) mit Unterstützung des IKI-Projekts „Chinesisch-Deutsche Kooperation zu Klimawandel – Klimapartnerschaft“ der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) organisiert. 

Er teilt sich in vier Arbeitsgruppen auf: Emissionshandel, Wachstum der Green Economy, Erfassung von Emissionsdaten sowie langfristige Strategien zur Reduzierung von Emissionen.

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