14.11.2022

Gendergerechtigkeit und ökosystembasierte Anpassung

Interview mit Cielo Mendoza, Direktorin für internationale Zusammenarbeit, Investitionen und Finanzierungen bei der Provinzregierung von Manabí in Ecuador. 

Projekte zum Schutz von Klima und Biodiversität sind erfolgreicher, nachhaltiger und gerechter, wenn konkrete Maßnahmen zur Geschlechtergerechtigkeit in die Ziele und die Umsetzung eingebettet sind. Beim IKI Brown Bag Lunch im Oktober 2022 teilten drei Frauen Erfahrungen dazu aus ihrer täglichen Arbeit. Eine von ihnen war Cielo Mendoza - sie befähigt Frauen, einen Beitrag zu widerstandsfähigeren Gemeinschaften zu leisten, unter anderem durch ökosystembasierte Anpassungsmaßnahmen.

Welchen Beitrag leistet Ihre Arbeit im Kampf gegen den Klimawandel?

In der Abteilung für internationale Zusammenarbeit suchen wir Partnerschaften und externe Projekte, die in Manabí reproduziert oder durchgeführt werden können. Wir arbeiten mit der gesamten Präfektur zusammen. Ein Beispiel dafür ist die Arbeit, die wir mit einer Gruppe von 100 Frauen im nördlichen Teil der Provinz leisten, die als Promotorinnen für die kommunale epidemiologische Überwachung ausgebildet werden. Der Schwerpunkt liegt eher auf der Gesundheit, aber es gibt Module, die sich auch mit der Vermeidung von Umweltkatastrophen und der kommunalen Gesundheit befassen. Dabei haben wir Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen gemacht, die mit unserer in Verbindung stehen, wenn es darum geht, Möglichkeiten für Wachstum und Technologiegewinnung zu erschließen. 

Arbeiten Sie über Ihre Einheit auch mit dem IKI-Projekt zur Anpassung an Ökosysteme zusammen?

Ja, dies ist eine der Initiativen, die wir in verschiedenen Regionen zusammen mit der Umweltabteilung umsetzen. Auch wenn es immer noch diese Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt, konnten wir dank der ökosystembasierten Aktivitäten eine aktive Beteiligung von Frauen feststellen, die ohne die IKI nicht möglich wäre.

Welchen Einfluss hat das Geschlecht oder haben die unterschiedlichen Geschlechterrollen im Bereich der ökosystembasierten Anpassung?

Die Geschlechterstereotypen müssen aufgebrochen und ein Gleichgewicht mit dem Ökosystem gesucht werden, das unter diesem Ungleichgewicht, das sich aus dem mangelnden Zugang der Frauen zu den Entscheidungsprozessen ergibt, leidet, denn ohne diese Harmonie kann man nicht von einem Recht oder der Achtung der Natur sprechen. Die IKI-Initiative soll sicherstellen, dass die Beteiligung von Frauen bei der Entscheidungsfindung in der Gemeinde wertgeschätzt und berücksichtigt wird.

Sind Sie bei Ihrer Arbeit mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert, zum Beispiel mit Gesetzen in Ihrem Kampf für Geschlechtergerechtigkeit?

Der Regierungschef der Präfektur, Leonardo Orlando, hat sich in verschiedenen Bereichen sehr um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern bemüht. Das spiegelt sich in der Gestaltung von Projekten und öffentlichen Maßnahmen wider, wobei der Gewährleistung von Rechten besondere Bedeutung zukommt, insbesondere dem Problem der geschlechtsspezifischen Gewalt. Es wird an öffentlichen Maßnahmen gearbeitet, und in der Provinz wurden bahnbrechende Verordnungen zur Bekämpfung der geschlechtsspezifischen Gewalt in Kraft gesetzt. Ein Beispiel dafür ist eines der Projekte der Abteilung für soziale Entwicklung, die in der gesamten Provinz 14 umfassende Betreuungszentren für Frauen eingerichtet hat, die Opfer von Gewalt geworden sind. 

Welchen Beitrag leisten Ihrer Meinung nach Frauen, Mädchen und Mitglieder der LGBTIQ-Gemeinschaft in dem ökosystembasierten Anpassungsprojekt?

Unsere Erfahrung zeigt, dass die Beteiligung aller Gruppen gewährleistet wird. Da ist das Projekt „Werteerziehung", eine Sportschule, in der Werte und die aktive Beteiligung in den Gemeinden, in der Gesellschaft selbst gefördert werden. So fließt das Gelernte wie ein Wasserfall in die Familien und in die kommunalen Organisationen und schafft einen guten Nährboden für die Zukunft. 

Und worin besteht Ihrer Meinung nach der Beitrag der Männer? Gibt es Unterschiede oder Stereotypen?

Es gibt eine Verlagerung hin zu einer integrativen Beteiligung, die dazu führt, dass Männer den Stellenwert von Frauen in verschiedenen Bereichen anerkennen. Ich würde sagen, dass ihr größter Beitrag darin besteht, die Beteiligung von Frauen anzuerkennen.

Wie können wir Ihrer Meinung nach Frauen und Mitglieder der LGBTIQ-Gemeinschaft unterstützen, um die Geschlechtergerechtigkeit oder -gleichstellung in IKI-Projekten und die Zusammenarbeit im Allgemeinen zu fördern?

Ich denke, es geht vor allem darum, die LGBTI-Gemeinschaft als Personen, die die Gesellschaft verändern, und als Rechtssubjekte anzuerkennen. Dies erlaubt einen Wandel der sozialen Muster. Ohne dies wird eine egalitäre und gerechte Beteiligung schwierig. Deshalb ist es wichtig, strukturelle und innovative Veränderungen zu fördern und zu unterstützen unter Einbeziehung der Bedürfnisse der gesamten Gemeinde. 

Können Sie uns ein Beispiel für ein bewährtes Vorgehen nennen, um die Integration von Frauen, Mädchen und anderen benachteiligten Gruppen wie Mitgliedern der LGBTIQ-Gemeinschaft in diese Projekte zu erreichen?

Die Projekte, die hier in Manabí durchgeführt werden, sind inklusiv, da sie aus einer Vision der Integration heraus zusammen mit den ökosystembasierten Anpassungsprojekten der IKI und anderer Initiativen der internationalen Zusammenarbeit entwickelt wurden. Das beste Beispiel dafür ist die Arbeitsweise der Provinzregierung bei allen ihren Maßnahmen und Projekten. 

Und sehen Sie bereits eine deutliche Beteiligung, zum Beispiel von Frauen, an den Projekten?

Ja, auf jeden Fall. Heute haben wir eine Verteilung von 50:50 oder 60:40, und je nach Art der Maßnahme werden viele der Organisationen ausschließlich von Frauen verwaltet. 
Im nördlichen Teil der Provinz gibt es zum Beispiel einen Verband von Kaffeeerzeugerinnen. Sie nehmen eine führende Stellung in der Gemeinde ein und haben im Gegensatz zu anderen Organisationen, in denen vorrangig Männern eine entscheidende Rolle zukommt, zusätzliche Maßnahmen eingeleitet.

Zur Themenseite: Gender in der IKI

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Kontakt

IKI Office
Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH
Stresemannstraße 69-71

10963 Berlin

iki-office@z-u-g.org

Zur Person

Cielo Mendoza ist Direktorin für internationale Zusammenarbeit, Investitionen und Finanzierungen bei der Provinzregierung von Manabí in Ecuador. Manabí ist eine der Durchführungsregionen des IKI-Projekts Scaling-up von ökosystembasierten Anpassungsmaßnahmen in ländlichen Gebieten in Lateinamerika. 

Brown Bag Lunch

Illustration mit Menschen

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