12.10.2023

Wissensaustausch über IKI-Projekte in Zentralamerika und der Karibik fördern

Blick in die Projektpraxis: Besuch des Viehzuchtbetriebs La Valentina in Zarcero, Costa Rica.

Der dritte Workshop zum Erfahrungsaustausch über die IKI-Projekte in Zentralamerika und der Karibik bot eine Vielzahl an Aktivitäten zur Verbesserung des Wissensaustauschs.

Im Mai dieses Jahres trafen sich die Durchführungsorganisationen und Partner von 33 IKI-Projekten in Zentralamerika und der Karibik in San José, Costa Rica, um Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Projektarbeit auszutauschen. 

Auch die IKI nahm mit einer Delegation aus Vertreterinnen und Vertretern des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV), des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und des IKI Office der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH an dem Workshop teil.

„Die IKI begegnet der doppelten Krise des Klimawandels und des Verlusts der Biodiversität in einer ganzheitlichen Art und Weise: Das Förderprogramm ist ein Finanzierungsinstrument für Kooperationsprojekte, die die Zielsetzungen zum Schutz des Klimas und der Biodiversität verbinden. Dazu müssen alle Akteurinnen und Akteure aus Regierung, Wissenschaft, dem privaten Sektor und der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten“, so Axel Benemann, Vertreter des BMUV.

Neue Instrumente für die IKI-Projekte in der Region

Die Verantwortlichen von ACCION Clima, dem IKI-Schnittstellenprojekt für die Region, stellten eine Reihe von neuen Instrumenten für die Verbreitung von Wissen und für mehr Transparenz vor:

  • Die regionale Plattform IKI Zentralamerika und Karibik präsentiert einem breiteren Publikum aktuelle Informationen über IKI-Projekten und dient als Quelle für Wissensprodukte aus laufenden und abgeschlossenen Projekte in der Region.
  • Der Podcast „The Countdown to 2050“, der im Juli 2023 auf den wichtigsten Streaming-Plattformen startete, nimmt die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine Reise quer durch die Region, auf der sie mehr über die IKI-Projektarbeit erfahren können.
  • Die thematische Community PANORAMA Mitigation gibt den Verantwortlichen der IKI-Projekte und ihren Partnern rund um den Globus die Möglichkeit, erfolgreiche und replizierbare Lösungsansätze für die Minderung von Treibhausgasen miteinander zu teilen.
  • Mit dem regionalen Hub für Innovationen im Klimaschutz soll ein Koordinations- und Förderungsmechanismus für klimawirksame Innovationsprozesse in Lateinamerika und der Karibik entwickelt werden.

 

„Wir bieten mit diesen Instrumenten neue Möglichkeiten, um die Wirkung unserer Projekte in der Region zu visualisieren, erfolgreiche Erfahrungen weiterzugeben und sie den Menschen in der Region leichter zugänglich zu machen“, erklärte Ann-Kathrin Schloenvoigt, Koordinatorin des IKI-Schnittstellenprojekts bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Vernetzung und Synergien

Gespräche beim "Speed-Dating".

Am ersten Tag des Workshops drehte sich alles darum, bestehende Kooperationen zu stärken und neue Verbindungen zu schaffen. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurde ein Speed-Dating veranstaltet, bei dem sich Vertreterinnen und Vertreter der IKI, der Durchführungsorganisationen sowie deren Partner kennenlernen konnten. 

Anschließend trafen sich die Projektverantwortlichen in Gruppen, um ihre Prioritäten und Hauptaktivitäten für die kommenden Monate auszutauschen. Das Ziel war es, unter den Verantwortlichen, die an dem gleichen Thema, im gleichen Land oder der gleichen Region oder mit vergleichbaren Zielgruppen arbeiten, Synergien zu finden, die als Basis für eine zukünftige Kollaboration dienen könnten. 

„Ich freue mich immer auf diese Veranstaltungen, und wenn man sieht, wie die Menschen beim Frühstück und in der Happy Hour zusammenkommen, wird offensichtlich, wie wichtig diese Angebote sind. Hier passiert so viel Gutes und es wird eine Reihe von Folgegesprächen geben, nachdem sich die Menschen hier kennengelernt haben. Wir werden diesen Dialog fortsetzen und weiterhin voneinander lernen“, so Wiley Barbour, Projektleiter des Projekts „Hub für Systeme zur Messung, Berichterstattung und Verifizierung (MRV-Hub)“ der Caribbean Cooperative. 
 

Technische Diskussion

Am zweiten Tag diskutierten die Teilnehmenden intensiv über die technischen Aspekte ausgewählter Themen. Es begann damit, dass die Projekte ihre Ausstiegsstrategien sowie ihre wichtigsten Herausforderungen und gewonnenen Erkenntnisse beim Abschluss eines IKI-Projekts vorstellten. Zu den Kernbotschaften zählten die gemeinsame Entwicklung von Projektaktivitäten mit Partnerinnen und Partnern vom ersten Tag an, die Verankerung von Wissen und Kapazitäten in den Partnerinstitutionen nach Abschluss des Projekts sowie die Erkenntnis, die Ausstiegsstrategie rechtzeitig zu formulieren. 

Weitere Aufzeichnungen der einzelnen Präsentationen sowie der Podiumsdiskussion über Ausstiegsstrategien finden Sie hier.

Im Anschluss an diese Session fand eine Gruppendiskussion über bewährte Praktiken, Herausforderungen und Lösungsansätze zu ausgewählten Themen statt, die für alle IKI-Projekte relevant sind. Im Einzelnen waren das die Folgenden: 

  • „Niemand wird zurückgelassen: Integration der Geschlechterperspektive, Diversität und Schutzmaßnahmen in IKI-Projekten“; 
  •  „Überwachung von Projekten durch IKI-Maßnahmenindikatoren und -Standards“; 
  • „Die Wirkung sichtbar machen: Externe Kommunikation von Erfolgen aus der Kooperation“.  

Weitere Informationen zur Talkshow nach der Gruppenarbeit, in der die Ergebnisse hervorgehoben werden, finden Sie hier

Von der Theorie zur Praxis

Die Teilnehmemdem lernen die Initiativen von Coopecabañas zur Schaffung eines gemeinschaftlichen biologischen Korridors in Santa Ana, Costa Rica, kennen.

Am letzten Tag des Workshops war die Zeit, sich mit der Praxis zu befassen: Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hieß das, konkrete Ergebnisse und Auswirkungen der IKI-Projekte in Costa Rica vorzustellen. 

Wie landwirtschaftliche Böden wiederhergestellt werden können

Der erste Stopp war La Valentina, ein Viehzuchtbetrieb in Zarcero, Costa Rica. Infolge des jahrzehntelangen Anbaus von Blumen und Erdbeeren waren die Böden des Betriebs stark mit Agrochemikalien und Pestiziden kontaminiert worden. Im Jahr 2013 wurde mit Beginn der Milchproduktion auf dem Hof ein neues Verfahren zur Behandlung des Bodens eingeführt: Ein spezieller organischer Dünger, der auf dem Hof selbst hergestellt wird und aus Käsemolke, Melasse, Sulfaten und photosynthetischen Bakterien besteht. 15 Jahre später zählen die Böden von La Valentina zu den besten in der Region. 

Derzeit nimmt der Hof an der Rekarbonisierung von globalen Böden (RECSOIL) im Rahmen des IKI-Projekts Unterstützungsprogramm zur nachhaltigen Landnutzung und Landwirtschaft durch die Umsetzung von national festgelegten Klimaschutzbeiträgen (NDCs) und Nationalen Anpassungsplänen (SCALA) teil. Im Rahmen dieses Programms werden Viehzuchtbetriebe und Kaffeebäuerinnen und -bauern in Costa Rica für ihr effektives Bodenmanagement zertifiziert.

Projekte zur Stadtbegrünung 

Rund 60 Kilometer südöstlich von Zarcero, besichtigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Standorte von Projekten, die durch den Green Urban Recovery Fonds finanziert wurden. Dieser Finanzierungsmechanismus ist für Projekte zur Stadtbegrünung in der Metropolregion San José bestimmt. Für seine Durchführung sind die IKI-Projekte Biodiver_City und BioFrame verantwortlich. 

Die Kooperative Coopecabañas in Santa Ana möchte die Stadtentwicklung mit dem Umweltschutz kombinieren, um die Lebensqualität für ihre Gemeinschaft zu verbessern. Ihr Projekt umfasst die Entwicklung eines kommunalen biologischen Korridors als eine erste Stufe zur Schaffung eines städteverbindenden biologischen Korridors. Als eine der ersten Maßnahmen wurden 940 Bäume 100 verschiedener Arten gepflanzt. Außerdem erhielt die Organisation Unterstützung beim Erstellen eines wirtschaftlichen Nachhaltigkeitsplans für die Initiative und dessen Management.

Der öffentliche Park Parque La Libertad in Desamparados bezieht bewährte Umweltschutzpraktiken in das Parkmanagement ein. Mit Unterstützung des Green Urban Recovery Fonds wurde für die 200.000 Menschen, die den Park jährlich besuchen, ein Naturwanderweg geschaffen. Er dient als bewusstseinsbildende Maßnahme, und bietet sichere und konstruktive Räume für Erholung und den Kapazitätsaufbau. Eine Baumschule stellt einheimische Bäume und Sträucher zur Verfügung, die dazu beitragen werden, die Waldlandschaft des Parks und des benachbarten städteverbindenden biologischen Korridors wiederherzustellen.

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Kontakt

IKI Office
Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH
Stresemannstraße 69-71

10963 Berlin

iki-office@z-u-g.org

Videos zum Projekt

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