Industrieemissionen in Indonesien mindern
Das SETI-Projekt unterstützt die indonesische Industrie dabei, Emissionen durch Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien zu senken.
Die Dekarbonisierung der Industrie ist einer der wichtigsten Hebel, um die Emissionen von klimaschädlichen Gasen weltweit zu reduzieren. In Indonesien unterstützt die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) diesen Prozess mit dem Projekt „Nachhaltige Energiewende in Indonesia“ (Sustainable Energy Transition in Indonesia, SETI).
Das Projekt arbeitet daran, die Treibhausgase, die durch den Einsatz fossiler Energien in Unternehmen entstehen, durch den Einsatz von erneuerbaren Energien und Energieeffizienzmaßnahmen zu senken. Es setzt auf eine Kombination aus Fortbildungsprogrammen, um Wissen zu vermitteln, und fachlicher Unterstützung in Form von Energieaudits sowie Beratungsleistungen zur Umsetzung von Dekarbonisierungsmaßnahmen in Unternehmen.
Schulungen vermitteln hilfreiches Wissen
Mehr als 180 Personen aus indonesischen Betrieben nahmen bisher die unterschiedlichen Fortbildungsangeboten war. Die vermittelten Themen waren unter anderem Energiewendestrategie, Technologieerkundung, Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien sowie Messung und Verifizierung. Die Teilnehmenden hoben den Nutzen des Programms hervor.
Ich habe ein besseres Verständnis für Technologien gewonnen, die für unseren Energiewendeprozess geeignet sind.
Die Rolle von SETI bei der Wissensvermittlung, der Vermittlung von Partnern und den Energieaudits ist für uns von entscheidender Bedeutung, da sie uns dabei hilft, Technologieanbieter zu identifizieren und Empfehlungen zu erhalten, die direkt zu Energieeinsparungen beitragen.
Aufbau des Industrial Energy Lab
Mit dem Industrial Energy Lab bietet das SETI-Projekt fachliche Unterstützung für indonesische Unternehmen an. Im ersten Jahrgang 2025 unterstützte es 14 Firmen mit Energieaudits und Vormachbarkeitsstudien potenzieller Maßnahmen und bei der Projektentwicklung für Energieeffizienz und der Installation erneuerbarer Energien. Beispielweise bewertete das Projekt das wirtschaftliche Potenzial einer Aufdachsolaranlage und ermittelte mögliche Hindernisse für die Einführung.
Insgesamt wurden im Rahmen des SETI-Projekts wurden fünf industrielle Energieaudits in energieintensiven Sektoren durchgeführt, bei denen ein Emissionsminderungspotenzial von bis zu 21.706 tCO₂e (Treibhausgasäquivalent) pro Jahr ermittelt wurde.
Durch das von SETI durchgeführte Energieaudit haben wir bisher unerkannte Möglichkeiten zur Verbesserung der Kesseleffizienz identifiziert, die die Energiekosten des Unternehmens voraussichtlich erheblich senken werden.
Um die Einführung von Lösungen zur Energieeffizienz und erneuerbarer Energien zu beschleunigen, unterstützt das Projekt zudem den Aufbau eines Netzwerks für nachhaltige Energie (Sustainable Energy Network, SEN), das Zusammenarbeit, Wissensaustausch und fachliche Unterstützung unter den Akteuren der Industrie ermöglicht. In Zusammenarbeit mit der Generaldirektorat für neue, erneuerbare Energien und Energieeinsparung (DJ EBTKE) des indonesischen Ministeriums für Energie und Bodenschätze entwickelte das SETI-Projekt einen Online-Katalog für kohlenstoffarme Technologien und testete diesen in einem Pilotprojekt, um geeignete Technologien und Anbieter für hocheffiziente Geräte zu identifizieren.
Beratung, die wirkt
Bis April 2026 haben vier Unternehmen Energieeffizienz- oder Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien gemäß den Empfehlungen des SETI-Audits umgesetzt und ihre Treibhausgasemissionen gesenkt. Die Einsparungen verteilen sich wie folgt:
- Zellstoff- und Papierunternehmen in Banten: Energieeinsparungen von 2,34 Millionen kWh/Jahr, Kosteneinsparungen von 61.920 Euro/Jahr und Verringerung der CO₂-Emissionen um 1.107,63 t/Jahr.
- Schuhhersteller in Sukabumi, West-Java: Energieeinsparungen von 2,76 Millionen kWh/Jahr, Kosteneinsparungen von 134.400 Euro/Jahr und Verringerung der CO₂-Emissionen um 2.405,11 t/Jahr.
- Schuhhersteller in Sukabumi, West-Java: Energieeinsparung von 8.246.001 kWh/Jahr, Kosteneinsparungen von 365.760 Euro/Jahr und einer Verringerung der CO₂-Emissionen um 6.111 t/Jahr.
- Schuhhersteller in Majalengka, West-Java: Energieeinsparungen von 1.331.090 kWh/Jahr, Kosteneinsparungen von 66.240 Euro/Jahr und Verringerung der CO₂-Emissionen um 1.034,55 t/Jahr.
Der Weg in die Zukunft
Die Aktivitäten des SETI-Projekts zeigen, dass die Dekarbonisierung der Industrie durch die Kombination von Wissensvermittlung und fachlicher Beratung beschleunigt werden kann. Die positiven Pilotaktivitäten dienen als konkrete Beispiele für eine nachhaltige Energiewende, die es anderen Führungskräften in der Wirtschaft ermöglicht, diese in großem Maßstab zu replizieren.
Die steigende Nachfrage nach erneuerbaren Energien und Energieeffizienz, der Druck der Exportmärkte, die volatilen globalen Energiemärkte sowie nationale Ziele für die Nutzung von Solarenergie sorgen für eine starke Dynamik beim Ausbau.
Das SETI-Projekt baut seine Unterstützung durch nachhaltige Energienetzwerke und neue Pilotprojekte weiter aus. Rund 60 Unternehmen haben sich bereits mit entsprechenden Energieprofilen, eigenen Dekarbonisierungszielen, einem Engagement für nachhaltige Unternehmensführung und nachgewiesener finanzieller Bereitschaft registriert, um Unterstützung bei der Beschleunigung der Dekarbonisierung der indonesischen Industrie zu erhalten.
Der Link wurde in die Zwischenablage kopiert
Kontakt
IKI Office
Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH
Stresemannstraße 69-71
10963 Berlin