Sozialgerechte Energiewende & Dekarbonisierung der Industrie

Zur Minderung der globalen Treibhausgasemissionen arbeitete die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) im Jahr 2025 daran, klimafreundliche Energiegewinnung und Industrieprozesse voranzutreiben.

Luftaufnahme eines Solarparks: Reihen von Solarmodulen erstrecken sich über das Gelände, während ein Auto die Straße in der Mitte passiert.

Sozialgerechte Energiewende

Die globale Energiewende ist einer der wichtigsten Hebel im Kampf gegen die Klimakrise. Rund drei Viertel der globalen Treibhausgasemissionen entstehen durch die Produktion und Nutzung fossiler Energien. Für die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) sind deshalb der Ausbau von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz zentrale Handlungsfelder. Dabei legt die IKI besonderen Wert darauf, dass die von ihr geförderten Maßnahmen soziale Aspekte und Gerechtigkeit im Sinne einer „Just Transition“ mitdenken.

Ein Schwerpunkt der IKI-Arbeit im Jahr 2025 lag in der Unterstützung von Partnerländern bei der Schaffung verbesserter Rahmen- und Investitionsbedingungen für den Ausbau von Stromnetzen und -speichern. Beides ist Voraussetzung für den zuverlässigen und nachhaltigen Einsatz erneuerbarer Energien.

In Mexiko fördert die IKI die beschleunigte Integration von erneuerbaren Energien und die Flexibilität im Verteilungsnetz. Das Projekt startete 2025 in seine Vorbereitungsphase. Außerdem wurde im Rahmen des IKI Large Grant Calls 2025 ein Länderschwerpunkt mit Mexiko zur Stärkung der Stromspeicherung für die Integration erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung der Endverbrauchssektoren ausgeschrieben. 

Mit einer Einzahlung über 15 Millionen Euro in die „Power Transmission Acceleration Platform (PTPA)“ der Interamerican Development Bank unterstützt die IKI im Rahmen des Förderinstrumentes IKI Invest eine innovative multilaterale Initiative zum Netzausbau. Die Plattform richtet sich an 26 Länder in Lateinamerika und der Karibik und unterstützt gezielt die Verbesserung von finanziellen Rahmenbedingungen sowie die technische Umsetzung von Netzprojekten.

Ebenfalls über IKI Invest stellte die IKI 12,5 Millionen Euro der SF6-Initiative der Weltbank zur Verfügung. Diese soll den Ausstoß von Schwefelhexafluorid (SF6) reduzieren und den weltweiten Ausstieg vorantreiben. SF6 zählt zu den stärksten bekannten Treibhausgasen und wird vor allem in Schaltanlagen der Strominfrastruktur verwendet. Die IKI-Unterstützung gliedert sich in zwei Teile: eine erstmalige Einzahlung in den Multigeber-Treuhandfonds „Scaling Climate Action by Lowering Emission“ (SCALE) sowie eine erneute Einzahlung in das Programm zur Unterstützung des Managements des Energiesektors (Energy Sector Management Assistance Programme, ESMAP). 

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Fördergelder Energiewende

sagte die IKI im Jahr 2025 für Projekte zu, die zur globalen Energiewende beitragen.

Doch auch auf anderen Themenfeldern der Energiewende war die IKI im Jahr 2025 aktiv. So unterstützt die IKI ihr Schwerpunktland Südafrika mit zwei Projekten bei der Just Transition. Die Projekte sollen die Energie- und Infrastrukturplanung für die Integration von erneuerbaren Energien unterstützen, lokale Projektentwicklung vorantreiben und den Zugang zu Finanzierung fördern. Die Organisationen, die hierzu Projektskizzen eingereicht hatten, wurden 2025 aufgefordert, ausführliche Projektvorschläge zu erstellen. 

Mit einem Projekt aus dem Themencall 2024 unterstützt die IKI in Indien die Energieeffizienz in Gebäuden. Die Organisation der hierzu eingereichten Projektskizze wurde im Jahr 2025 ebenfalls dazu aufgefordert, einen ausführlichen Projektvorschlag zu erstellen. 

Im Förderaufruf 2025 der von der IKI mitfinanzierten Mitigation Action Facility (MAF) wurden sechs Projektskizzen im Bereich Energie ausgewählt: darunter zur Förderung der Energieeffizienz und erneuerbarer Energien in kenianischen Wasserwerken, zur Dekarbonisierung der vietnamesischen Zementindustrie, für eine klimafreundliche Kühlung auf den Philippinen und nachhaltige Flugkraftstoffe in Brasilien.

Mit weiteren Länder- und Themenschwerpunkten im ersten Ideenwettbewerb der IKI Large Grants unter dem Förderinstrument IKI Compete sorgt die IKI zudem dafür, dass die Energiewende weiterhin im Fokus der Förderung bleibt. In einem Länder- und einem Themenschwerpunkt sucht die IKI nach innovativen Projektideen bei Stromnetzen und ‑speichern. Weitere Themenschwerpunkte sind urbane Wertschöpfungsketten durch Bioenergie und Methanreduktion sowie die Skalierung erfolgreicher Minderungsansätze unter anderem im Bereich Energie. 

Der Energiesektor war analog zu den Vorjahren zudem wieder ein Schwerpunkt beim neuen Förderaufruf der Mitigation Action Facility.  

Dekarbonisierung der Industrie

Industrieemissionen verursachen rund 23 Prozent der globalen CO₂-Emissionen. Besonders schnell wachsen sie in Schwellen- und Entwicklungsländern. Der anstehende Erneuerungsbedarf vieler Industrieanlagen macht die kommenden Jahre zu einem entscheidenden Zeitfenster, um den Weg für eine klimafreundliche Industrieentwicklung und die Dekarbonisierung bestehender Strukturen zu ebnen. 

Eine erfolgreiche Transformation erfordert jedoch internationale Kooperation – und gerade Entwicklungs- und Schwellenländer brauchen dafür gezielte Unterstützung. Mit dem Klimaclub hat Deutschland ein zentrales zwischenstaatliches Forum mit aufgebaut, das weltweit vergleichbare Ambitionen und Regeln für die Dekarbonisierung der Industrie fördert. Im Fokus stehen unter anderem gemeinsame Definitionen für klimafreundliche Grundstoffe wie Stahl und Zement, der Aufbau internationaler Leitmärkte, robuste MRV-Systeme und Instrumente zur Vermeidung der Verlagerung von CO2-intensiven Produktionen in Länder mit weniger strengen Klimaschutzauflagen (Carbon Leakage).

Die IKI unterstützt diese politische Arbeit gezielt durch konkrete Projektförderung und politische Beratung. Ein zentrales Instrument ist die Global Matchmaking Platform (GMP). Sie wurde durch Beiträge der IKI von der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (United Nations Industrial Development Organization, UNIDO) aufgebaut. Bisher hat die GMP neun Partnerländern direkt dabei geholfen, Unterstützung zu erhalten. Mit mindestens 15 weiteren Ländern finden Absprachen zu weiteren Bedarfen statt.

Die NET ZERO Partnership besucht ein Stahlwerk in Indonesien.

In enger Abstimmung mit der Breakthrough Agenda, die auf der COP26 ins Leben gerufen wurde, um internationale Maßnahmen in den wichtigsten Emissionssektoren zu beschleunigen, hat die GMP einen Fahrplan für die Skalierung der grünen industriellen Transformation erstellt. Die IKI war einer der zentralen Umsetzungspartner der Working Group on Green Industry Support for Emerging and Developing Economies (EMDEs). Dies gilt sowohl für die technische Zusammenarbeit als auch für die Mobilisierung und Koordination von Finanzierung. 

Darüber hinaus initiierte die IKI gemeinsam mit internationalen Partnern den Industrial Decarbonization (ID) Hub Accelerator. Dieser soll Industriedekarbonisierungs-Hubs in ausgewählten Schwellen- und Entwicklungsländern aufbauen, die als nationale Ankerpunkte für Politik, Industrie und Finanzakteure dienen. Hierbei sollen auch finanzielle Mittel mobilisiert werden. Die IKI beteiligt sich mit zehn Millionen Euro. Weitere Geber sind das Vereinigte Königreich (UK) und das philanthropische Global Industry Hub (GIH). 

Parallel dazu fördert die IKI Pilot- und Skalierungsvorhaben in besonders emissionsintensiven Industriesektoren und setzt gezielt auf die Skalierung erfolgreicher Ansätze. 

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Fördergelder

sagte die IKI im Jahr 2025 für Projekte zu, die zur Dekarbonisierung der Industrie beitragen.

Im Rahmen des Themencalls 2024 unterstützt die IKI den Aufbau einer Dekarbonisierungsplattform in Ägypten. Diese soll den Zugang zu Finanzmitteln für die Dekarbonisierung der Bereiche Stahl, Zement und Düngemittel schaffen. Eine Organisation, die hierzu eine Projektskizze eingereicht hatte, wurde im Jahr 2025 dazu aufgefordert, einen ausführlichen Projektvorschlag zu erarbeiten. 

In Brasilien fördert die IKI mit einem Projekt Dekarbonisierungslösungen und kohlenstoffarme Produktionsmethoden im Stahl- und Zementsektor. Das Projekt befand sich 2025 in seiner Vorbereitungsphase. 

Für den Förderaufruf 2024 der von der IKI mitfinanzierten Mitigation Action Facility wurden im Jahr 2025 zwei Projekte im Bereich Dekarbonisierung der Industrie ausgewählt. Der Industriesektor war zudem, wie auch in den Vorjahren, wieder ein Schwerpunkt beim neuen Förderaufruf 2026, der bei der COP30 veröffentlicht wurde.  

Im Rahmen des ersten Ideenaufrufs der IKI Large Grants suchte die IKI mit dem Förderinstrument IKI Compete nach Projektideen in zwei Themenschwerpunkten, um die Dekarbonisierung der Industrie auch zukünftig voranzutreiben. Beide Schwerpunkte sind mit Fördervolumina von bis zu 15 Millionen Euro ausgeschrieben.

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Dieser Beitrag ist Teil des IKI-Jahresberichts 2025.

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