25.04.2023

Team aus der Mongolei gewinnt Klimaschutz-Hackathon

Gesucht waren Klimaschutz-Ideen für Kambodscha, die Mongolei, Nepal and Thailand.

Hackathons (Wortschöpfung aus „Hacking“ und „Marathon“) haben sich in den letzten Jahren zu einem kreativen Raum entwickelt, in dem sich junge Menschen für die Bekämpfung des Klimawandels engagieren. Diese intensiven und dennoch kollaborativen Veranstaltungen bringen Teams aus jungen Entwicklerinnen und Entwicklern, Unternehmerinnen und Unternehmern zusammen, um innovative Lösungsansätze für einige der drängendsten Umweltprobleme der Welt zu entwickeln. Hackathons bieten jungen Menschen einzigartige Gelegenheiten, ihre Meinungen und Ideen zu Gehöre zu bringen - und aktiv die Zukunft unseres Planeten mitzugestalten. 

Das von der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) unterstützte SCALA-Programm (Erweiterung der Umweltziele bei Landnutzung und Landwirtschaft durch national festgelegte Klimaschutzbeiträge und nationale Anpassungspläne) soll eine Kultur der Innovation und des Experimentierens fördern und junge Menschen einbeziehen, um die Entwicklung von Lösungsansätzen für einige der dringendsten Umweltprobleme zu beschleunigen. 

Im Februar 2023 wurde im Rahmen des Programms ein Online-Hackathon für die Region Asien-Pazifik veranstaltet, um Ideen zu entwickeln, die dazu beitragen können, die Auswirkungen des Klimawandels in den SCALA-Partnerländern Kambodscha, Mongolei, Nepal und Thailand zu begrenzen. Die Veranstaltung war von Innovationen und Kreativität geprägt, wobei jedes teilnehmende Team seine einzigartigen Lösungsansätze einbrachte.

Der Hackathon

Der SCALA-Hackathon erwies sich mit 76 Bewerberinnen und Bewerbern aus 16 Ländern als äußerst beliebte Veranstaltung. Dies belegt auch den Eifer der Jugend in der Region, sich für den Klimaschutz zu engagieren. Aus diesem Pool aus Bewerberinnen und Bewerbern wurden die 16 besten Teams aus 11 Ländern eingeladen, an einem ganztägigen „Hackathon-Bootcamp“ teilzunehmen. Dabei handelte es sich um einen Workshop zum Kapazitätsaufbau, der den teilnehmenden Teams die notwendigen Tools und Fähigkeiten vermitteln sollte, um ihre Ideen zu entwickeln und ein erfolgreiches Pitch vorzubereiten. 

Das Bootcamp umfasste Sessions über Design Thinking, Problemlösung, Storytelling und Präsentationskompetenzen. Die Teams konnten von erfahrenen Moderatorinnen und Moderatoren sowie Referentinnen und Referenten lernen und sich mit anderen Teilnehmenden vernetzen. Es war eine Gelegenheit für die Teams, einander kennenzulernen und das Wissen und Selbstvertrauen zu erlangen, um ihre Ideen anlässlich des Hackathon-Pitching-Tags eine Woche später auf die nächste Ebene zu bringen.

Am Pitching-Tag im Rahmen des SCALA-Hackathons traten acht Teams an, um ihre endgültigen Pitches einer dreiköpfigen Jury vorzustellen.  Die Jurorinnen und Juroren hörten eine Reihe von Ideen und Lösungsansätzen – von der Frage, wie sich die Luftbestäubung in Thailand mithilfe von Bienen und Pilzzucht verbessern lässt, bis hin zu einem webbasierten Geoinformationstool (GIS), mit dem die Flächen zur Reduzierung des Wasser- und Düngemittelverbrauchs im Reisanbau ermittelt werden können. Nach der ersten Runde wurden die besten fünf Teams als Finalisten für die letzte Runde des Pitchings ausgewählt. 

Das Gewinner-Team ist ...

Das Gewinner-Team aus der Mongolei.

Nach der zweiten und letzten Runde der Pitches wählten die Jurorinnen und Juroren ein Gewinner-Team aus den Finalisten aus: Das Team „Splicing“ aus der Mongolei. 

Die Idee des Teams besteht aus einer Handy-Anwendung zur Erfassung von Daten über den Viehbestand für eine bessere Planung und Überwachung der Herden und des Nutztierbestands. Die Viehzucht ist eine wesentliche Quelle der Treibhausgasemissionen (THG) in der Mongolei. Daher könnte sich diese App bei der Verwaltung der Viehbestände und der daraus resultierenden Reduzierung von THG-Emissionen als nützlich erweisen. Bei vielen ländlichen Gemeinschaften in der Mongolei handelt es sich traditionell um Hirtennomadinnen und Hirtennomaden. Der Viehzucht- und Landwirtschaftssektor hat für die Wirtschaft in der Mongolei eine hohe Bedeutung und trug in den Jahren 2020 und 2021 mit 12,8 Prozent zum nationalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei. 

Tatsächlich erreichte die Mongolei im Jahr 2022 mit 71 Millionen Tieren einen Rekord bei der Größe der Nutztierherden (Nationales Statistisches Amt, 2022). Das Land hat Maßnahmen eingeleitet, um diese Zahl zu reduzieren. Dazu gehört unter anderem die Verabschiedung eines neuen Gesetzes, das den Viehhirtinnen und Viehhirten eine „Steuer für die Viehbestände“ auferlegt. Diese politischen Maßnahmen wurden eingeführt, um verschiedene Probleme wie die Übernutzung von Weideland anzugehen, die Herdenstruktur und die Verringerung der Viehbestände in ein angemessenes Gleichgewicht zu bringen und letztlich die THG-Emissionen zu reduzieren. Die vorgeschlagene mobile Anwendung wird die Durchführung der politischen Maßnahmen im Viehzuchtsektor und eine stärkere Einbindung der Hirtinnen und Hirten in den Markt unterstützen.

Die Idee des Teams „Splicing“ bietet einen realistischen Lösungsansatz für die gegenwärtigen Herausforderungen, denen sich die Mongolei bei der Verringerung und Überwachung ihrer THG-Emissionen aus dem Viehzuchtsektor gegenübersieht – eine Verpflichtung, die auch in dem national festgelegten Klimaschutzbeitrag (NDC) des Landes definiert ist. Die innovative mobile Anwendung für die Mongolei kann im Kontext des Landes angewandt und verwaltet werden und dazu beitragen, die Daten der Hirtinnen und Hirten mit dem Aktionsplan der Regierung für den NDC zu verknüpfen.

Weitere innovative Ideen

Die Jurorinnen und Juroren des Hackathons sahen auch bei den anderen vier Finalistenteams aus Kambodscha, Indonesien, der Mongolei und aus dem Nepal großes Potenzial. Das Team Kaksesor aus Kambodscha war das jüngste Team, das am Hackathon teilnahm und stellte sein Projekt „Robang“ vor. Die Idee hinter dem Projekt ist, die Schalen zum Auffangen von Kautschuk auf Bäumen mit Nylon zu überziehen, um sie vor sintflutartigen Regenfällen zu schützen. Das Team schlug außerdem ein System aus Regentropfensensoren vor, mit dem Wetterdaten erfasst werden, um eine bessere Prognose zu ermöglichen und letztendlich die Verschwendung von Rohkautschuk zu verhindern. 

Das Team „Meaning Maker“ aus Indonesien stellte eine „Selbstbedienungs“-Analyseplattform vor, um Strategien für eine bessere Bewältigung des Klimawandels im Nepal zu formulieren. Das Team „Speck Materials“ aus der Mongolei schlug vor, Tierdung für die umweltfreundliche Papierherstellung zu verwenden, da es in der Mongolei keinen Inlandsmarkt für Dung, aber dafür einen Zellstoff- und Papiermarkt mit einem Umsatz von 62,5 Millionen US-Dollar gibt. 

Das Team „LeadING“ aus Nepal präsentierte einen Lösungsansatz, bei dem das Problem von Lebensmittelverlusten und THG-Emissionen mithilfe von KI-Daten, dem Internet und Datenvisualisierung minimiert werden soll, wobei der Schwerpunkt auf dem Kartoffelanbau liegt.

Das SCALA-Team der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) diskutiert die Zukunftsideen zur Entwicklung und zum Austausch innovativer Lösungsansätze für den Klimawandel mit Jugendlichen in anderen Regionen und unterstützt gleichzeitig die lokalen Gemeinschaften.

Die vollständige Version des Artikels finden Sie auf den Webseiten von UNDP SCALA und FAO SCALA 

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