Anpassung an die Folgen des Klimawandels

Video: Der Förderbereich "Anpassung an die Folgen des Klimawandels" kurz erklärt

Die Folgen des Klimawandels sind weltweit spürbar. Auswirkungen, insbesondere extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen, Wirbelstürme oder starke Hitze, treffen Länder und Bevölkerungsgruppen besonders stark, die ihnen wenig entgegenzusetzen haben. 

Im Förderbereich „Anpassung an die Folgen des Klimawandels" unterstützt die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) besonders verwundbare Länder und Regionen dabei, ihre Anpassungsfähigkeit gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels zu erhöhen. 

Der Förderbereich umfasst neben den Schwerpunkten ökosystembasierte Anpassung (EbA) und nationale Anpassungsstrategien (NAP) weitere Themenfelder, wie zum Beispiel Instrumente zum Risikomanagement von klimawandelbedingten Extremereignissen sowie gemeindebasierte Anpassung an die Folgen des Klimawandels (CbA). Dabei werden anpassungsrelevante Ansätze, beispielsweise in den Sektoren Landwirtschaft und -nutzung, Stadtentwicklung, nachhaltige Finanzierung oder Privatwirtschaft, durch IKI Projekte unterstützt.

Bis 2020 wurden im Bereich Anpassung an die Folgen des Klimawandels insgesamt über 135 Projekte bewilligt.

Ökosystembasierte Anpassung (EbA)

Ökosysteme erbringen wichtige Dienstleistungen für den Menschen. Zum Beispiel erhalten sie die Bodenfruchtbarkeit, stellen sauberes Wasser bereit und schützen vor Hochwasser oder Erosion. Diese Ökosystemdienstleistungen können auch dazu beitragen, dass Menschen weniger stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind. 

Im Förderbereich „Erhalt und Wiederherstellung natürlicher Kohlenstoffsenken“ ergänzen landschaftsbasierte Ansätze die EbA-Ansätze. 

Erfahren Sie mehr zum Ansatz im Video "What is ecosystem-based adaptation?" (Englisch)

Auswirkungen auf die Menschen stehen im Fokus 

Das Konzept der ökosystembasierten Anpassung befasst sich mit der Nutzung von biologischer Vielfalt, natürlichen Ressourcen und deren Ökosystemdienstleistungen, um die Anpassungsfähigkeit der Menschen an die Auswirkungen des Klimawandels zu erhöhen. EbA ist ein auf den Menschen ausgerichteter Ansatz, der natürliche Ressourcen ergänzend zu oder als Ersatz für andere Anpassungsmaßnahmen behandelt. 

Der Ansatz stellt explizit aktuelle und zukünftige Klimaveränderungen und deren Auswirkungen auf Menschen und Ökosysteme ins Zentrum. Damit unterscheidet sich EbA von klassischen Ansätzen im Bereich des Managements natürlicher Ressourcen und der Biodiversität. 

Kosteneffiziente Anpassung 

EbA-Maßnahmen sind vielseitig wirksam. Sie bieten über den direkten Anpassungsnutzen hinaus zahlreiche zusätzliche Vorteile für die Einkommen, die Versorgung und das Wohlbefinden von Menschen, die von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Oft ermöglicht EbA auch vergleichsweise kosteneffiziente Anpassungsoptionen, denn: Die Kosten für die Wiederherstellung von Ökosystemen sind häufig geringer als technische Lösungen, die darauf abzielen, die Anpassungsfähigkeit in gleichem Maße zu erhöhen. 

In der Praxis ist EbA zumeist Teil einer umfassenderen Anpassungsstrategie und sollte proaktiv in bestehende Planungsprozesse integriert werden, zum Beispiel im Bereich der Landnutzung. Konkrete Maßnahmen sind unter anderem das verbesserte Management, der Schutz oder die Wiederherstellung von Mangrovenwäldern und Korallenriffen. Sind diese Ökosysteme stabil, schützen sie die Küstenzonen vor stärker werdenden Stürmen und den Folgen des Meeresspiegelanstiegs. 

Auswirkungen von EbA-Maßnahmen berücksichtigen 

Ökosystembasierte Maßnahmen können weitreichende Entscheidungen erfordern - zum Beispiel, wenn Schutzgebiete die Nutzung von Ressourcen einschränken. Daher sollten Risikoeinschätzungen, Szenarioplanung und das Management von Anpassungsmaßnahmen Teil der Entscheidungsfindung sein, um mögliche Auswirkungen zu identifizieren und zu berücksichtigen. 

Die IKI fördert Projekte, die konkrete EbA-Ansätze in der Praxis testen, Erfahrungen aufarbeiten und verbreiten. Das BMU bringt die in den Projekten gewonnenen Erkenntnisse in internationale Verhandlungsprozesse ein. Praktische Erfahrungen zur Wirkung von EbA-Maßnahmen und ihrem Kosten-Nutzen-Verhältnis im Vergleich zu anderen Anpassungsmaßnahmen tragen dazu bei, das EbA-Konzept weiterzuentwickeln. 

Ausgewählte Projekte

Wiederherstellung und Co-Management degradierter Dünen und Mangroven

Anpassung an den Klimawandel in der Karibik: Die EbA-Fazilität

Mainstreaming EbA – Stärkung ökosystembasierter Anpassung in Planungs- und Entscheidungsprozessen

Ökosystembasierte Anpassung und Waldwiederaufbau in der Karibik

Unterstützung nationaler Anpassungspläne zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel

Nationale Anpassungspläne und –strategien (NAP), die auf die Entwicklungsprioritäten des Landes abgestimmt wurden, sind eine wichtige Grundlage für Entwicklungsländer, um ihre Widerstandsfähigkeit gegen die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu stärken. 

Der NAP-Prozess wurde 2010 im Rahmen des Cancun Adaptation Framework ins Leben gerufen. Ziel ist es, alle Entwicklungsländer bei der Deckung ihres mittel- und langfristigen Anpassungsbedarfs zu unterstützen. Der Schwerpunkt des Prozesses liegt auf den am wenigsten entwickelten Ländern. Der NAP-Prozess ermöglicht den Regierungsinstitutionen, Anpassungsmaßnahmen in allen Sektoren zu identifizieren und zu priorisieren, präventive Maßnahmen zu operationalisieren und öffentliche Mittel entsprechend den Klimarisiken zuzuweisen. 

IKI unterstützt nationale Anpassungspläne

Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) unterstützt Partnerländer bei der Entwicklung und Umsetzung nationaler Anpassungspläne. Schwerpunkte der Förderung liegen auf

  • der Optimierung von Landnutzungskonzepten, 
  • Wasserressourcen- und Küstenzonenmanagement, 
  • der Integration von Anpassungsaspekten in Sektorstrategien und 
  • nationalen Entwicklungs- und Investitionsplänen (Mainstreaming). 

Die beschriebenen Maßnahmen zur ökosystembasierten Anpassung und zum Risikomanagement sind häufig ebenfalls Teil nationaler Anpassungsstrategien. 

Ausgewählte Projekte

Wissenschaftsbasierte Unterstützung nationaler Anpassungspläne in Subsahara-Afrika

Unterstützung für Entwicklungsländer bei der Integration von Landwirtschaft in die Nationalen Anpassungspläne (NAPs)

Unterstützung Brasiliens bei der Umsetzung seiner Nationalen Agenda zur Anpassung an den Klimawandel

Instrumente zum Risikomanagement - Innovative Versicherungslösungen zur Absicherung gegen Wetterrisiken

Klimamodelle (IPCC 2014) zeigen auf, dass der Klimawandel in einigen Regionen der Welt zu Veränderungen von Wetterereignissen führt. Das können intensivere Trockenperioden, Hitzewellen, Starkniederschlägen oder Stürme sein. Solche Extremwetterereignisse haben zum Teil verheerende direkte Auswirkungen auf das Leben der Menschen, auf Unternehmen sowie auf die Infrastruktur oder die Wirtschaftskraft der betroffenen Regionen. Kleinbauern können durch wetterbedingte Ernteausfälle ihre wirtschaftliche Lebensgrundlage verlieren, während gleichzeitig der Staatshaushalt stark beansprucht wird, Nothilfe zu leisten und den Wiederaufbau betroffener Regionen zu finanzieren. 

Ökonomische Risiken verringern 

Versicherungen gegen extreme, durch den Klimawandel bedingte Wetterereignisse können vor allem ökonomische Risiken minimieren und schnelle wirtschaftliche Unterstützung bei einem Neustart der Betroffenen bieten. Das gilt sowohl auf individueller als auch auf staatlicher Ebene. Die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) fördert insbesondere Projekte, die Versicherungsprodukte mit präventiven Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel verbinden. Dadurch können potenzielle Schäden beim Eintreten eines Wetterextrems verringert und eine schnellere Erholung von Schäden und Verlusten unterstützt werden. 

In ausgewählten Regionen arbeiten zahlreiche IKI-Projekte innovative Versicherungslösungen und Risikovorsorgestrategien aus. Sie unterstützen darüber hinaus die Entwicklung gesetzlicher Rahmenbedingungen, fördern die Kooperation von Politikverantwortlichen und Versicherungsunternehmen und unterstützen die Entwicklung von Katastrophenmodellen zur Modulation von wetterbedingten Schäden und Verlusten. Die Vorhaben verbessern auf diese Weise sowohl die Einkommens- und Ernährungssicherheit, als auch die Kredit- und Erwerbschancen der Bevölkerung und von Unternehmen. Sie leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zur Quantifizierung von wetterbedingten Schäden und Verlusten – anwendbar für Stakeholder aus der Versicherungswirtschaft, Politik und Wissenschaft. 

Ausgewählte Projekte:

Klimarisikoversicherungen und Anpassung in der Karibik

Saisonale Wettervorhersagen und innovative Versicherungslösungen als Klimarisikomanagementmaßnahme in Südostasien

Oasis Platform for Climate and Catastrophe Risk Assessment

Weitere Informationen

Building Capacity for Ecosystem-based Adaptation

Screenshot PDF

Download PDF (Englisch | 149KB)

Building Capacity for NAPs 

Screenshot PDF

Download PDF (Englisch | 155KB)