Green Cooling Initiative: Auf dem Weg zu klimafreundlicher Kühlung
Wie die IKI den Wechsel zu klimafreundliche Kältemitteln unterstützt, zeigt dieser Rückblick auf 13 Jahre „Leapfrogging“ in der Kühltechnologie.
Der Kälte- und Klimasektor verursacht bis zu zehn Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen. Die Green Cooling Initiative (GCI) hat maßgeblich dazu beigetragen, das internationale Bewusstsein für das erhebliche Minderungspotenzial dieses Sektors zu schärfen. In ihren drei Projektphasen von 2012 bis 2025 unterstützte die Initiative Partner weltweit dabei, den Umbau des Kühlsektors hin zu energieeffizienten Technologien mit natürlichen Kältemitteln zu beschleunigen. Die Arbeit stützte sich auf drei Säulen: Kapazitätsaufbau, Politikberatung und Technologietransfer.
Video: Green Cooling for a Warming World
Kapazitätsaufbau: Ausbildung von Fachkräften in Kenia
„Natürliche Kältemittel sind die Zukunft. Deshalb ist es wichtig, dass unsere Studierenden lernen, wie man mit ihnen umgeht. Diese Expertise verbessert ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, sagt Mercy Njuki, Ausbilderin für Kälte- und Klimatechnik am Nairobi National Polytechnic in Kenia.
Die Green Cooling Initiative stattete diese Einrichtung sowie 27 weitere Ausbildungsstätten in Kenia mit Werkzeugen und Geräten für die praktische Ausbildung aus. Darüber hinaus überarbeitete das Projekt Lehrpläne und unterstützte Partnerländer beim Aufbau formalisierter Qualifikations-, Zertifizierungs- und Registrierungssysteme.
Qualifizierte Fachkräfte sind die Basis für die grüne Transformation des Kühlsektors. Gut ausgebildete Technikerinnen und Techniker können klimafreundliche Kältemittel sicher handhaben, Leckagen vermeiden und die Energieeffizienz steigern. Allein in der dritten Projektphase schulte GCI mehr als 1.700 Technikerinnen und Techniker sowie weitere Akteure. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Förderung von Frauen.
Politikberatung: nationale Kühlstrategien entwickeln
GCI unterstützte die Entwicklung nationaler Kühlstrategien sowie die Aktualisierung von Normen. Diese schaffen die Grundlage, um auf steigende Temperaturen zu reagieren, ohne die Emissionen zu erhöhen. In mehreren Partnerländern wurde der Kälte- und Klimasektor in die national festgelegten Beiträge (NDCs) im Rahmen des Pariser Abkommens integriert. Das Kapitel zur Kühlung auf den Seychellen gilt dabei als Best-Practice-Beispiel.
Zahlreiche Publikationen – von kompakten Broschüren bis zu umfassenden Studien – versorgen politische Entscheidungsträger mit Praxisbeispielen,
Leitlinien und sektorspezifischen Kennzahlen. Dazu zählt auch ein Bericht zur Etablierung einer nachhaltigen und klimaresilienten Impfstoff-Kühlkette, der als Reaktion auf die COVID-19-Krise erarbeitet wurde.
Technologietransfer: Pilotprojekte in Sri Lanka und Kenia umsetzen
Zwei Pilotprojekte demonstrierten die Praxistauglichkeit nachhaltiger Kühlung: die klimafreundliche Klimatisierung eines Hotels in Sri Lanka in Zusammenarbeit mit der Jetwing Hotel Group sowie ein umweltfreundlicher Fischkühlraum in Kenia, der zu einer dezentralen und resilienten Lebensmittelwertschöpfungskette beiträgt. Vor dem Bau der Kühlanlage mussten lokale Fischer häufig 40 bis 60 Prozent ihres Fangs wegwerfen, da es keine Kühlmöglichkeiten gab. Heute können bis zu fünf Tonnen Fisch gelagert und zwei bis drei Tage frisch gehalten werden. Die Anlage ist klimafreundlich, kosteneffizient und nachhaltig: Sie wird mit Solarenergie betrieben, das Eis zur Kühlung wird aus Seewasser hergestellt.
In der dritten Projektphase wurden zudem Technologien mit natürlichen Kältemitteln durch die Installation von R290-Klimaanlagen in öffentlichen Gebäuden, Krankenhäusern, Universitäten und Ausbildungseinrichtungen in mehreren Partnerländern demonstriert.
Ausblick
Die Arbeit der Green Cooling Initiative wird unter anderem durch die IKI-Projekte Green Room Air-Conditioning und Cooling Program for Southern Africa fortgeführt.
Die GCI wurde durch die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) gefördert und von der GIZ in Zusammenarbeit mit Ausbildungsinstitutionen und Ministerien der Partnerländer umgesetzt. Sie war Teil des GIZ-Proklima-Clusters.
Der Link wurde in die Zwischenablage kopiert
Kontakt
IKI Office
Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH
Stresemannstraße 69-71
10963 Berlin