Starke Kooperationen für Waldlandschaften
Mit Hilfe der IKI entsteht in Indien eine privatwirtschaftlich getragene Partnerschaft, die 20.000 Hektar Land wiederherstellt und 10.000 Landwirt*innen unterstützt.
Indien hat ehrgeizige Ziele für die Wiederherstellung von Waldlandschaften (Forest Landscape Restoration, FLR). Um diese erreichen zu können, ist eine langfristige Finanzierung für Planung, Umsetzung und Monitoring sowie die Entwicklung von Wertschöpfungsketten notwendig. Ausgehend von den bestehenden Vorgaben für Corporate-Social-Responsibility wächst auch im privatwirtschaftlichen Sektor das Interesse, sich für dieses Thema zu engagieren. Insbesondere gemeinsam mit staatlichen Akteuren können Unternehmen einen wertvollen Beitrag im Bereich FLR leisten.
Das IKI-Projekt „Wiederherstellung, Erhalt und Schutz von Wäldern und Baumbeständen zur Umsetzung der nationalen Klimaschutzbeiträge in Indien“ (RECAP4NDC) ist ein Beispiel dafür, wie dies funktionieren kann. Es hat eine dreijährige FLR-Partnerschaft mit der Lupin Human Welfare & Research Foundation (LHWRF) initiiert. Gemeinsam wirken sie darauf hin, nachhaltige Landwirtschafts- und Agroforstpraktiken auf 20.000 Hektar Land in den Regionen Alwar und Dhule voranzubringen. Damit tragen die Partner dazu bei, die Lebensgrundlagen für 10.000 Kleinbäuerinnen und -bauern in Indien ganz konkret zu verbessern.
Eine Partnerschaft aufbauen und Flächen auswählen
Die Landschaften in Alwar und Dhule sind geprägt von einer Mischung aus Wald-, Grasland- und Agrarnutzung. LHWRF ist seit Langem in den beiden Regionen tätig und setzt dort bereits verschiedene Maßnahmen beispielsweise in den Bereichen Wassermanagement und nachhaltige Landwirtschaft um.
„In Landschaften wie Alwar und Dhule stellt FLR eine strategische Verbindung von ökologischer Verantwortung und Verbesserung der Lebensgrundlagen dar, die es uns ermöglicht, langfristige und klimaresiliente Wirkungen im großen Maßstab zu erzielen“, sagt Tushara Shankar, Head of Corporate Social Responsibility bei der Lupin Human Welfare & Research Foundation, über die Ziele vor Ort.
Für die Auswahl der am besten geeigneten Flächen für FLR-Maßnahmen in um Alwar und Dhule führte das IKI-Projekt zunächst eine Analyse mithilfe von Geografischen Informationssystemen durch. Diese wurde durch weitere Prüfungen sowie die Anwendung einer Multi-Parameter-Bewertungsmatrix ergänzt. Auf dieser Grundlage wurden geeignete Flächen ausgewählt, in denen FLR umgesetzt werden soll. Die Gebiete wurden anschließend dem Partner LHWRF vorgeschlagen.
„Unsere Zusammenarbeit mit der Internationalen Klimaschutzinitiative spiegelt ein gemeinsames Engagement für die Förderung großflächiger, wissenschaftsbasierter Wiederherstellung wider, die in starken gemeinschaftlichen Institutionen verankert ist“, sagt Yogesh Raut, Head of Livelihoods Programme bei der Lupin Human Welfare & Research Foundation, zur Kooperation.
Förderung nachhaltiger Landwirtschaft
Mit den nächsten Schritten errichten die Projektpartner Demonstrationsflächen, die Baum- und Ackerbau integrieren. In der Folge soll unter anderem ein verbesserter Zugang zu Futterressourcen die Lebensgrundlagen in der Milchwirtschaft stärken. Darüber hinaus werden Baumprodukte aus den Flächen sowie Nicht-Holz-Waldprodukte aus angrenzenden Waldgebieten über das bestehende Netzwerk von Self-Help Groups und Farmer Producer Organisations von LHWRF an Märkte angebunden.
Die Partner des IKI-Projekts planen zudem Maßnahmen zur Wasserkonservierung in Waldgebieten, für die sie mit staatlichen Forstbehörden zusammenarbeiten. Diese sind die wichtigsten Umsetzungspartner auf staatlicher Ebene und steuern die Projektaktivitäten über einen formal eingerichteten Ausschuss, der vom Leiter der staatlichen Forstbehörde geleitet wird.
Großer Nutzen für lokale Gemeinschaften
Die Wiederherstellungspläne sind darauf ausgelegt, spezifische Landschaftscharakteristika, die Auswirkungen des Klimawandels und lokale Prioritäten für die Lebensgrundlagen der Menschen vor Ort zu berücksichtigen. Die RECAP4NDC-Partnerschaft zielt ausdrücklich darauf ab, die begünstigten Gemeinschaften in den Regionen in Indien zu stärken, indem sie zusätzliche Einkommensquellen schafft und die Anfälligkeit gegenüber extremen Klimaereignissen reduziert.
Ein weiterer Teil des Projektziels ist es, den lokalen Akteur*innen zu ermöglichen, ökologische, sozioökonomische und klimatische Vorteile aus den FLR-Maßnahmen zu ziehen. Ihre Beteiligung ist entscheidend für die Umsetzung und Skalierung der Aktivitäten, gemeinsam mit Farmer Producer Organisations und Self-Help Groups.
Ausbau des Netzwerkes und ein Ausblick auf die Zukunft
Das IKI-Projekt prüft derzeit die Entwicklung von Projekten für die Vermeidung von Emissionen. Gemeinsam mit Value Network Ventures, einem Entwickler von CO2-Projekten, arbeitet es darauf hin, dass sich für Landwirt*innen durch den Verkauf von CO₂-Zertifikaten aus solchen Projekten eine zusätzliche bedeutende Einkommensquelle eröffnet.
Die Partnerschaften zeigen, wie Landschafts-Restaurierungsplanung praktisch umgesetzt werden kann. Das IKI-Projekt fungiert dabei als Vermittler und Vernetzer, der private und staatliche Akteure zusammenbringt, um gemeinsame Ziele zu verfolgen.
Die Lösungen erfordern dabei nicht zwangsläufig komplexe Entscheidungsstrukturen. Als wichtig erweist sich vielmehr, ein gemeinsames Verständnis dafür zu entwickeln, wie Akteure zusammenarbeiten können, um ökologische, soziale und wirtschaftliche Bedingungen dauerhaft zu verbessern und die Klimaresilienz für Menschen und Ökosysteme zu stärken.
Die Unterstützung durch die IKI hat dazu beigetragen, die dafür benötigten wichtigen Partnerschaften mit dem Privatsektor in Indien aufzubauen und wird dies auch weiterhin fördern.
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