Projekte vernetzen, Wandel gestalten
IKI-Workshops stärken Klimaschutz in Indien
Indien ist seit 2008 eines der Schwerpunktpartnerländer der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI). Heute unterstützen 26 IKI-geförderte Projekte innovative Ansätze in den Bereichen Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, Biodiversität und Stärkung von Kohlenstoffsenken – im Einklang mit der IKI-Strategie 2030.
Vor diesem Hintergrund brachte das IKI-Schnittstellenprojekt in Indien zentrale Akteure in Neu-Delhi zu zwei Workshops zusammen, die den Mehrwert von Kooperation, gegenseitigem Lernen und strategischen Partnerschaften unterstrichen.
Lokales Handeln und vertrauensvolle Zusammenarbeit verbinden
Der fünfte IKI-Networking-Workshop brachte 114 Teilnehmende aus der IKI-Community in Indien zusammen. Die zweitägige Veranstaltung wurde gemeinsam vom IKI-Schnittstellenprojekt Indien und The Energy and Resources Institute (TERI) organisiert und zielte darauf ab, den Austausch zwischen IKI-Projekten zu stärken, Synergien zu fördern und den Dialog zu klima- und biodiversitätspolitischen Entwicklungen zwischen Indien und Deutschland zu vertiefen.
Hochrangige Vertreterinnen und Vertreter deutscher und indischer Ministerien, von Landesregierungen, der Zukunft-Umwelt-Gesellschaft (ZUG) gGmbH sowie der Deutschen Botschaft in Neu-Delhi brachten sich in die strategischen Diskussionen ein. Teilnehmende aus IKI-Projekten in Indien sowie aus Partnerorganisationen, Thinktanks, Forschungsinstituten, NGOs und Jugendorganisationen schufen einen vielfältigen Raum für gemeinsames Lernen und Zusammenarbeit.
Keynote-Beiträge betonten das gemeinsame deutsch-indische Engagement für die Umsetzung globaler Klima- und Biodiversitätsziele durch lokales Handeln, vertrauensvolle Kooperation und sich weiterentwickelnde Partnerschaften. Die Diskussionen bezogen sich auf internationale und nationale Rahmenwerke wie das Pariser Klimaabkommen, Indiens nationales Klimaschutzziel, den geplanten Nationalen Anpassungsplan sowie das Übereinkommen über die biologische Vielfalt im Kontext der aktualisierten Nationalen Biodiversitätsstrategie und des Aktionsplans Indiens.
Fachlicher Austausch zu IKI-Schwerpunktthemen
Fachvorträge und interaktive Formate widmeten sich zentralen Themen wie der Dekarbonisierung der Industrie, der Mobilisierung öffentlicher und privater Klimafinanzierung, der Einbindung des Privatsektors, der Wiederherstellung von Ökosystemen sowie der Stärkung von Kohlenstoffsenken. Eine interaktive Poster-Ausstellung bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, Projekterfahrungen zu präsentieren, bewährte Praktiken auszutauschen und neue Kooperationsmöglichkeiten in den Bereichen Klimaschutz, Anpassung und Biodiversität zu identifizieren.
Ein besonderes Highlight war die Live-Scribing-Ecke, in der eine Künstlerin zentrale Botschaften und Diskussionen in Echtzeit visuell festhielt und dem Workshop eine kreative und dynamische Note verlieh.
Stärkung der Führungsrolle des öffentlichen Sektors bei der industriellen Dekarbonisierung
Ergänzend zu dieser kooperativen Dynamik arbeitete das IKI-Schnittstellenproject zudem mit der Standing Conference of Public Enterprises (SCOPE) zusammen, um die Beteiligung öffentlicher Unternehmen an der Leadership Group for Industry Transition (LeadIT) zu stärken. Der regionale Outreach-Workshop, der im Oktober 2025 in Neu-Delhi stattfand, war der erste einer geplanten Reihe. Er zielte darauf ab, öffentliche Unternehmen für die globale Plattform zu gewinnen, die von Indien und Schweden gemeinsam ins Leben gerufen wurde – und an der auch Deutschland beteiligt ist.
Während bereits mehrere private Unternehmen aus Indien Mitglied bei LeadIT sind, ist die Beteiligung öffentlicher Unternehmen bislang begrenzt – obwohl viele von ihnen aktiv an Netto-Null- und Dekarbonisierungs-Strategien arbeiten. Der Workshop zeigte auf, wie LeadIT Peer-Learning, internationale Zusammenarbeit sowie den Zugang zu sauberen Technologien und Klimafinanzierung unterstützen kann.
Partnerschaften für eine gerechte und wettbewerbsfähige Transformation
37 Teilnehmende aus öffentlichen und privaten Unternehmen, Ministerien, Finanzinstitutionen und Technologieanbietern nahmen an dem Workshop teil. Vertreterinnen und Vertreter des Ministeriums für Umwelt, Wälder und Klimawandel (MoEFCC) sowie des LeadIT-Sekretariats stellten die Plattform vor und beantworteten Fragen der Teilnehmenden. Bestehende Mitglieder wie Steel Authority of India Limited (SAIL) und Tata Motors berichteten über ihre Erfahrungen, während die KfW Finanzierungsoptionen für Investitionen in die Dekarbonisierung präsentierte.
Mehrere öffentliche Unternehmen – darunter Bharat Heavy Electricals Limited (BHEL), Gas Authority of India Limited (GAIL), National Thermal Power Corporation (NTPC) und National Buildings Construction Corporation Limited (NBCC) – stellten ihre laufenden Nachhaltigkeits- und Dekarbonisierungs-Initiativen vor. Ein konkretes Beispiel für Innovation im Rahmen der IKI-Zusammenarbeit präsentierte JK Cement mit der ersten kommerziellen Einführung von LC3-Zement in Indien, der mit Unterstützung des Indian Institute of Technology Delhi im Rahmen des IKI Interface Projects entwickelt wurde.
Von der Ambition zur Umsetzung
Die beiden Workshops verdeutlichten eindrucksvoll, wie die IKI in Indien Projekte, Institutionen und Sektoren miteinander vernetzt, um politische Prioritäten in konkretes Handeln zu überführen. Von der communityweiten Vernetzung bis hin zur gezielten Ansprache der Industrie bekräftigten die Veranstaltungen eine zentrale Botschaft: Wirksamer Klima- und Biodiversitätsschutz braucht starke Partnerschaften – und was gut für das Klima ist, ist auch gut für Entwicklung, Wettbewerbsfähigkeit und Führungsstärke des öffentlichen Sektors.
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Video zum Networking-Workshop 2025 (YouTube)