Lokale Projekte, globale Wirkung: Wie Deutschland Biodiversität fördert
Zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt stellen wir Projekte aus unserem IKI Small Grants Programm (ISG) vor, die den Schutz der biologischen Vielfalt vorantreiben.
Biodiversität ist kein abstraktes Konzept – sie prägt unseren Alltag, denn: Sie hält unsere Böden fruchtbar, unser Wasser sauber und unsere Landwirtschaft funktionsfähig. Von Feuchtgebieten und Wäldern über Flüsse bis hin zu städtischem Grün – gesunde Ökosysteme sind Grundlage für unser Wohlbefinden, unsere Wirtschaft und unsere Zukunft.
Während sich die Weltgemeinschaft darauf vorbereitet, auf der diesjährigen UN-Biodiversitätskonferenz, die im Oktober in Armenien stattfinden wird, die erzielten Fortschritte zu überprüfen, senden lokale Initiativen eine klare Botschaft: Globale Biodiversitätsziele funktionieren nur, wenn sie auch vor Ort umgesetzt werden – und diese Umsetzung hat längst begonnen.
Wirksame Unterstützung für lokale Initiativen weltweit
Der diesjährige Internationale Tag der biologischen Vielfalt steht unter dem Motto „Lokal handeln für globale Wirkung“. Entdecken Sie die Vielfalt der lokalen Biodiversitätsprojekte, die durch das Small Grants Programm der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) in verschiedenen Regionen und Ökosystemen unterstützt werden:
Junge Menschen für den Erhalt der Biodiversität begeistern
In Ecuador hat das ISG-Projekt „Bildung für nachhaltige Entwicklung an Schulen“ Jugendliche eingebunden, um sowohl Naturschutz als auch systemischen Wandel voranzutreiben. Das Team lud Schülerinnen und Schüler ein, die biologische Vielfalt in ihrer direkten Umgebung zu erforschen – für viele Teilnehmende war das das allererste Mal.
Die Jugendlichen dokumentierten Spinnen, Vögel und Insekten, nach anfänglicher Neugier entwickelte sich schnell echtes Umweltbewusstsein und Handeln. Teilnehmende Schulen richteten zum Beispiel ökologische Gärten und Kompostsysteme ein oder installierten Solaranlagen, um Strom aus erneuerbaren Energien für den Schulbetrieb zu nutzen. In einigen Schulen sorgen nun neue Regenwassersammelsysteme für nachhaltige Ressourcennutzung, eine Schule erhielt ein Gewächshaus, um die Schulversorgung zu verbessern – und verknüpfte damit Umweltschutz direkt mit dem alltäglichen Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler.
Die Initiative kam insgesamt 13 Schulen zugute, darunter einer inklusiven Schule, und erreichte über 8.000 Schüler*innen, Lehrkräfte und Gemeindemitglieder.
Wiederherstellung eines Feuchtgebiets in Simbabwe
Im Zentrum Simbabwes ist das Driefontein-Grasland eine wichtige Lebensader für Mensch und Natur. Es wurde im Rahmen der Ramsar-Konvention als „Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung“ anerkannt und ist ein zentrales Wassereinzugsgebiet und ein Biodiversitäts-Hotspot. Doch Bevölkerungswachstum, unregelmäßige Niederschläge, intensive Landwirtschaft und Überweidung gefährden dieses empfindliche Ökosystem.
Das ISG-Projekt „Stärkung der biologischen Vielfalt und Wiederherstellung von Vogelpopulationen in den Feuchtgebieten von Driefontein“ arbeitet Hand in Hand mit lokalen Gemeinschaften daran, diesen Trend umzukehren. Gemeinsam mit 60 Haushalten fördert die Initiative nachhaltige Landwirtschaft und Weidepraktiken, die das Feuchtgebiet schützen und gleichzeitig die Lebensgrundlagen der Menschen vor Ort verbessern.
Durch die Kombination der Wiederherstellung von Lebensraum und gemeinschaftlicher Bewirtschaftung sichert das Projekt Wasserressourcen und stärkt die Widerstandsfähigkeit des Ökosystems. So wird die Biodiversität langfristig geschützt – und damit auch die Lebensgrundlage für die lokale Bevölkerung.
Wirksamer Waldschutz auf den Philippinen
Auf der philippinischen Insel Cebu bringt das ISG-Projekt „Praxisnahe Erhaltung und Bewirtschaftung der biologischen Vielfalt für Jugendliche“ Biodiversitätsschutz ins Klassenzimmer: Schülerinnen und Schüler kartieren gemeinsam mit Lehrkräften lokale Arten, monitoren Artenvielfalt und schützen aktiv die Ökosysteme ihrer Umgebung. Zudem machen Baumschulen und kleine Gewächshäuser Naturschutz erlebbar.
In Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium wird das Modell im nächsten Schritt in das gesamte Schulsystem integriert, um den Ansatz auf der ganzen Insel und darüber hinaus zu etablieren.
Frauen als Vorreiterinnen im Meeresschutz in Tansania
Entlang der Küste Tansanias stehen artenreiche Meeresökosysteme durch zerstörerische Fischfangmethoden unter Druck. Das ISG-Projekt „Stärkung von Fischerinnen für ein partizipatives Küstenmanagement“ half den Küstengemeinden dabei, eine führende Rolle im Meeresschutz zu übernehmen. Im Zentrum standen dabei 160 Frauen aus der Fischerei.
Was mit einer politischen Leitlinie begann, ist nun gelebte Praxis: Frauen gestalten aktiv die lokale Gemeindeverwaltung und Naturschutzbemühungen mit: Durch Schulungen, Mentoring und die praktische Umsetzung lernten sie, Pläne zum Schutz der Ökosysteme umzusetzen, die Meeresfauna zu überwachen und dabei eng mit Gemeindevorstehern zusammenzuarbeiten.
Das Projekt verknüpft den Schutz der biologischen Vielfalt mit dem Schutz der Lebensgrundlagen der Menschen – und stärkt wertvolle Ökosysteme wie Mangroven, Seegraswiesen und Korallenriffen langfristig. Gleichzeitig baut das Projekt bei der lokalen Bevölkerung Wissen und Fähigkeiten aus, damit sie sich auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene in Abkommen zum Schutz der biologischen Vielfalt einbringen kann. Das sorgt für eine nachhaltige Wirkung über das Projektende hinaus.
Über IKI Small Grants
IKI Small Grants unterstützt lokale Lösungen für wirksamen Klima- und Biodiversitätsschutz. Das Programm ist Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) und wird vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) beauftragt. IKI Small Grants fördert Bottom-up-Lösungen und stärkt gleichzeitig lokale Akteurinnen und Akteure. Es wird durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH umgesetzt.
In unterschiedlichsten Ökosystemen stärkt das Programm Teilhabe, fördert Geschlechtergerechtigkeit und unterstützt Jugendliche und indigene Völker und lokale Gemeinschaften dabei, nachhaltig zu wirken. Über 40 Initiativen adressieren vorrangig den Schutz der biologischen Vielfalt. Zwischen 2019 und 2025 haben IKI Small Grants-Projekte zum wirksamen Schutz oder zur nachhaltigen Bewirtschaftung von rund 98.000 Hektar Fläche beigetragen – das entspricht etwa 170.000 Fußballfeldern.
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