31.01.2022

Rückblick: Costa Rica auf der COP 26

Impression von der COP26 in Glasgow. Foto: BMU/Sascha Hilgers

Auf der Klimakonferenz in Glasgow betonte das kleine mittelamerikanische Land sein starkes Engagement für Klima- und Umweltschutzthemen.

Costa Rica unterstrich im Rahmen der COP26, die im November in Glasgow stattfand, sein starkes Engagement für Klima- und Umweltschutzthemen. Das Land, das mit seiner Fläche von 51.100 km² gerade einmal 14 Prozent der Fläche Deutschlands ausmacht, zeichnet sich durch seine hohen Ambitionen in Bezug auf Klima- und Umweltschutz aus.

Für die Klimaverhandlungen 2021 hatte sich das Land darauf festgelegt, das 1,5-Grad-Ziel aus dem Pariser Klimaschutzabkommen durch Fördermaßnahmen zu erreichen. Diese Maßnahmen umfassen unter anderem 

  • daten- und wissenschaftsbasierte Entscheidungsfindung, 
  • naturbasierte Lösungen als Motor zur Minderung und Anpassung an den Klimawandel sowie zur Wiederbelebung der Konjunktur und 
  • den Zugang zur Klimafinanzierung für Entwicklungsländer.

Der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen

Unter dem gemeinsamen Vorsitz von Costa Rica und Dänemark haben 11 Regierungen die Beyond Oil and Gas (BOGA) Initiative ins Leben gerufen. Das historische Bündnis ruft die Welt dazu auf, die Ausbeutung und Förderung fossiler Brennstoffe zu beenden, um die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu mindern. Im Rahmen einer internationalen „Community of Practice“ soll die BOGA-Initiative Regierungen bei der Erfüllung ihrer Verpflichtung zu einem geordneten und gerechten Übergang unterstützen.

„Die BOGA zielt vor allem darauf ab, in Übereinstimmung mit den Zielen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen ein endgültiges Datum für den Ausstieg aus der Erdöl- und Erdgasförderung und -nutzung festzulegen“,

erklärte Andrea Meza, die Umwelt- und Energieministerin von Costa Rica und eine der Hauptinitiatorinnen Bündnisses.

Das Land macht mit Unterstützung durch  das IKI-Projekt Minderungsmaßnahmen im Transportsektor von Costa Rica bereits wichtige Fortschritte bei der Dekarbonisierung seiner Hauptemissionsquelle – des Transportsektors – und ihrer Anbindung an seine saubere Energiematrix. Derzeit wird ein Vorschlag für ein NAMA-Unterstützungsprojekt zur Förderung des Einsatzes von grünem Wasserstoff in verschiedenen Sektoren vorbereitet.

Schutz von terrestrischen und aquatischen Ökosystemen

Im Januar 2021 setzte Costa Rica einen wichtigen Meilenstein mit der Gründung des ambitionierten Bündnisses für Natur und Menschen (HAC), das zusammen mit Frankreich und Großbritannien vorgestellt wurde. Das HAC repräsentiert eine zwischenstaatliche Gruppe von 70 Ländern, die sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2030 mindestens 30 Prozent der terrestrischen und aquatischen Ökosysteme zu erhalten, den Artenverlust zu stoppen und die lebenswichtigen Ökosysteme zu schützen. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass das Erreichen des 30x30-Ziels dazu beitragen würde, negative ökologische Auswirkungen und das Risiko des Artensterbens zu verringern und gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit und die Anpassung an den Klimawandel zu verbessern.

In einem weiteren historischen Bündnis hat sich Costa Rica mit Panama, Ecuador und Kolumbien zusammengeschlossen, um ihre jeweiligen Meeresschutzgebiete vor der Pazifikküste miteinander zu verbinden und so den Meereskorridor im östlichen tropischen Pazifik zu schaffen. Dadurch wird eine zusammenhängende fischereifreie ökologische Zone von mehr als 500.000 km2 in einer der wichtigsten Wanderrouten für Meeresschildkröten, Wale, Haie und Rochen geschaffen.

„Wir haben uns verpflichtet, den Schutz von vier Inseln im östlichen tropischen Pazifik voranzutreiben, die einzigartige Orte von unschätzbarem Wert repräsentieren. Wir sind uns einig, dass wir nicht nur einzelne nationale Bemühungen vorantreiben wollen, sondern auch unsere grenzüberschreitende Vision, da diese Arten an jeder dieser Inseln vorbeiziehen”, erklärte Meza.

Finanzierung von Investitionen in den Klimaschutz

Ein viel diskutiertes Thema auf der COP26 war die Notwendigkeit einer Finanzierung, insbesondere für Entwicklungsländer, um die notwendigen Investitionen in Maßnahmen zur Minderung und Anpassung an den Klimawandel zu fördern. Costa Rica stellte bewährte Praktiken aus dem IKI-Projekt Mikrofinanzierung für ökosystembasierte Anpassung (MEbA)

Im Rahmen des MEbA-Projekts wurden Finanzierungsprodukte wie Mikrokredite für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Lateinamerika entwickelt, die besonders von der fehlenden Klimaschutzfinanzierung auf lokaler Ebene betroffen sind.

Costa Rica plant, die erfolgreichen Ergebnisse aus dem IKI-Projekt Scaling-up von ökosystembasierten Anpassungsmaßnahmen in ländlichen Gebieten in Lateinamerika auszuweiten. Zu diesem Zweck entwickelt das Projekt innovative und kostengünstige ökosystembasierte (EbA)-Ansätze und setzt sie in verschiedenen Ökosystemen um. Dadurch wird die langfristige Wirkung unter anderem durch die (weitere) Entwicklung von innovativen Finanzierungsinstrumenten und -produkten, eine verbesserte Steuerung und einen besseren Wissensaustausch gesichert.

Beteiligung von wichtigen Akteurinnen und Akteuren fördern

2020 führte Costa Rica einen partizipativen Aktualisierungs- und Überprüfungsprozess seines national bestimmten Klimaschutzbeitrags (NDC) durch. Damit gibt das Land ein Beispiel für andere Nationen, wie die Zivilgesellschaft, insbesondere gefährdete Gruppen wie Frauen, Jugendliche und indigene Völker, in den nationalen Klimadialog und in den Aufbau politischer Rahmenwerke einbezogen werden können.

Darüber hinaus waren die Delegierten Costa Ricas sehr gefragt, wenn es darum ging, zu erläutern, wie lokale Regierungen durch das Treibhausgas-Zertifizierungsprogramm „Programa País Carbono Neutralidad" dazu befähigt werden, Maßnahmen zur Minderung und Anpassung an den Klimawandel umzusetzen. Das Land wird in der weiteren Stärkung der Zusammenarbeit mit den genannten Akteurinnen und Akteuren durch das IKI-Projekt ACCION Clima III – Umsetzung national bestimmter Klimaschutzbeiträge und regionaler Wissensaustausch unterstützt.

Im Rahmen der internationalen Klimadiplomatie wurden auf der COP26 bedeutende Fortschritte erzielt.  Costa Rica sowie die anderen Vertragsparteien stehen nun vor der anspruchsvollen Aufgabe, die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft und Gesellschaft weiter voranzutreiben. Die internationale Zusammenarbeit wird sie bei ihren Bemühungen unterstützen.

Weitere Informationen über die Teilnahme Costa Ricas an der COP26 finden Sie in dieser Präsentation (spanisch, externer Link zu LinkedIn).

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Kontakt

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Stresemannstraße 69-71

10963 Berlin

iki-office@z-u-g.org

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